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Kinoplakat Eisstation Zebra
Viel Navy-Tech
Wenig Thrill
Titel Eisstation Zebra
(Ice Station Zebra)
Drehbuch Douglas Heyes + Harry Julian Fink + W.R. Burnett
nach dem gleichnamigen Roman von Alistair MacLean
Regie John Sturges, USA 1968
Darsteller
Rock Hudson, Ernest Borgnine, Patrick McGoohan, Jim Brown, Tony Bill, Lloyd Nolan, Alf Kjellin, S. O'Loughlin, Ted Hartley, Murray Rose, Ron Masak, Sherwood Price, Lee Stanley, Joseph Bernard, John Orchard u.a.
Genre Thriller, Abenteuer
Filmlänge 148 Minuten
Deutschlandstart
5. September 1969
Inhalt
Als eine Eisstation in der Arktis beinahe von einem Feuer zerstört wird, erhält US-Atom-U-Boot-Kommandant James Farraday den Auftrag nach dem Rechten zu sehen.

Er soll einen Zug Marineinfanteristen und den britischen Geheimagenten David Jones vom MI6 unter dem ewigen Eis des Nordpols zur Forschungsstation Zebra befördern; diese Mannschaft lässt Farraday vermuten, dass da womöglich mehr hinter dem Auftrag steckt, als „nach dem Rechten sehen“, aber er stellt lieber keine Fragen.

Offiziell dient die Mission dem Ziel, den Männern auf der Station, die fortwährend SOS-Signale senden, zu Hilfe zu eilen, da wegen der schlechten Wettersituation keine Hilfe per Flugzeug möglich sei. Doch es geht tatsächlich um einen abgestürzten Satelliten, der in der Nähe der Station niedergegangen ist.

Am Ziel der Reise beginnt neben der Versorgung der Überlebenden der zerstörten Station die Suche nach dem abgestürzten Satelliten, denn beide Supermächte hatten in Zebra Agenten, die den Film an sich bringen sollten …

Was zu sagen wäre

Der Thriller-Autor Alistair MacLean hat ein Oevre vorgelegt, nach dem sich Hollywood die Finger lecken kann – lauter handfeste Thriller mit ganzen Kerlen, geheimen Kommandounternehmen, Verrätern und treuen Freunden. Kein wunder also, dass viele verfilmt worden sind – Die Kanonen von Navarone (1957), den J. Lee Thompson 1961 verfilmt hat, vor einigen Monaten erst brachte Brian G. Hutton Agenten sterben einsam ins Kino, das er mit MacLean zusammen entwickelt hat – dort enstanden Film und Roman zeitgleich.

Jetzt also „Zebra“, einer der schwächeren von MacLeans durchweg spannenden Romanen. Des Films Pech ist, dass er zu einem Großteil im U-Boot spielt, wo kernige Männer in kernigen Uniformen Abtauch– und Anblas-Befehle geben und über dem Persikop hängen. Es dauert insgesamt zu lang, bis Spannung aufkommt. Es gibt hier eine kleine Sabotage, dort werden spektakulär Männer auf offener See an Bord genommen. Nur passieren tut wenig.

Hollywood feiert die Navy mit ihren stattlichen Männern, dafür liefert die Navy die Schiffe; für das eine Atom-U-Boot USS Tigerfish (SSN-509) (das im Roman noch einfach Dolphin heißt) im Film wurden sogar zwei U-Boote gefilmt; eines für die Überwasser- eines für die Unterwasserfahrten. Die Russen, die unseren wackeren US-Soldaten das Leben im Film schwer machen, sind der weltweiten Zuschauerschaft des Films geschuldet – im schwelenden Kalten Krieg sind Russen einfach die klareren Böswichter. Im Roman versuchen Saboteure an Bord des U-Boots, es auf der Rückfahrt in Brand zu stecken, um den Sowjets eine Chance zu geben, sie herauszuholen. Auch fliegen die beiden Saboteure smarter auf; die werden am Ende durch einen raffinierten Trick daran gehindert, die Satellitenaufzeichnungen der Sowjetunion zuzuspielen. Im Film muss das … visueller zugehen, na gut.

Was man dem Film gar nicht unterstellen kann, ist ein Gefühl für Rhythmus. Die Arbeit im Schneideraum hat sich im Wesentlichen darauf beschränkt, das wegzuschneiden, was nicht gebraucht wird und es bei diesem Rough Cut dann zu belassen. Als die Amerikaner die Eisstation erreicht und gesichert haben, soll die Gefahr durch russische Jets thematisiert werden. Also schneidet John Sturges („Gesprengte Ketten“ – 1963; Die glorreichen Sieben – 1960; „Der letzte Zug von Gun Hill“ – 1959; „Der alte Mann und das Meer“ – 1958; „Stadt in Angst“ – 1955) eine ungelenke Folge von drei Einstellungen, die fünf russische Jets zeigen, die in Richtung Betrachter fliegen. Das hat man nach zehn Sekunden verstanden; diese Szene dauert gefühlt fünf Minuten. Sie ist nur ein Beispiel.

Ein schickes Event für einen verregneten Jungs-Nachmittag, an dem man sich über zweidimensionale Kerle auslassen und in Navy-Seligkeit schwelgen möchte und dabei kein Timing braucht, weil man ohnehin dauernd mit Bier holen und Cracker auffüllen befasst ist.

Wertung: 4 von 8 D-Mark
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