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Plakatmotiv (US): Laurel & Hardy – A Chump at Oxford (1940)

Zwei Komödianten bieten die
hohe Kunst des Komischen

Titel Laurel + Hardy – In Oxford
(A Chump at Oxford)
Drehbuch Charley Rogers & Felix Adler & Harry Langdon
Regie Alfred J. Goulding, USA 1940
Darsteller

Stan Laurel, Oliver Hardy, Forrester Harvey, Wilfred Lucas, James Finlayson, Forbes Murray, Frank Baker, Eddie Borden, Gerald Rogers, Victor Kendall, Gerald Fielding, Charlie Hall, Peter Cushing, Evelyn Barlow, Louise Bates, Harry Bernard, Stanley Blystone, Tom Costello, Richard Cramer u.a.

Genre Komödie, Slapstick
Filmlänge 62 Minuten
Deutschlandstart
17. Juni 1950
Inhalt

Die Straßenkehrer Stan und Ollie verhindern unwissentlich einen Bankraub. Darüber ist der Bankdirektor so dankbar, dass er den beiden eine Ausbildung vom Feinsten spendiert: ein Studium in Oxford.

Dort angekommen, stolpern sie von einem Unglück ins andere – bis Stan sich in einen Lord verwandelt …

Was zu sagen wäre

Laurel und Hardy auf der Höhe ihrer Kunst. Ihre Kunstfiguren Stan + Ollie halten sich mit Tagelöhnerjobs über Wasser, die sie nie lange behalten, weil sie, wie sie selbst stolz zugeben, völlig ungebildet und strohdumm sind. Selbst als Straßenkehrer bringen sie noch Autoreifen zum Platzen und Bankräuber zum Sturz.

Es ist eine große Lust, den beiden zuzusehen, wie sie stets durch Zufall und Glück auf die sonnige Seite des Lebens gezogen werden, hier durch einen dankbaren Bankier, und diese Sonnenseite dann in aller Seelenruhe durch ihre Ungeschicklichkeiten wieder zerstören. Hier sind es missgünstige Studenten an der Eliteuniversität Oxford, die den beiden böse Streiche spielen, die den Dekan der Universität gegen sie aufbringen soll. Plakatmotiv: Laurel & Hardy – Wissen ist Macht (1940) Das bekommen Stan und Ollie gerade so hingebogen, da verwandelt sich Stan durch einen Schlag auf den Kopf in einen reichen Gönner der Universität, der vom Dekan hofiert wird und der seinen alten Freund Ollie nicht wiedererkannt und ihn zum Butler degradiert. Bis er wieder einen Schlag auf den Kopf bekommt.

In diesem Film spielt die erdrückende Klassengesellschaft eine große Rolle. Er variiert die Geschichte vom Kampf des Kleinen Mannes um ein bisschen Würde und Anerkennung in verschiedenen Versionen; dass dieser Kampf letztlich immer verloren geht, geschieht in diesem Film zum großen Vergnügen des Publikums, dem es draußen vor dem Kinosaal ähnlich schwer fällt, nach den Jahren der Weltwirtschaftskrise in einer Welt, die nicht auf sie gewartet hat, Fuß zu fassen. Bevor sie nach Oxford kommen, finden die Tagelöhner eine Anstellung als Butler-Ehepaar bei einem reichen Magnaten. Dafür muss sich Stan als Frau verkleiden. Beide zusammen verwandeln dann eine feine Abendgesellschaft mit Champagnerduschen, fliegenden Tabletts und halb nackt (für damalige Verhältnisse) in eine Trümmerwüste.

Diese Geschichte hatte mit dem Oxford-Teil zunächst gar nichts zu tun. Ursprünglich war "Laurel + Hardy in Oxford" nur etwa 43 Minuten lang. Die aktuellen ersten 20 Minuten, die Stan und Ollie als Butler zeigen, waren ein Remake des 1927 entstandenen Films "From Soup to Nuts" und wurden letztendlich in den Film hineingeschnitten. Zuerst war auch jenes Remake als Kurzfilm geplant und wäre der erste Kurzfilm seit 1935 gewesen. Der Film stellt eine lose Parodie des ein Jahr zuvor erschienenen Films "Der Lausbub aus Amerika" ("A Yank at Oxford" – 1938) dar, beispielsweise die Verfolgung Stan und Ollies durch die wütenden Studenten. Auch der englische Originaltitel "A Chump At Oxford" ("Ein Depp in Oxford") spielt darauf an.

Während Ollie, den Stan während seiner Phase als reicher Gönner unablässig „Dickerchen“ nennt, wie gewohnt die meisten Wasserfontänen ins Gesicht und Gegenstände an den Kopf bekommt, glänzt Stan Laurel mit einer großartigen Nummer, die Körperbeherrschung verlangt. Verloren in einem nächtlichen Labyrinth döst er vor sch hin, während ein Student hinter der Hecke versucht, in mit seiner eigenen Hand aus dem Konzept zu bringen. Wie Laurel über Minuten lang mit Händen agiert, als wären es alle seine, ist fantastisch und ein Beweis, dass in diesen vermeintlich albernen "Dick + Doof"-Geschichten viel Arbeit steckt und Komödie die größte Kunstfertigkeit verlangt.

Wertung: 5 von 6 D-Mark
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