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Kinoplakat: Überall, nur nicht hier
Sensibles Familiendrama
große Schauspielerinnen
Titel Überall, nur nicht hier
(Anywhere but here)
Drehbuch Alvin Sargent
nach dem Roman von Mona Simpson
Regie Wayne Wang, USA 1999
Darsteller

Susan Sarandon, Natalie Portman, Hart Bochner, Eileen Ryan, Ray Baker, John Diehl, Shawn Hatosy, Bonnie Bedelia, Faran Tahir, Shishir Kurup, Samantha Goldstein, Scott Burkholder, Yvonna Kopacz Wright, Eva Amurri Martino, Kieren van den Blink u.a.

Genre Drama
Filmlänge 114 Minuten
Deutschlandstart
30. März 2000
Inhalt

Schmollend sitzt Ann August auf dem Beifahrersitz, während ihre Mutter Adele Beach Boys Songs trällert. Gegen ihren Willen muss die 14-Jährige vom Provinznest Bay City nach Beverly Hills ziehen, weil Adele dort auf ein besseres Leben hofft. Die schrille Vorstadtdiva ist davon überzeugt, ihre Tochter aus einer Sackgasse befreit zu haben und ihr eine aufregende Zukunft zu bieten.

Der Neuanfang in Beverly Hills scheint halbwegs zu gelingen: Ann übersteht ihren ersten Schultag, Adele bekommt einen Job und auf dem Sperrmüll finden sich nette Möbel für ihr billiges Appartement. In den nächsten zwei Jahren passen sich die beiden an das Leben in Los Angeles an, abgesehen von heimlichen Umzügen wegen ihrer Mietschulden und dunklen Abenden dank unbezahlter Stromrechnungen.

Die Mutterrolle übernimmt so manches Mal die realistische Ann, der Adeles Hirngespinste von einem Leben in der High Society ein Gräuel sind. Ann hasst die theatralischen Auftritte ihrer Mutter, die in der Tochter einen zukünftigen Filmstar sieht und sie manchmal „Heather” ruft, weil sie das vornehmer findet. Doch die Klippen des Alltags, unglücklichen Amouren und eine Familientragödie schweißen das unglückliche Paar zusammen.

Dennoch dauert es lange, bis Adele erkennt, dass sie Ann in ein eigenes Leben entlassen muss …

Was zu sagen wäre

Mutter-Tochter-Drama auf hohem Niveau. Hier stimmt alles. Schon die Romanvorlage ist hochklassig und offenbar waren alle Beteiligten bemüht, den geist dieser Vorlage ungefiltert zu erfassen. Den einzigen Punktabzug gibt's für das Drehbuch, das in seinem emotionalen Anspruch überdeht – ein klein wenig. Aber Wayne Wang hat dafür ein Gespür für zurückhaltende Inszenierung, vermeidet naheliegende Kamera- und Schnittmätzchen. Das kann er sich natürlich auch leisten bei solchen Darstellern.

Susan Sarandon (Thelma & Louise - USA 1991) ist eine Bank und Natalie Portman, die spätestens ab August des laufenden Jahres eine Weltkarriere starten wird mit ihrer – eindimensionalen (wofür sie freilich nichts kann) – Rolle der Star-Wars-Prinzessin Amidala, zeigt, dass ihre frühen Auftritte neben Jean Reno in „Léon - der Profi” (Frankreich 1994), in „Heat” (USA 1995) oder „Mars Attacks!” (USA 1996) keine Eintagsfliegen waren in Filmen, in denen man halt eine junge Darstellerin brauchte, die zufällig ganz gut rüberkommt. Portmanns Ann, die hier bisweilen die Mutterrolle übernehmen muss, tut das mit eine nonchalanten Nüchternheit, dass des eine wahre Freude ist, ihr zuzuschauen.

 

Wertung: 10 von 11 D-Mark
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