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Kinoplakat: Tage des Donners
Ein Mann will nach oben
in satt bunter Action
Titel Tage des Donners
(Days of Thunder)
Drehbuch Robert Towne + Tom Cruise
Regie Tony Scott, USA 1990
Darsteller

Tom Cruise, Nicole Kidman, Robert Duvall, Randy Quaid, Cary Elwes, Michael Rooker, Fred Dalton Thompson, John C. Reilly, J.C. Quinn, Don Simpson, Caroline Williams, Donna W. Scott, Chris Ellis, Peter Appel, Stephen Michael Ayers u.a.

Genre Action, Drama
Filmlänge 107 Minuten
Deutschlandstart
20. September 1990
Inhalt

Cole Trickle ist ein Heißsporn, der ganz nach oben will. Er ist leidenschaftlicher Rennfahrer und bei einem Stock Car-Rennen wird er dann auch von Rennchef Tim Dalland entdeckt, der ihm einen Wagen gibt.

Seinen dortigen Teamchef Harry Hogge treibt er zunächst einmal zur Verzweiflung, da er ein Auto nach dem anderen auf der Piste zerlegt. Bei einem waghalsigen Überholmanöver mit Gegner Rowdy Burns kommt es dann zum Crash und Trickle findet sich im Krankenhaus wieder.

Kinoplakat: Tage des DonnersSchlecht für die Karriere, gut für die Liebe, denn dort lernt er die Ärztin Dr. Claire Lewicki kennen. Ihr und sich selbst will er es nach seiner Entlassung beweisen. Er muss zwar jetzt mit einem Platz in einem Alt-Modell vorlieb nehmen, trotzdem will er wieder ganz oben aufs Podest …

Was zu sagen wäre

Ein Mann will nach oben, will raus aus dem billigen Alltag an die Spitze – wo Glanz, Gloria, Applaus und Sonne garantiert sind. Tony Scott und sein Autor Robert Towne interessieren sich aber weniger für die Fallada‘schen sozialen Implikationen einer solchen Geschichte. Tony Scott will Action (Beverly Hills Cop II – 1987; Top Gun – 1986; Begierde – 1983). Deshalb geht der Film mit wunderbaren Sonnenaufgang-Stimmungsbildern los und ist dann sehr schnell bei sehr schnellen Autos auf Rennstrecken. Tom Cruise (Geboren am 4. Juli – 1989; „Rain Man“ – 1988; Cocktail – 1988; Die Farbe des Geldes – 1986; Legende – 1985; Der richtige Dreh – 1983; „Lockere Geschäfte“ – 1983; Die Outsider – 1983), der auch ein paar Ideen zum Script beisteuern durfte, spielt nochmal seine Top Gun-Rolle.

Der Mann, der Risken eingeht, um sein Ziel zu erreichen und dessen härtester Gegner er selbst ist. Um seine Motivation zu steigern, haben die Produzenten Simpson & Bruckheimer ihm die Australierin Nicole Kidman („Todesstille“ – 1989; Trendsetters – Jahrmarkt der Illusionen“ – 1988) an die Seite gestellt – als smarte Ärztin, Widerwort-Geberin und Love-Interest; ihre rotblonde Lockenpracht, kombiniert mit einem sehr eingeübt erotischen Aufschlag ihrer blauen Augen, bleibt stärker in Erinnerung, als das ganze Renngedengel drumrum.

Es ist ein Jungs-Film, keine Frage. Robert Duvall („Colors – Farben der Gewalt“ – 1988; Der Unbeugsame – 1984; Apocalypse Now – 1979; „Die Körperfresser kommen“ – 1978; Der Adler ist gelandet – 1976; Network – 1976; Der Pate 2 – 1974; Sinola – 1972; Der Pate – 1972; THX 1138 – 1971; „M.A.S.H.“ – 1970; Bullitt – 1968) darf den weisen Mentor spielen und er spielt ihn wieder so, dass der Film besser wirkt, als er eigentlich ist. Randy Quaid als klammer Rennstallbesitzer, Cary Elwes – wieder – als Tom Cruises Gegenspieler, Michael Rooker als väterlicher Freund mit Schicksalsschlag und Fred Dalton Thompson als knarziger Impressario der Rennserie geben ihre Rollen scharfkantig als Funktionserfüller. Kameramann Ward Russell taucht all das in satte Farben und kontrastreiches Bunt. Und Hans Zimmer steuert eine weitere Variante seiner Hans-Zimmer-Melodien bei.

Ein Mann will nach oben. Das kann man kunstvoll erzählen wie Hans Fallada. Man kann das aber auch krachledern erzählen wie Tony Scott. Ein echter Hingucker! 

Wertung: 6 von 9 D-Mark
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