Nick und Nora Charles kommen nach dem gelösten Mordfall um den dünnen Mann zu Silvester wieder in San Francisco an. Die Presse erwartet sie und zu Hause steigt ihnen zu Ehren eine Überraschungsparty, auch wenn das Paar lieber seine Ruhe hätte. Ihre eigene Party wiederum können sie nicht besuchen, da Noras elitäre Tante Katherine zum alljährlichen Silvesterdinner mit ihren betagten Verwandten bittet.
Dass auch der von ihr verachtete Nick Charles eingeladen wird, ist in erster Linie Noras Schwester Selma zu verdanken, die psychisch labil ist. Sie leidet unter ihrem Ehemann Robert, der sie nur ihres Geldes wegen geheiratet hat und nun bereits seit drei Tagen spurlos verschwunden ist. Zwar vermutet sie eine andere Frau als Grund, hat sie doch eine offensichtlich fehlgeleitete Puderdose aus einer chinesischen Bar erhalten, doch sorgt sie sich ebenso, dass Robert etwas zugestoßen sein könnte.
Auch der Besuch ihres früheren Verlobten David, der sie noch immer liebt, kann Selma nicht trösten …
Jetzt lernen wir auch Noras Umfeld besser kennen. Das jener Frau also, die schwer reich ist und einen erfolgreichen, charmanten und zu viel Martini trinkenden Detektiv geheiratet hat.
Tatsächlich steht dieser Mann, Nick Charles, bei Noras Familie nicht sehr hoch im Kurs, vor allem Noras Tante Katherine reist sich als harter Brocken.
Aber just in diesem Umfeld geschieht ein Mord. Da ist der Film beinahe schon zur Hälfte rum, aber anschließend sterben Menschen im Film dann auch wie die Fliegen. Unmotiviert wie schon im Vorgängerfilm setzt sich Nick mit den Untersuchungen auseinander; mit Leben und Aufgaben eines Privatschnüfflers will er eigentlich nichts mehr zu tun haben. Zentraler Schauplatz in dieser Film Noir-Komödie ist genregerecht ein Nachtclub, in dem zwielichtige Geschäfte laufen und Intrigen gesponnen werden.
Der Kriminalfall nimmt in diesem zweiten Film auf Kosten der Salonkomödienanteile mehr Platz ein, als in "The Thin Man" vor zwei Jahren, in dem William Powell und Myrna Loy hauptsächlich damit beschäftigt schienen, Martini zu trinken und als Nick und Nora um einander zu kreisen. Jetzt trinkt Nick signifikant weniger, Nora verbringt einige Stunden im Gefängnis, Nick wird in eine Schießerei verwickelt. Seine Vergangenheit als Detektiv scheint auch in San Francisco, wo dieser zweite Film spielt, erfolgreich gewesen zu sein. Als er zu Beginn des Films am Bahnhof ankommt, empfangen ihn dort zahlreiche Reporter und Kleinkriminelle, winken ihm Menschen auf der Straße zu und kommen zu ihm gelaufen. Näher erzählt, wie es zu dieser großen Beliebtheit kommen konnte, wird aus dieser Vergangenheit aber nichts.
Und Mr. Asta, der Terrier der Charles', hat einen Spitz als Nebenbuhler bei Mrs. Asta, die ebenfalls zur Familie Charles gehört, mehrere Welpen versorgt, aber sonst von der Seitenlinie zuschaut, während Asta wieder lustige Sachen macht und einen wichtigen Hinweis verschluckt.
In einer Nebenrolle spielt James Stewart, der sein Spielfilmdebüt erst zwei Jahre zuvor gegeben hatte (s.u.). "After the Thin Man" war sein achter Film, den er im Jahr 1936 drehte, und der elfte seiner Karriere. Er selbst bezeichnete die Rolle rückblickend als „lächerlich“, was einen nicht verwundern muss. Schauspielerisch bieten die Thin Man-Filme wenig Auslauf, Powell und Loy können als Nick und Nora ihre Marotten und Ticks pflegen und ausbauen, alle anderen Rollen sind reine Darsteller-Placebos – Akteure stellen zweidimensionale Typen dar. Aufregender ist die Bildgestaltung geworden, bei der sich die Kamera viel bewegt.
"After the Thin Man" war 1937 in der Kategorie "Bestes adaptiertes Drehbuch" für einen Oscar nominiert, konnte sich jedoch gegen "Louis Pasteur" nicht durchsetzen.
Der Dünne Mann im Kino
- Mordsache Dünner Mann (The Thin Man – 1934)
- Nach dem Dünnen Mann / … und sowas nennt sich Detektiv (After the Thin Man – 1936)
- Noch ein dünner Mann (Another Thin Man – 1939)
- Der Schatten des Dünnen Mannes (Shadow of the Thin Man – 1941)
- Der Dünne Mann kehrt heim (The Thin Man Goes Home – 1944)
- Das Lied vom Dünnen Mann (Song of the Thin Man – 1947)
James Stewart im Kino
James "Jimmy" Maitland Stewart (* 20. Mai 1908 in Indiana, Pennsylvania; † 2. Juli 1997 in Beverly Hills, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler, der als einer der populärsten und erfolgreichsten Stars der Filmgeschichte gilt. Zwischen 1934 und 1991 hatte Stewart fast 100 Film- und Fernsehauftritte.
Seinen Durchbruch erreichte er Ende der 1930er-Jahre durch Frank Capras Komödien „Lebenskünstler“ und „Mr. Smith geht nach Washington“. Stewart verkörperte meistens den leicht unsicheren, bodenständigen und oftmals idealistischen Durchschnitts-Amerikaner. Ab den 1950er-Jahren spielte er zunehmend auch Charakterrollen mit düsteren Facetten, darunter in den Western von Anthony Mann und John Ford. Mit Alfred Hitchcock drehte Stewart einige der bedeutendsten Kriminalfilme der Filmgeschichte.
1941 gewann er den Oscar als bester Hauptdarsteller für die Screwball-Komödie „Die Nacht vor der Hochzeit“, außerdem erhielt er 1985 einen Ehrenoscar. Er wurde ebenfalls unter anderem mit zwei Golden Globes, dem Goldenen Ehrenbären sowie der Presidential Medal of Freedom ausgezeichnet.
- Der Mann für Mord (The Murder Man, 1935)
- Rose-Marie (1936)
- Next Time We Love (1936)
- Seine Sekretärin (Wife vs. Secretary, 1936)
- Kleinstadtmädel (Small Town Girl, 1936)
- Speed (1936)
- The Gorgeous Hussy (1936)
- Zum Tanzen geboren (Born to Dance, 1936)
- Nach dem Dünnen Mann (After the Thin Man, 1936)
- Im siebenten Himmel (Seventh Heaven, 1937)
- Der letzte Gangster (The Last Gangster, 1937)
- Seekadetten (Navy Blue and Gold, 1937)
- Of Human Hearts (1938)
- Vivacious Lady (1938)
- Engel aus zweiter Hand (The Shopworn Angel, 1938)
- Lebenskünstler (You Can’t Take It with You, 1938)
- Ein ideales Paar (Made for Each Other, 1939)
- Tanz auf dem Eis (The Ice Follies of 1939, 1939)
- Mr. Smith geht nach Washington (Mr. Smith Goes to Washington, 1939)
- Drunter und drüber (It’s a Wonderful World, 1939)
- Der große Bluff (Destry Rides Again, 1939)
- Rendezvous nach Ladenschluss (The Shop Around the Corner, 1949)
- Tödlicher Sturm (The Mortal Storm, 1940)
- Keine Zeit für Komödie (No Time for Comedy, 1940)
- Die Nacht vor der Hochzeit (The Philadelphia Story, 1940)
- Komm, bleib bei mir (Come Live with Me, 1941)
- Pot o’ Gold (1941)
- Mädchen im Rampenlicht (Ziegfeld Girl, 1941)
- Winning Your Wings (1942)
- Ist das Leben nicht schön? (It’s a Wonderful Life, 1946)
- Fremde Stadt (Magic Town, 1947)
- Kennwort 777 (Call Northside 777, 1948)
- On Our Merry Way (1948)
- Cocktail für eine Leiche (Rope, 1948)
- Isle of Fury (1936)
- Startbahn ins Glück (You Gotta Stay Happy, 1948)
- Malaya (1949)
- The Stratton Story (1949)
- Mein Freund Harvey (Harvey, 1950)
- Der gebrochene Pfeil (Broken Arrow, 1950)
- Winchester '73 (1950)
- Abenteuer eines Pechvogels (The Jackpot, 1950)
- Die Reise ins Ungewisse (No Highway in the Sky, 1951)
- Die größte Schau der Welt (The Greatest Show on Earth, 1952)
- Meuterei am Schlangenfluss (Bend of the River, 1952)
- Stärker als Ketten (Carbine Williams, 1952)
- Nackte Gewalt (The Naked Spur, 1953)
- Die Todesbucht von Louisiana (Thunder Bay, 1953)
- Die Glenn Miller Story (The Glenn Miller Story, 1954)
- Über den Todespass (The Far Country, 1954)
- Das Fenster zum Hof (Rear Window, 1954)
- In geheimer Kommandosache (Strategic Air Command, 1955)
- Der Mann aus Laramie (The Man from Laramie, 1955)
- Der Mann, der zuviel wusste (The Man Who Knew Too Much, 1956)
- Die Uhr ist abgelaufen (Night Passage, 1957)
- Lindbergh – Mein Flug über den Ozean (The Spirit of St. Louis, 1957)
- Vertigo – Aus dem Reich der Toten (Vertigo, 1958)
- Meine Braut ist übersinnlich (Bell, Book And Candle, 1958)
- Anatomie eines Mordes (Anatomy of a Murder, 1959)
- Geheimagent des FBI (The FBI Story, 1959)
- Der Kommandant (The Mountain Road, 1960)
- Zwei ritten zusammen (Two Rode Together, 1961)
- Der Mann, der Liberty Valance erschoss (The Man Who Shot Liberty Valance, 1962)
- Mr. Hobbs macht Ferien (Mr. Hobbs Takes a Vacation, 1962)
- Das war der Wilde Westen (How the West Was Won, 1962)
- In Liebe eine 1 (Take Her, She’s Mine, 1963)
- Cheyenne (Cheyenne Autumn, 1964)
- Geliebte Brigitte (Dear Brigitte, 1965)
- Der Mann vom großen Fluss (Shenandoah, 1965)
- Der Flug des Phoenix (The Flight of the Phoenix, 1965)
- Rancho River (The Rare Breed, 1966)
- Die fünf Vogelfreien (Firecreek, 1968)
- Bandolero! (1968)
- Geschossen wird ab Mitternacht (The Cheyenne Social Club, 1970)
- Die Gnadenlosen (Fool’s Parade, 1971)
- The Shootist – Der letzte Scharfschütze (The Shootist, 1976)
- Verschollen im Bermuda-Dreieck (Airport ’77, 1977)
- Unsere Lassie (The Magic of Lassie, 1978)
- Der Fremde im Regenwald (Afurika monogatari, 1980)
