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Kinoplakat: Die Tribute von Panem – Catching Fire

Eine Enttäuschung mit Stil.
Jennifer Lawrence überzeugt.

Titel Die Tribute von Panem: Catching Fire
(The Hunger Games: Catching Fire)
Drehbuch Simon Beaufoy + Michael Arndt
nach dem Roman „Catching Fire“ von Suzanne Collins
Regie Francis Lawrence, USA 2013
Darsteller

Jennifer Lawrence, Liam Hemsworth, Josh Hutcherson, Donald Sutherland, Woody Harrelson, Philip Seymour Hoffman, Elizabeth Banks, Stanley Tucci, Jack Quaid, Taylor St. Clair, Jeffrey Wright, Amanda Plummer, Sandra Ellis Lafferty, Paula Malcomson, Willow Shields, Bruce Bundy, Nelson Ascencio, Lenny Kravitz, Afemo Omilami, Kimberley Drummond, Deena Beasley, Leon Lamar, Mandy Neuhaus, Erika Bierman, Wilbur Fitzgerald, Patrick St. Esprit, Jill Jane Clements, James Sutton, Alan Ritchson, Stephanie Leigh Schlund, Meta Golding u.a.

Genre Abenteuer
Filmlänge 146 Minuten
Deutschlandstart
22. März 2012
Inhalt

Zusammen mit ihrem Freund Peeta hat die 17-jährige Katniss es geschafft, die gefährlichen Hungerspiele zu überleben. Der Lohn: Ein eigenes Haus in ihrem Heimatdistrikt 12 und eine gute Lebensmittelversorgung für sie und ihre Familie.

Die grausame Regierung unter Präsident Snow in der Hauptstadt, dem Kapitol, zwingt die beiden Gewinner jedoch, für Propagandazwecke zu posieren und weiterhin so zu tun, als wären sie ein Liebespaar. Während Peeta und Katniss durch die Distrikte touren müssen, werden sie Zeugen brutaler Gewalt der Ordnungskräfte gegen die Bevölkerung, sehen aber auch Anzeichen für eine nahende Rebellion.

Für die Aufständischen ist Katniss eine Symbolfigur, daher beschließt Präsident Snow, die unbequeme Meisterjägerin bei den folgenden Hungerspielen entgegen der Tradition nochmal teilnehmen zu lassen. Wieder müssen sich Katniss und Peeta dem Kampf ums Überleben stellen und auch in der Arena erwarten sie eine Menge Überraschungen …

Was zu sagen wäre

Donald Sutherland ist offenbar gecastet worden, um unter schlohweißem Haar Best-of-Donald-Sutherland zu spielen (Space Cowboys – 2000; „Instinkt“ – 1999;Dämon – 1998; „Die Jury“ – 1996;Outbreak – 1995). Sein Präsident Snow guckt drohend unter hochgezogener Braue, haucht Boshaftigkeiten und ist insgesamt ordentlich verschlagen. Das ist unterhaltsam, ist bei einem Schauspieler seiner Klasse aber keine nennenswerte Leistung, reine Oberfläche – sowas spielt Sutherland aus dem Stegreif nachts um drei, geweckt aus tiefen Schlaf. Irritiernderweise kommt mir der Rest des Films auch so vor.

Ein Cast – eigentlich – zum Niederknien

„Catching Fire“ ist glänzend polierte Oberfläche ohne was drunter. Jennifer Lawrence („House at the End of the Street“ – 2012; X-Men: Erste Entscheidung – 2011; Winter's Bone – 2010) hat nur eine Gelegenheit zu zeigen, dass sie ihren Oscar (für Silver Linings – 2012) nicht zufällig im Schrank stehen hat; im letzten Bild muss sie dafür nur in die Kamera gucken.

Stanley Tucci, Philip Seymour Hoffman, Elizabeth Banks, Jeffrey Wright, Amanda Plummer … die Schauspieler-Liste ist zum Niederknien, aber alle diese Hochkaräter haben die Wahl zwischen hemmungslosem chargieren oder best-of-themselves – Stanley Tucci als Moderator zuzugucken macht Spaß, keine Frage; ist aber auch nicht so, als ob man das nicht schon ein paar Mal von ihm gesehen hätte. Echtes Typecasting: Tucci spielt Best-of-Tucci, Sutherland Best-of-Sutherland, Seymour Hoffman ebenso und die anderen geben bitte durchgeknallte Conferenciers, Trinker, Kämpfer und Böse-Gucker.

Sich bei Filmen wie diesem über schauspielerische Leistungen zu erregen, ist ein bisschen überflüssig – hier gelten das Bestseller-Spektakel, die Special Effects, die Action.

Müdes Spektakel, schlecht gerenderte Effekte

Nun … das Spektakel bleibt aus. Die Action ist mau, häufig mit CGI getrickst, die Special Effects sind für einen Film dieser Größe nur okay, es gibt manche Szenen, die aussehen, wie nicht zu Ende gerendert. Und Spektakel lebt von wenigstens hier und da einer Überraschung, aber die bleiben hier aus, der Film läuft wie auf Schienen seinem Schlussbild und dem dritten Trilogie-Teil entgegen.

Der Film ist gefällig, da stört nichts und nach den zweieinhalb Stunden(!) gehen wir dann ein Bier trinken und schieben anschließend noch einen Film in den DVD-Player. Es ist das Schicksal vieler dieser Mittelteile: Kein Anfang, kein Ende und der dramaturgische Bogen hängt irgendwo in der Luft rum.

Die Qualität der Story, deren ursprüngliche Doppelbödigkeit aus der Romanvorlage, geht im tosenden Pomp des Films baden. Von diesem Film bleibt nichts hängen außer den Augen von Jennifer Lawrence im Schlussbild.

Wertung: 2 von 8 €uro
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