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Plakatmotiv: Gefährliche Brandung (1991)

Harte Action und
philosophische Surfer

Titel Gefährliche Brandung
(Point Break)
Drehbuch Rick King & W. Peter Iliff
Regie Kathryn Bigelow, USA, Japan 1991
Darsteller
Patrick Swayze, Keanu Reeves, Gary Busey, Lori Petty, John C. McGinley, James Le Gros, John Philbin, Bojesse Christopher, Julian Reyes, Daniel Beer, Chris Pedersen, Vincent Klyn, Anthony Kiedis, Dave Olson, Lee Tergesen u.a.
Genre Action, Crime
Filmlänge 122 Minuten
Deutschlandstart
19. September 1991
Inhalt

Los Angeles ist von einer Reihe von Banküberfällen, bei denen die Diebe ihre Identität durch Masken von ehemaligen US-Präsidenten bewahren, betroffen. Allerdings wird niemals jemand verletzt und genauso schnell wie die Bande auftaucht, ist sie auch wieder verschwunden.

Der zuständige FBI-Agent Angelo Pappas vermutet, dass die Räuber aus der Surferszene stammen und setzt den Neuling John 'Johnny' Utah darauf an. Johnny soll sich unter die Surfer mischen und die Täter ermitteln. Dabei lernt Johnny Surferin Tyler kennen, die ihm die Kunst des Wellenreitens beibringt und die glaubt, dass Johnny ein Rechtsanwalt ist. Über sie trifft er auf Bodhi und wird schon bald in die eingeschworene Gruppe aufgenommen.

Mehr und mehr gefällt Johnny der lockere Lebensstil der Surfer und schon bald ist er ebenfalls stets auf der Suche nach dem nächsten Adrenalinkick, ob nun beim gefährlichen Wassersport oder beim Fallschirmspringen. Doch dann findet Johnny heraus, dass Bodhi und seine Gang hinter den Banküberfällen stecken und seine Tarnung droht, aufzufliegen …

Was zu sagen wäre

Zwei Männer, der eine blond-, der andere schwarzhaarig, der eine Bankräuber, der andere Cop, Brüder im Geiste, Seelenverwandte: „Bodhi ist ein Suchender … Der ist noch verrückter als Du.“ Kathryn Bigelow hetzt in ihrem Thriller zwei Männer aufeinander, die in einem anderen Leben Best Buddies wären, hier aber sich gegenseitig neutralisieren müssen; das macht den Reiz des Thrillers aus, zumal beide Männer lange nicht wissen, dass sie Gegner sind. Das weiß nur der Zuschauer im Kinosessel.

Grob gesagt handelt der Film von zwei FBI-Männern, die Bankräuber jagen. Aber das ist nur die Rahmenhandlung, die dem Film seine rasant inszenierten Actionsequenzen geben. In seinem Inneren kreist der Film um das Duell der beiden Charaktere, beides Adrenalinjunkies – dereine, ein Jedi des Surfens, der fordert, man müsse „die Welle fühlen“, charismatisch, der Banken ausraubt, um seinen Lebensstil zu finanzieren, der andere ein junger Polizist, der gerade von der FBI-Schule kommt, hungrig ist, smart, aber noch grün hinter den Ohren. Natürlich spielt eine Frau eine entscheidende Rolle, Tyler, Ex-Freundin von Bodhi, jetzt die von Johnny Utah, dem Undercover-Cop. Da ist schnell klar, was diese Liebesgeschichte, die auf einer Lüge aufbaut, für einen Handlungsverlauf nehmen wird.

Kathryn Bigelow (Blue Steel – 1990; "Near Dark" – 1987) taucht in die Welt der Surfer ein, in Bodhies Welt, der der deutlich interessantere Charakter ist. Patrick Swayze ("Ghost – Nachricht von Sam" – 1990; "Dirty Dancing" – 1987; Die Outsider – 1983) spielt ihn unter blonder Lockenmähne mit Gier auf Leben außerhalb des, wie er das ominös nennt, „Systems“. Bodhi braucht den täglichen Kick. Banken auszurauben ist ihm in erster Linie ein Abenteuer, das Gefahr verspricht; und natürlich die einzige Möglichkeit, außerhalb des Systems leben zu können. Der zwölf Jahre jüngere Keanu Reeves spielt Johnny Utah, den FBI-Mann. Auf den ersten Blick ein Langweiler, frisch aus der FBI-Schule mit guten Ergebnissen; ein Überflieger, den nur Knochenbrüche stoppen und der lernt, dass die beamtete FBI-Welt nicht das ist, was er draußen auf dem Wasser spürt.

Die Surfszenen sind unspektakulär. Bigelow verzichtet auf dramatische Kunststücke. Das lässt die leicht durchgeknallten Typen am Strand menschlicher erscheinen. Sie surfen gerne, sie surfen gut, sind aber keine Supermänner – eher Philosophen auf der Suche nach der Welle ihres Lebens, was zweideutig zu verstehen ist.

Wertung: 7 von 10 D-Mark
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