Beim New Yorker Pferderennen wird ein Jockey ermordet aufgefunden. Die Presse stürzt sich auf den Fall, allen voran der unbeliebte, da egoistische, Journalist Whitey Barrow.
Dass Nick und Nora Charles sich das Pferderennen ansehen wollten und daher zufällig vor Ort sind, lässt die Sache für die Presse noch interessanter werden und auch Lieutenant Abrams ist froh, als Nick am Fall mitarbeitet …
Tod auf der Pferderennbahn, Wettbetrug, ein Syndikat, bigotte Reporter, halbseidene Ladies und korrupte Polizisten. Dazu ein locker lässiger Privatermittler, seine elegante, wenn es ernst wird die Augenbraue lupfende Gattin und der gemeinsame Hund. Das ist seit 1934 und jetzt vier Filmen das Erfolgsrezept der Dünner-Mann-Filme nach Motiven ursprünglich von Dashiell Hammett, dessen bekanntester Roman wohl "The Maltese Falcon" (verfilmt von John Huston mit Humphrey Bogart) ist.
Aus der Sicht eines Jungen, der 1961 geboren wurde – also bald 20 Jahre nach "Shadow of the Thin Man" – reiht sich dieser Film ein in die Klassiker des Ganovenkinos; harte Männer mit breiten Revers am Anzug, Trommelrevolvern und Hut. Allerdings nicht in Form eines Films mit Alleinstellungsmerkmal. Heute würde man wohl eine Serie fürs Fernsehen aus dem Stoff machen – jede Woche ein neuer Mordfall, jede Woche wieder lustige Kunststücke des Drahthaar-Terriers Asta und jede Woche wieder lustige Beziehungsscharmützel der grundsympathischen Eheleute Nick und Nora, auf deren zugewandter Liebe und Treue sich der Zuschauer jederzeit verlassen kann. Ehebruch begehen hier nur die anderen. Jetzt neu im Ensemble ist der gemeinsame Sohn Nick Jr., der im vorherigen Film als kleiner Windelpupser das Licht der Leinwand erblickte.
Visuell interessant ist dieser Film nicht. Es gibt eine beeindruckende Kameraeinstellung mit Fahrt auf der Golden Gate Bridge, es gibt einige lustige Bild-Gags. Ansonsten stehen oder sitzen Menschen vor der Kamera, sprechen Dialoge, trinken Cocktails oder bedrohen sich mit einer Waffe, während die Entlarvung des Mörders Szene für Szene näherrückt und schließlich – traditionell – in einem Agatha Christie-artigen Finale mündet. In den Filmen dieser Serie geht es weniger um eine Mörderjagd, es geht um das charmante Ehepaar Charles, gespielt von William Powell und Myrna Loy, die hier zum insgesamt elften von 14 Malen zusammen arbeiten.
"Shadow of the Thin Man" ist amüsantes Krimiratespiel mit lustigen Dialogen, eine komödiantische Hommage der produzierender Warner Bros.-Studios an ihre eigenen, harten Kriminalfilme der Schwarzen Serie. Auch hier folgen Killern harte Schlagschatten, aber alles in allem bleibt der Film in weniger erschreckenden Grautönen.
Der Dünne Mann im Kino
- Mordsache Dünner Mann (The Thin Man – 1934)
- Nach dem Dünnen Mann / … und sowas nennt sich Detektiv (After the Thin Man – 1936)
- Noch ein dünner Mann (Another Thin Man – 1939)
- Der Schatten des Dünnen Mannes (Shadow of the Thin Man – 1941)
- Der Dünne Mann kehrt heim (The Thin Man Goes Home – 1944)
- Das Lied vom Dünnen Mann (Song of the Thin Man – 1947)
