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Plakatmotiv: Der Dünne Mann kehrt heim (1944)

Die Vergangenheit des Detektivs
in der Bigotterie der Kleinstadt

Titel Der Dünne Mann kehrt heim
(The Thin Man Goes Home)
Drehbuch Robert Riskin & Dwight Taylor & Harry Kurnitz
mit Charakteren erfunden von Dashiell Hammett
Regie Richard Thorpe, USA 1944
Darsteller

William Powell, Myrna Loy, Lucile Watson, Gloria DeHaven, Anne Revere, Helen Vinson, Harry Davenport, Leon Ames, Donald Meek, Edward Brophy, Lloyd Corrigan, Anita Sharp-Bolster, Ralph Brooke, Morris Ankrum, Nora Cecil, Minor Watson, Irving Bacon u.a.

Genre Krimi, Komödie
Filmlänge 100 Minuten
Deutschlandstart
24. Juli 1992 (TV-Premiere)
Inhalt

Nick und Nora Charles fahren über ein Wochenende zu Nicks Eltern nach Sycamore Springs. Nicks Verhältnis zu seinem Vater ist seit jeher gespannt, sollte er doch auf den Wunsch seines Vaters wie dieser Arzt werden.

In Sycamore Springs wiederum glaubt jeder, dass Nick wegen eines (Mord-)Falls in der Stadt sei. Die Bewohner begrüßen ihn teils enthusiastisch: Die junge Schauspielschülerin Laura Belle Ronson, Tochter des Bankiers Sam, weniger ihr eifersüchtiger Freund Tom Clayworth, sein Vater, der Arzt Bruce Clayworth, und auch der Postkartenverkäufer Brogan, der Nick noch aus seiner Zeit als Verbrecher kennt.

Tatsächlich wird kurze Zeit später der junge Peter Berton an Nicks Haustüre und vor dessen Augen erschossen …

Was zu sagen wäre

Die kleine amerikanische Stadt als Spiegel der großen Gesellschaft. Sycamores Springs gilt den Bewohnern als friedliche Stadt. Wenn man hier ein Verbrechen finden und aufdecken wolle, müsse man es zuvor selbst begehen, sagen die Leute. Plakatmotiv (US): The Thin Man Goes Home (1944) Aber kaum kommt der berühmte Detektiv Nick Charles in diese kleine, seine Heimatstadt, sind alle in heller Aufregung, ob er wegen eines Falles da sei. Einige fühlen sich schon halb überführt, da hat Nick kaum seinen Mantel in die Garderobe gehängt.

Zum fünften Mal ermittelt Nick Charles in einem Mordfall, der dann (wieder) nicht der einzige bleibt. Manches ist anders als früher. Weniger Alkohol, weniger Kabbeleien zwischen den Eheleuten. Nachdem wir in früheren Filmen Noras schwer reiche Familie kennengelernt haben, lernen wir jetzt Nicks Eltern in der Kleinstadt kennen und die kleinen Verwerfungen, die es in der Familie gegeben hat, und die Nick noch nachhängen und lange ferngehalten haben.

Der Film hat eine andere Farbe, weil die Regie gewechselt. Ursprünglich war geplant gewesen, "Der dünne Mann kehrt heim" direkt im Anschluss an Der Schatten des dünnen Mannes (1941) zu drehen. Doch Myrna Loy hatte 1942 geheiratet und begonnen, in New York für das Rote Kreuz zu arbeiten. Die USA befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Zweiten Weltkrieg. Der Beginn der Dreharbeiten verzögerte sich um rund zwei Jahre, sie begannen im Mai und endeten im Juli 1944. W.S. Van Dyke saß nicht mehr auf dem Regiestuhl, er war 1943 verstorben. Der neue Regisseur, Richard Thorpe, wiederum wurde kurz vor Ende der Dreharbeiten von Norman Taurog vertreten, da Thorpe bereits mit der Arbeit an "Flitterwochen zu dritt" begonnen hatte. "…goes home" war auch für Asta der erste Film der Dünnen-Mann-Filmreihe. Der ursprüngliche Filmhund hatte durch einen jüngeren Terrier ersetzt werden müssen.

Der Mordfall ist hochkomplex. Es geht um billige Gemälde, die zu teuer verkauft werden, um Industriespionage, ein uneheliches Kind und heftige Eifersucht. Dem Zuschauer präsentiert sich in Sycamores Springs ein beschauliches Städtchen, in dem freilich kaum ein Bewohner kleinstädtisch freundlich ist. In verrauchten Billardläden sehen wir Fabrikarbeiter mit schlechten Manieren, wir erleben korrupte Bankiers, die Ermittlungen mit der Drohung verhindern wollen, bewilligte Kredite zu stornieren. Und außerdem lernen wir wieder Polizisten kennen, die ohne den erfolgreichen Detektiv aufgeschmissen wären.

Das Eheleben von Nora und Nick verläuft in entspannten Bahnen. Nora erfährt einiges über Nicks Jugend und seine angeblich vielen Mädchengeschichten. Nick trickst sie weiterhin aus, wenn er allein ermitteln, sie aber unbedingt mitkommen will; diesmal drückt er sie einem tanzwilligen Matrosen auf einer Benefizveranstaltung in den Arm, der mit ihr einen wilden Jitterbug aufs Parkett legt. Beide trinken auffallend wenig, weil Nick bei seinem Vater, der Arzt ist, im Ruf steht, ein Alkoholiker zu sein.

Es wirkt, als habe die unfreiwillige Produktionsverzögerung sowie der Wechsel in der Regie der Serie gut getan. Die Schauspieler sind aufmerksam bei der Sache, lassen sich auf die andere Regiehandschrift ein und vor allem William Powell hat seinem Nick nochmal ein paar neue Gesichtsmuskeln freischalten können.

Wertung: 4 von 6 D-Mark
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