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Plakatmotiv: Laurel & Hardy – Hinter Schloss und Riegel (1931)

Zwischendurch gehen die Ideen aus.
Dafür wird plötzlich viel gesungen.

Titel Laurel + Hardy – Hinter Schloss und Riegel
(Pardon Us)
Drehbuch H.M. Walker
Regie James Parrott, USA 1931
Darsteller

Stan Laurel, Oliver Hardy, June Marlowe, Wilfred Lucas, James Finlayson, Walter Long, Tiny Sandford, Frank Austin, Chester A. Bachman, Eddie Baker, Harry Bernard, Phil Bloom, Bobby Burns, Baldwin Cooke, Al Corporal, Charles Dorety, Gordon Douglas u.a.

Genre Komödie, Slapstick
Filmlänge 56 Minuten
Deutschlandstart
23. April 1932
Inhalt

Wegen Schwarzbrennerei und Alkoholschmuggel landet das Gespann Laurel und Hardy im Gefängnis. Die Ereignisse überschlagen sich, als sie unschuldig in einen Ausbruchsversuch verwickelt werden, was ihre Haftbedingungen verschärft.

Als sie einen weiteren Fluchtversuch verhindern, werden sie zur Belohnung begnadigt …

Was zu sagen wäre

Das Leben Anfang der 1930er Jahre in den USA war hart. Die Wirtschaftskrise hielt das Land im Würgegriff, Arbeitsplätze waren Mangelware, insbesondere für ungelernte Arbeiter. Stanley und Oliver waren nicht die einzigen, die schwarz Schnaps brannten, den sie – es galten die Prohibitionsgesetze – gewinnbringend verkaufen wollten. Man sollte das illegale Zeugs nur nicht an einen Polizisten verkaufen.

Mit dieser in wenigen Bildern erzählten Vorgeschichte beginnt eine Persiflage auf das Filmgenre Gefängnisfilm. Stan und Ollie werden Spielball einer Clique ganz harter Kerle, die sich mit ihrem Leben hinter Gittern nicht abfinden. Und die harten Kerle werden ein ums andere Mal Spielball der Tollpatschereien von Stan und Ollie. Plakatmotiv: Laurel & Hardy – Hinter Schloss und Riegel (1931) Im Laufe des Films gelingt ihnen eher zufällig die Flucht aus dem Gefängnis; dass sie nicht gefunden werden liegt daran, dass sie sich auf den nahen Baumwollfeldern Russ in Gesicht und Hände schmieren und somit als schwarze Wanderarbeiter durchgehen. Da verlässt der Film eine Zeit lang seine Geschichte und zeigt Baumwollpflücker, die während der Ernte schön singen können. Diese Sequenz zieht sich. Bis Stan und Ollie erwischt und ins Gefängnis zurückgebracht werden. Auch dort wird plötzlich sanft gesungen, aber wenigstens nimmt die Geschichte wieder Fahrt auf.

Stan Laurel beweist eine Meisterschaft an der Tücke des Objekts. Wenn er mehrmals versucht, seine Arme zu verschränken und diese immer auseinander rutschen, wenn er nach jedem Satz ein Pfeifgeräusch erzeugt, weil er einen hohlen Zahn hat, auch wenn er und Ollie nur einen Feuerwehrschlauch anschließen – es endet zuverlässig in grandiosem Slapstick.

Dieser Film war der erste eigene abendfüllende Spielfilm von Laurel und Hardy und bildete eine Art Neuverfilmung des Stummfilms "Dem Henker entronnen" (The Second Hundred Years) aus dem Jahre 1927. Im deutschen Fernsehen lief der Film auch unter den Titeln "Dick und Doof im Gefängnis" und "Wir bitten um Gnade".

Ursprünglich angelegt war "Hinter Schloss und Riegel" als weiterer Kurzfilm, weil, obwohl Spielfilme zu jener Zeit immer mehr gefragt waren, Produzent Hal Roach klar war, dass es viel schwerer wäre, Gags für eine Stunde zu entwickeln, die sich ständig auf einen Schlussgag hin steigern müssen. "Pardon Us" als Kurzfilm zu drehen stand also schon fest und sollte bei den Kulissen des MGM-Filmes "Das Zuchthaus" gedreht werden. Allerdings verlangte MGM als Gegenleistung, sich Laurel und Hardy für einen ihrer Filme ausborgen zu dürfen, was Roach ablehnte. Aus diesem Grund ließ er in seinen eigenen Studios neue, aber aufwendige Bauten errichten und musste so, um die Kosten wieder einzuspielen, den Kurzfilm in einen Spielfilm umwandeln. Roach absolvierte im Film einen Cameo-Auftritt als marschierender Gefangener.

Aufgrund der damals noch nicht möglichen Synchronisation wurde neben der englischen auch noch eine französische, deutsche, italienische und spanische Fassung gedreht, wobei die Künstler von Texttafeln hinter der Kamera ablasen.

Wertung: 4 von 6 D-Mark
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