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Plakatmotiv: Die Überlebenskünstler (1983)

Eine interessante Ausgangsidee zerfasert in
langweilige Bilder mit bekannten Gesichtern

Titel Die Überlebenskünstler
(The Survivors)
Drehbuch Michael Leeson
Regie Michael Ritchie, USA 1983
Darsteller

Walter Matthau, Robin Williams, Jerry Reed, James Wainwright, Kristen Vigard, Annie McEnroe, Anne Pitoniak, Bernard Barrow, Marian Hailey, Joseph Carberry, Skipp Lynch, Marilyn Cooper, Meg Mundy, Yudie Bank, Michael P. Moran, Norma Pratt, John De Bello, Del Hinkley u.a.

Genre Komödie
Filmlänge 103 Minuten
Deutschlandstart
14. September 1987 (Videopremiere)
Inhalt

Der quirlige Manager Donald Quinelle verliert seine Stelle auf absurde Weise. In einem Café weint er sich aus und ärgert damit den grantelnden Sonny Paluso. Obwohl sie sich nicht leiden können, schweißt ein Überfall auf das Café sie zusammen, indem sie Jack, den Gangster, gemeinsam überwältigen.

Als Jack auf Kaution freikommt, möchte er sich an den beiden rächen. Während Sonny die Füße stillhalten will und mit Jack später ein Schweigeabkommen eingeht, entdeckt Donald die Faszination von Waffen und Selbstverteidigung, zumal er sich in den Medien als Held dargestellt hat. Er nimmt an einer paramilitärischen Trainingstruppe hoch in den Bergen teil, die von Wes Huntley auf den zu erwartenden Zusammenbruch der Gesellschaft mit folgendem Ressourcenkrieg vorbereitet wird.

Donald – und auch Sonny, der sich für Donald verantwortlich fühlt – muss erkennen, dass er kein harter Kämpfer ist, sondern vor allem sich selbst überschätzt …

Was zu sagen wäre

Das Leben in den USA 1983 ist nicht anders, als das vor hundert Jahren, als das noch der Wilde Westen war. Die Menschen wohnen zwar komfortabler mit Heizung und fließendem Wasser, aber Sicherheit haben sie nicht. Glauben sie sich nach acht aufopferungsvollen Jahren in einem sicheren Job, werden sie am nächsten Morgen gefeuert – nicht mal vom Chef persönlich, sondern von einem dressierten Papagei. Besitzen sie eine Tankstelle, kündigt ihnen der Benzinlieferant und fünf Minuten später fliegt die Zapfsäule wegen einer unachtsam weggeworfenen Zigarette in die Luft. Will man den Frust eines solchen Tages dann im nahegelegenen Diner runterspülen, wird man von einem Bewaffneten Ladenräuber mit Strumpfmaske überfallen.

Um in einer solchen Welt zu überleben, braucht man die Fähigkeiten der Männer aus jenem Wilden Westen. Folglich boomt das Geschäft mit dem Überlebenstraining draußen in den verschneiten Wäldern.

Das ist eine schöne Idee für einen Film. Das kann sicher ganz lustig werden. Oder actionreich. Oder spannend. Irgendwas jedenfalls. Jedenfalls, wenn man als Filmproduzent wirklich an dieser Idee interessiert wäre. Das ist Regisseur Michael Ritchie aber nicht (Freibeuter des Todes – 1980; "Zwei ausgebuffte Profis" – 1977; "Die Bären sind los" – 1976; Bill McKay – Der Kandidat – 1972; Die Professionals – 1972; "Schussfahrt" – 1969). Plakatmotiv (US): The Survivors (1983) Seine Produzenten brauchen ein Vehikel für komische Nummern mit Walter Matthau (Extrablatt – 1974; Erdbeben – 1974; Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3 – 1974; "Die Kaktusblüte" – 1969; Ein seltsames Paar – 1968; Der Glückspilz – 1966; Die 27. Etage – 1965; "Angriffsziel Moskau" – 1964; Charade – 1963; Der Mann aus Kentucky – 1955) und wollen bei der Gelegenheit die komischen Qualitäten des aufstrebenden Robin Williams testen, der in Fernsehen und auf der Leinwand erste Achtungserfolge belegt hat (Garp und wie er die Welt sah – 1982; "Mork vom Ork" – 1978; "Popeye – Der Seemann mit dem harten Schlag" – 1980).

Müde reiht sich Szene an Szene. Aus keiner entwickelt sich Spannung. Ist Walter Matthaus Figur sauer, weil Robin Williams seine Tankstelle mit Benzin überflutet hat? Nein! Ist umgekehrt Williams' Figur sauer, weil Matthaus Figur sie in diesen folgenreichen Ladenüberfall reingezogen hat? Nein! Beide sind strahlende Vertreter des American Way of Life: Beide haben gerade ihre Existenz verloren, gehen aber unverdrossen ihren Alltagsgeschäften nach, haben den Optimismus, dass es schon weitergehen wird, nicht verloren. Das Drehbuch vergisst allerdings, entsprechende Perspektiven auf eine neue Existenz im Film wenigstens anzudeuten.

Stattdessen kauft sich Robin Williams halbautomatische Waffen und geht ins Boot Camp, während Walter Matthau sich mit dem Ladenräuber auseinandersetzen muss, weil er dessen Gesicht unter der Strumpfmaske erkannt hat. Aber der ist eigentlich auch ein ganz Lieber, der lieber keine Diner überfällt und keine Leute erschießt und also passiert auch Walter Matthau nichts und ist also wegen deutlicher Offensichtlichkeit auch dieser Spannungsbogen ein Bogen ohne Spannung.

Im Überlebenstraings-Camp versammeln sich waffenvernarrte Unterlinge, die an die Message des Ausbilders glauben, dass die USA kurz vor der feindlichen Übernahme durch finstere, wahrscheinlich kommunistische, auf jeden Fall aber ausbeuterische Subjekte stehen. Bis sich herausstellt, dass der Ausbilder selbst der Ausbeuter ist, der aus der Angst der Nachbarn ein einträgliches Geschäftsmodell modelliert hat.

So zerfasert diese nicht lustige Komödie, in der fürs Auge noch eine 16-jährige, rothaarige Tochter keine Rolle spielt, in Einzelbilder, die im besten Fall irgendwas über Vertrauen in den schweren Zeiten des modernen Wilden Westens erzählen.

Wertung: 3 von 9 D-Mark
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