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Plakatmotiv: Das Lied des Dünnen Mannes (1947)

Ein mühseliger Krimi um
einen toten Barpianisten

Titel Das Lied vom Dünnen Mann
(Song of the Thin Man)
Drehbuch Steve Fisher & Nat Perrin
mit Charakteren erfunden von Dashiell Hammett
Regie Edward Buzzell, USA 1947
Darsteller

William Powell, Myrna Loy, Keenan Wynn, Dean Stockwell, Phillip Reed, Patricia Morison, Leon Ames, Gloria Grahame, Jayne Meadows, Ralph Morgan, Bess Flowers, Don Taylor, Warner Anderson, Bruce Cowling, Connie Gilchrist, Henry Nemo, William Bishop, Marie Windsor u.a.

Genre Krimi, Komödie
Filmlänge 86 Minuten
Deutschlandstart
31. Juli 1992 (TV-Premiere)
Inhalt

Der allseits unbeliebte Bandleader Tommy Drake wird an Bord eines schwimmenden Spielcasinos ermordet, Hauptverdächtiger ist der Eigentümer des Schiffs, Phil Brant.

Nachdem er zunächst ablehnt, sich dem Fall zu widmen, ändert Freizeitdetektiv Nick Charles seine Meinung, als er selbst Opfer eines Mordversuchs wird. Gemeinsam mit Ehefrau Nora und Hund Asta beginnt er, in der Welt verrauchter Jazzclubs Nachforschungen anzustellen, um den wahren Schuldigen zu finden …

Was zu sagen wäre

Mehr Stimmung als Inhalt. Zur Mitte des Films suchen Nick und Nora spät nachts einen Klarinettisten und streifen durch "Jazz Joints", verrauchte Bars, in denen die Tanzkapellenmusiker, die die Abende über in den großen Clubs der Stadt zum Tanz aufgespielt haben, ihrer wahren Leidenschaft, dem Jazz nachgehen. Minutenlang geschieht nichts, außer dass wir Musikern beim Spielen zusehen und -hören.

Im Familienleben von Nick und Nora ist Nicki Jr. herangewachsen und will lieber Baseball spielen, statt Klavier zu üben. Weil er sich einmal heimlich aus dem Haus schleichen will, verordnet ihm Nora eine erzieherische Tracht Prügel, die Nick dann ausführen muss und sich, statt mit einer gefalteten Zeitung das Gesäß seines Sohnes zu bearbeiten, an Szenen des kleinen Nick Jr. erinnert – wieder vergehen mehrere inhaltslose Filmminuten.

Dem Filmtitel entsprechend dreht sich alles um Musik, um Nachtclubs und schmierige Manager. Nick hat sich eigentlich mal wieder zur Ruhe gesetzt und lässt die Polizei vor sich hin ermitteln. Erst, als auf ihn geschossen wird, zieht er wieder los, ermittelt im nächtlichen Hafennebel, klingelt nachts um vier an hochherrschaftlichen Türen, um seine Theorie über die Mordwaffe, eine Antiquität, bestätigt zu finden und findet in einem Sanatorium den einzigen Zeugen für den ersten Mord, dem zwischenzeitlich ein weiterer gefolgt ist. Diesmal immer an Nicks Seite ist Nora, meistens todmüde, weil immer nachts ermittelt wird. Dafür fallen die Kabbeleien zwischen den beiden, die die Thin Man-Serie gleich im ersten Film so erfolgreich gemacht haben, größtenteils aus.

Die Geschichte zieht sich. Die Elemente sind klassische Noir-Themen wie Mord im Nachtclub, doppelzüngige Frauen und breitschultrige, schweigsame Killer. Aber weder kommt Spaß auf, noch wirkliche Spannung. Da, wo bislang stets Nicks großes Schlussplädoyer stand, welches den Mörder entlarvte, spielt jetzt eine Klarinette und fallen Schüsse. Und anschließend fallen Nick und Nora todmüde in ihre Betten und wollen nicht geweckt werden.

So, als habe man mit den zwingenden Elementen dieser Serie unter Streichung nicht so zwingender Elemente etwas Neues zusammenstellen wollen, weil das Hergebrachte nicht mehr zieht. Aber da wurde dann nur Durchschnitt draus. Ein Schwarz-Weiß-Krimi halt um einen toten Barpianisten.

Wertung: 3 von 6 D-Mark
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