Wegen Schwarzbrennerei und Alkoholschmuggel landet das Gespann Laurel und Hardy im Gefängnis. Die Ereignisse überschlagen sich, als sie unschuldig in einen Ausbruchsversuch verwickelt werden, was ihre Haftbedingungen verschärft.
Als sie einen weiteren Fluchtversuch verhindern, werden sie zur Belohnung begnadigt …
Das Leben Anfang der 1930er Jahre in den USA war hart. Die Wirtschaftskrise hielt das Land im Würgegriff, Arbeitsplätze waren Mangelware, insbesondere für ungelernte Arbeiter. Stanley und Oliver waren nicht die einzigen, die schwarz Schnaps brannten, den sie – es galten die Prohibitionsgesetze – gewinnbringend verkaufen wollten. Man sollte das illegale Zeugs nur nicht an einen Polizisten verkaufen.
Mit dieser in wenigen Bildern erzählten Vorgeschichte beginnt eine Persiflage auf das Filmgenre Gefängnisfilm. Stan und Ollie werden Spielball einer Clique ganz harter Kerle, die sich mit ihrem Leben hinter Gittern nicht abfinden. Und die harten Kerle werden ein ums andere Mal Spielball der Tollpatschereien von Stan und Ollie.
Im Laufe des Films gelingt ihnen eher zufällig die Flucht aus dem Gefängnis; dass sie nicht gefunden werden liegt daran, dass sie sich auf den nahen Baumwollfeldern Russ in Gesicht und Hände schmieren und somit als schwarze Wanderarbeiter durchgehen. Da verlässt der Film eine Zeit lang seine Geschichte und zeigt Baumwollpflücker, die während der Ernte schön singen können. Diese Sequenz zieht sich. Bis Stan und Ollie erwischt und ins Gefängnis zurückgebracht werden. Auch dort wird plötzlich sanft gesungen, aber wenigstens nimmt die Geschichte wieder Fahrt auf.
Stan Laurel beweist eine Meisterschaft an der Tücke des Objekts. Wenn er mehrmals versucht, seine Arme zu verschränken und diese immer auseinander rutschen, wenn er nach jedem Satz ein Pfeifgeräusch erzeugt, weil er einen hohlen Zahn hat, auch wenn er und Ollie nur einen Feuerwehrschlauch anschließen – es endet zuverlässig in grandiosem Slapstick.
Dieser Film war der erste eigene abendfüllende Spielfilm von Laurel und Hardy und bildete eine Art Neuverfilmung des Stummfilms "Dem Henker entronnen" (The Second Hundred Years) aus dem Jahre 1927. Im deutschen Fernsehen lief der Film auch unter den Titeln "Dick und Doof im Gefängnis" und "Wir bitten um Gnade".
Ursprünglich angelegt war "Hinter Schloss und Riegel" als weiterer Kurzfilm, weil, obwohl Spielfilme zu jener Zeit immer mehr gefragt waren, Produzent Hal Roach klar war, dass es viel schwerer wäre, Gags für eine Stunde zu entwickeln, die sich ständig auf einen Schlussgag hin steigern müssen. "Pardon Us" als Kurzfilm zu drehen stand also schon fest und sollte bei den Kulissen des MGM-Filmes "Das Zuchthaus" gedreht werden. Allerdings verlangte MGM als Gegenleistung, sich Laurel und Hardy für einen ihrer Filme ausborgen zu dürfen, was Roach ablehnte. Aus diesem Grund ließ er in seinen eigenen Studios neue, aber aufwendige Bauten errichten und musste so, um die Kosten wieder einzuspielen, den Kurzfilm in einen Spielfilm umwandeln. Roach absolvierte im Film einen Cameo-Auftritt als marschierender Gefangener.
Aufgrund der damals noch nicht möglichen Synchronisation wurde neben der englischen auch noch eine französische, deutsche, italienische und spanische Fassung gedreht, wobei die Künstler von Texttafeln hinter der Kamera ablasen.
Die Langfilme mit Stan Laurel und Oliver Hardy als Duo
Laurel und Hardy waren ein US-amerikanisches Komiker-Duo, das aus Stan Laurel und Oliver Hardy bestand. 1921 sowie zwischen 1926 und 1951 drehten sie zusammen 106 Filme (79 Kurzfilme, 27 Spielfilme), Gastauftritte mit eingerechnet. Sie gelten als eines der berühmtesten und erfolgreichsten Film-Duos aller Zeiten. Im deutschen Sprachraum sind Laurel und Hardy auch unter den Bezeichnungen Dick und Doof oder Stan & Ollie bekannt. Während Oliver Hardy sich hauptsächlich als Schauspieler in die gemeinsame Arbeit einbrachte, gilt Stan Laurel als der kreative Kopf des Duos. Er entwickelte nicht nur zahlreiche Gags und Drehbücher, sondern führte bei vielen ihrer Filme de facto Regie und arbeitete am Schnitt. In den Filmen verkörperte Stan die einfältig-kindliche Figur, während Hardy als sein leicht wichtigtuerischer, väterlicher Partner leiden muss. Der Humor von Laurel und Hardy ist geprägt durch Slapstick-Einlagen, die oft Zerstörungsorgien zur Folge haben. Weitere Gags entstanden durch das Tit for Tat („Wie du mir, so ich dir“). In der Tonfilmzeit kamen auch Dialogwitze hinzu.
Hier sind alle Langfilme aufgeführt, in denen das Duo die Hauptrolle spielte.
- Hinter Schloss und Riegel aka Wir bitten um Gnade (Pardon Us, 1931)
- Die Teufelsbrüder / Vergiss deine Sorgen (Pack Up Your Troubles, 1932)
- Die Sittenstrolche / Hände hoch – oder nicht (The Devil’s Brother, 1933)
- Die Wüstensöhne (Sons of the Desert, 1933)
- Hollywood Party (Hollywood Party, 1934)
- Rache ist süß aka Die lieben Kleinen im Spielzeugland (Babes in Toyland, 1934)
- Das Mädel aus dem Böhmerwald / Lustig ist das Zigeunerleben (The Bohemian Girl, 1936)
- Ritter ohne Furcht und Tadel aka Im Wilden Westen aka Zwei ritten nach Texas (Way out West, 1937)
- Das Schweizermädel (Swiss Miss, 1938)
- Die Klotzköpfe (Blockheads, 1938)
- In der Fremdenlegion aka Fliegende Teufelsbrüder (The flying Deuces, 1939)
- In Oxford (A Chump At Oxford, 1940)
- Auf hoher See aka Deppen zur See (Saps At Sea, 1940)
- Schrecken der Kompanie (Great Guns, 1941)
- Dick und Doof in geheimer Mission / Fauler Zauber (A-Haunting We Will Go, 1942)
- Luftschutzwarte / Schrecken aller Spione (Air Raid Wardens, 1943)
- Dick und Doof und die Wunderpille / Jitterbugs (Jitterbugs, 1943)
- Die Tanzmeister (The Dancing Masters, 1943)
- Der große Knall / Der große Krach (The Big Noise, 1944)
- Die Leibköche seiner Majestät / Nichts als Ärger (Nothing but Trouble, 1944)
- Stierkämpfer wider Willen / Die Stierkämpfer (The Bullfighters, 1945)
- Atoll K aka Dick und Doof erben eine Insel (Atoll K / Utopia, 1951)
