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Kinoplakat: Money Train

Eine Enttäuschung
Platt und blöd

Titel Money Train
(Money Train)
Drehbuch Doug Richardson + David Loughery
Regie Joseph Ruben, USA 1995
Darsteller

Wesley Snipes, Woody Harrelson, Jennifer Lopez, Robert Blake, Chris Cooper, Joe Grifasi, Scott Sowers, Skipp Sudduth, Vincent Laresca, Nelson Vasquez, Vincent Patrick, Aida Turturro, Alvaleta Guess, Vincent Pastore, David Tawil u.a.

Genre Action
Filmlänge 110 Minuten
Deutschlandstart
11. Januar 1996
Inhalt

Die beiden U-Bahn-Undercover-Cops John und Charlie bekommen eine neue Kollegin zur Seite gestellt: Grace Santiago. Als der spielsüchtige Charlie finanziell in der Klemme sitzt, hilft John ihm mit seinen Ersparnissen aus, doch das Geld wird in der U-Bahn gestohlen.

Kinoplakat: Money Train

Ehe John ihn davon abhalten kann, stecken beide mitten im Actionstress …

Was zu sagen wäre

Als der Film so halb rum ist, erinnert man sich daran, dass davon die Rede war, dass ein U-Bahn-Zug mit viel Geld an Bord überfallen werden sollte. Bisher passiert ist dieser Richtung da allerdings wenig. Wir haben eine ganze Weile dabei zugesehen, wie sich dieses – allen Ernstes – brüderpaar kabbelt, wie sich Woody Harrelson (Natural Born Killers – 1994; Machen wir's wie Cowboys – 1994; Ein unmoralisches Angebot – 1993; Doc Hollywood – 1991; L.A. Story – 1991) in finanziell große Schwierigkeiten bringt, wie beide sich um Jennifer Lopez balgen, die dann sehr schnell Wesley Snipes ("Drop Zone" – 1994; Demolition Man – 1993; Die Wiege der Sonne – 1993; Passagier 57 – 1992) für sich gewinnen kann und wie beide einen Feuerteufel im U-Bahnschacht ausschalten.

Und wir haben einen Chef kennengelernt, der alle Attribute besitzt, die das traditionell liberale Hollywood einem Typen anhängen kann, der als Arschloch kenntlich gemacht werden soll. Nur eine Geschichte, also eine, die irgendwie auf irgendwas aufbaut, die irgendwohin treibt, die sich entwickelt, haben wir nicht erlebt.

Alle Herausforderungen, die das Drehbuch erfindet, sind drei Seiten später erledigt. Feuerteufel? Erledigt! Jennifer Lopez? Zugeteilt! Nichts baut hier auf Vorherigem auf. Alles wird bald langweilig. Viel zu sehr kaprizieren sich Regisseur Joseph Ruben ("Der Feind in meinem Bett" – 1991) und sein Autor Doug Richardson (Bad Boys – Harte Jungs – 1995; Stirb Langsam 2 – 1990) darauf, den Buddy-Zauber wiederzuerwecken, den Snipes und Harrelson vor drei Jahren auf den Basketballplätzen Manhattans in "Weiße Jungs bringen's nicht" entfachten. Geht aber schief; klappt nicht. Die Chemie zwischen den beiden ist schon okay. Aber daraus entsteht nichts.

Rund zwei Stunden dauert der Film und erst vierzig Minuten vor dem Abspann macht sich Woody Harrelson auf die Socken, diesen Money Train zu kapern. Spannung kommt da schon keine mehr auf, denn ein raffinierter Raub, wie etwa damals in Stoppt die Todesart der U-Bahn 1-2-3 (1974) ist jetzt schon nicht mehr glaubhaft zu erzählen. Statt dessen hat die Produktion offenbar Dreiviertel des Produktionsbudgets in dieser letzten vierzig Minuten gesteckt, denn nun lässt es die Regie Actiontechnisch nochmal ordentlich krachen, inklusive entgleisendem U-Bahnwaggon. Den hatte vor einem halben Jahr allerdings schon Cop John McClane besser in Die hard with a Vengeance (1995).

Von einem Film mit Woody Harrelson, Wesley Snipes und mit Jennifer Lopez hätte ich zumindest Witz und charmante Oberfläche erwartet. Aber beides ist unterirdisch wie die Subway.

Geeignet für nicht mehr ganz wache Donnerstagnächte.

Wertung: 3 von 11 D-Mark
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