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Plakatmotiv (US): After the Thin Man / Nach dem Dünnen Mann (1936)

Jetzt ermitteln Nick und Nora
im eigenen Familienumfeld

Titel Nach dem Dünnen Mann
(After the Thin Man)
Drehbuch Frances Goodrich & Albert Hackett
mit Charakteren von Dashiell Hammett
Regie W.S. Van Dyke, USA 1936
Darsteller

William Powell, Myrna Loy, James Stewart, Elissa Landi, Joseph Calleia, Jessie Ralph, Alan Marshal, Sam Levene, Penny Singleton, William Law, George Zucco, Paul Fix, Asta, Mrs. Asta, Jack Adair, Eadie Adams, Ernie Alexander u.a.

Genre Krimi, Komödie
Filmlänge 112 Minuten
Deutschlandstart
23. Juni 1969 (TV-Premiere)
Inhalt

Nick und Nora Charles kommen nach dem gelösten Mordfall um den dünnen Mann zu Silvester wieder in San Francisco an. Die Presse erwartet sie und zu Hause steigt ihnen zu Ehren eine Überraschungsparty, auch wenn das Paar lieber seine Ruhe hätte. Ihre eigene Party wiederum können sie nicht besuchen, da Noras elitäre Tante Katherine zum alljährlichen Silvesterdinner mit ihren betagten Verwandten bittet.

Dass auch der von ihr verachtete Nick Charles eingeladen wird, ist in erster Linie Noras Schwester Selma zu verdanken, die psychisch labil ist. Sie leidet unter ihrem Ehemann Robert, der sie nur ihres Geldes wegen geheiratet hat und nun bereits seit drei Tagen spurlos verschwunden ist. Zwar vermutet sie eine andere Frau als Grund, hat sie doch eine offensichtlich fehlgeleitete Puderdose aus einer chinesischen Bar erhalten, doch sorgt sie sich ebenso, dass Robert etwas zugestoßen sein könnte.

Auch der Besuch ihres früheren Verlobten David, der sie noch immer liebt, kann Selma nicht trösten …

Was zu sagen wäre

Jetzt lernen wir auch Noras Umfeld besser kennen. Das jener Frau also, die schwer reich ist und einen erfolgreichen, charmanten und zu viel Martini trinkenden Detektiv geheiratet hat. Plakatmotiv (US): After the Thin Man (1936) Tatsächlich steht dieser Mann, Nick Charles, bei Noras Familie nicht sehr hoch im Kurs, vor allem Noras Tante Katherine reist sich als harter Brocken.

Aber just in diesem Umfeld geschieht ein Mord. Da ist der Film beinahe schon zur Hälfte rum, aber anschließend sterben Menschen im Film dann auch wie die Fliegen. Unmotiviert wie schon im Vorgängerfilm setzt sich Nick mit den Untersuchungen auseinander; mit Leben und Aufgaben eines Privatschnüfflers will er eigentlich nichts mehr zu tun haben. Zentraler Schauplatz in dieser Film Noir-Komödie ist genregerecht ein Nachtclub, in dem zwielichtige Geschäfte laufen und Intrigen gesponnen werden.

Der Kriminalfall nimmt in diesem zweiten Film auf Kosten der Salonkomödienanteile mehr Platz ein, als in "The Thin Man" vor zwei Jahren, in dem William Powell und Myrna Loy hauptsächlich damit beschäftigt schienen, Martini zu trinken und als Nick und Nora um einander zu kreisen. Jetzt trinkt Nick signifikant weniger, Nora verbringt einige Stunden im Gefängnis, Nick wird in eine Schießerei verwickelt. Seine Vergangenheit als Detektiv scheint auch in San Francisco, wo dieser zweite Film spielt, erfolgreich gewesen zu sein. Als er zu Beginn des Films am Bahnhof ankommt, empfangen ihn dort zahlreiche Reporter und Kleinkriminelle, winken ihm Menschen auf der Straße zu und kommen zu ihm gelaufen. Näher erzählt, wie es zu dieser großen Beliebtheit kommen konnte, wird aus dieser Vergangenheit aber nichts.

Und Mr. Asta, der Terrier der Charles', hat einen Spitz als Nebenbuhler bei Mrs. Asta, die ebenfalls zur Familie Charles gehört, mehrere Welpen versorgt, aber sonst von der Seitenlinie zuschaut, während Asta wieder lustige Sachen macht und einen wichtigen Hinweis verschluckt.

In einer Nebenrolle spielt James Stewart, der sein Spielfilmdebüt erst zwei Jahre zuvor gegeben hatte (s.u.). "After the Thin Man" war sein achter Film, den er im Jahr 1936 drehte, und der elfte seiner Karriere. Er selbst bezeichnete die Rolle rückblickend als „lächerlich“, was einen nicht verwundern muss. Schauspielerisch bieten die Thin Man-Filme wenig Auslauf, Powell und Loy können als Nick und Nora ihre Marotten und Ticks pflegen und ausbauen, alle anderen Rollen sind reine Darsteller-Placebos – Akteure stellen zweidimensionale Typen dar. Aufregender ist die Bildgestaltung geworden, bei der sich die Kamera viel bewegt.

"After the Thin Man" war 1937 in der Kategorie "Bestes adaptiertes Drehbuch" für einen Oscar nominiert, konnte sich jedoch gegen "Louis Pasteur" nicht durchsetzen.

Wertung: 4 von 6 D-Mark
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