Kinoplakat: Schiffsmeldungen
Hier ist ein Juwel im
schrillen Kinogetöse
Titel Schiffsmeldungen
(The Shipping News)
Drehbuch Robert Nelson Jacobs
nach dem Roman von E. Annie Proulx
Regie Lasse Halström, USA 2001
Darsteller Kevin Spacey, Julianne Moore, Judi Dench, Cate Blanchett, Pete Postlethwaite, Scott Glenn, Rhys Ifans, Gordon Pinsent, Jason Behr, Larry Pine u.a.
Genre Drama
Filmlänge 111 Minuten
Deutschlandstart
28. März 2002
Website miramax.com/the-shipping-news
Inhalt

Quoyle lässt sein altes Leben hinter sich: Der Zeitungsmann aus New York hat ein Leben voller Demütigungen hinter sich. Keine Höhepunkte. Seine Frau Petal, von der er sich völlig entfremdet hat, starb gerade bei einem Autounfall. Seine Tante, die resolute Agnis, steht also plötzlich in der Tür. Kurzerhand entscheidet sie, dass Quoyle und dessen Tochter Bunny in Quoyles Heimat Neufundland zurückkehren werden. Er soll ein neues Leben anfangen.

Das winzige Fischerdorf Killick-Claw. Die See, der Fischfang, das Klima, alles ist ihm fremd. Zu seiner eigenen Überraschung bekommt er einen Job als Reporter bei der Lokalzeitung „The Gammy Bird”, für die er bald in der Kolumne „Schiffsmeldungen” die Geschichten anlegender Boote und ihrer Besitzer aufschreibt. Durch seine Arbeit wird er in dunkle Familiengeheimnisse der nach außen einfachen und liebenswerten Einheimischen gezogen. Und auch er wird in Albträumen von Petal heimgesucht.

Bis er endlich sein Schicksal selbst in die Hand nimmt. Unterstützt von Menschen, die alle eine Last zu schleppen haben - der urige Verleger Buggit etwa, Wavey Prowse, die allein erziehende Mutter eines behinderten Kindes, zu der Quoyle bald mehr als nur platonische Gefühle entwickelt …

Was zu sagen wäre

Zum heulen schön! Ein wundervolles Juwel in der noch recht öden Filmlandschaft 2002. Kevin Spacey dreht seine Rolle aus „American Beauty” noch drei Schmerzumdrehungen weiter und niemals zuvor hat - ich weiß, damit stehe ich im weiten Rund allein - Julianne Moore mich überzeugen können. Hier schafft sie es sogar in der schwierigen Rolle der Love-Interest und alleinerziehenden Mutter. Meine Verehrung für Dame Judi Dench ist noch einmal gewachsen.

Lasse Hallström (geboren am 2. Juni 1946 in Stockholm) hat schon viele schöne Filme gemacht; dieser hier ist sein schönster. In seiner schwedischen Heimat hatte er sich schon einen Namen gemacht als Regisseur von „ABBA: Der Film” (1977) und „Mein Leben als Hund” (1985). In den USA inszenierte er 1991 „Ein charmante Ekel” mit Richard Dreyfuss. Es folgten „Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa” (1993), ”Gottes Werk & Teufels Beitrag” (OSCAR-Nominierung 2000), „Chocolat” (2000).

Den kahle Flecken in Neufundland in einen heimeligen Platz zu verwandeln, dazu gehört die hohe Kunst in der Regie, ein ausgezeichneter Kameramann (Oliver Stapleton) und ein Schauspieler-Ensemble, das ggf. vorhandene Ego-Gelüste in der Garderobe gelassen hat - wenn es einen Ort auf dieser Welt gibt, an dem so eine Ansammlung von hilfreichen und freundlichen Menschen lebt  -egal wo - dann würde ich da gerne wohnen!

 

Wertung: 7 von 6 €uro