Im Jahr 1800 sind die Fischer Gilliatt und Willie als Schmuggler unterwegs und machen auf der Kanalinsel Guernsey Rast. Dort werden sie von einer schönen Frau überrascht, die nach einem Aristokraten namens Lethierry sucht. Sie führen die Frau zu ihm, ohne zu wissen, dass sie eine englische Spionin ist. Sie heißt Drouchette und soll helfen, eine Invasion Napoleons in Großbritannien zu verhindern.
Als Gilliatt sie auf seinem Boot wieder von der Insel wegbringen soll, verliebt er sich in Drouchette und wird Teil der politischen Intrigen zwischen England und Frankreich …
Das ist ein komischer Schmuggler, den Rock Hudson da spielt. Sein Gilliat schmuggelt eine Frau über den Kanal, bietet ihr erst an, mit ihr, bevor er sie an Frankreichs Küste absetzt, noch einen Umweg auf eine kleine Insel mit schönem Sandstrand zu machen, auf den einen Tag käme es doch sicher nicht an.
Und dann gibt der ihr auch noch das Geld zurück, dass er für die Überfahrt erhalten hat. Hudson spielt hier nach nach zahlreichen Klein- und Nebenrollen ("Seminola" – 1953; Meuterei am Schlangenfluss – 1952; Winchester 73 – 1950) seine erste Hauptrolle und etabliert sich als guter Kerl mit der damaligen Zeit angemessenen Moralvorstellungen. Selbstverständlich verliebt er sich sofort in seine Passagierin, selbstverständlich steht er ihr zur Seite wie ein Galan, selbstverständlich würde er sie aber auch auf die kleine Insel abschleppen – sicher nicht, um den schönen Sandstrand zu bewundern.
"Sea Devils" ist als Abenteuerfilm so flach, wie das Wasser im Kanal zwischen England und Frankreich. Hier fahren keine stolzen Dreimaster über die Weltmeere, Raoul Walsh (Des Königs Admiral – 1951; Der Tiger – 1951; "Maschinenpistolen" – 1949; Entscheidung in der Sierra – 1941; Nachts unterwegs – 1940; Die wilden Zwanziger – 1939) begnügt sich mit kleiner Schaluppen für Fischer, die zur Not auch dreimal am Tag – oder in der Nacht – über den Kanal fahren. Darum geht es vor allem in diesem Film. Dauernd fährt jemand mit der Schaluppe nach Frankreich oder auf die Kanalinsel Guernsey. Es ist ein dauerndes Hin und Her.
Im Mittelpunkt steht eine Geheimdienstaktion, mittels derer die Engländer etwaige Pläne Napoleons, England zu erobern, aufdecken wollen. Dazu wird eine falsche Gräfin auf ein Schloss an der französischen Küste gebracht, wo sie die Informationen sammeln und zurück kommen soll. Im Grunde geht auch alles glatt. Der englische Geheimdienst hat nur nicht mit dem erst verletzten Stolz und dann der entflammten Liebe eines Fischers auf Guernsey gerechnet, der diesen Plan nun dauernd in der ein oder anderen Weise durchkreuzt; erst, weil er sich betrogen fühlt, dann, weil er die Lady in Not retten will, dann, weil er der einzige ist, der den mittlerweile schwer wackligen Geheimdienst-Plan noch retten kann.
Noch etwas Aufregung bringt Rantaine ins Spiel. Das ist auf Guernsey der andere Schmuggler, dabei aber einer, der seiner Großmutter „die Bettwäsche klaut, um sie ihr dann wieder zu verkaufen“. Er und Gilliatt können sich nicht leiden, prügeln sich bisweilen und Rantaine versucht dauernd, Gilliat an französische oder anderer Leut Messer zu liefern. Von dieser Rivalität abgesehen, liefert der Film handfestes Handwerk von allen Beteiligten, ohne zu glänzen.
