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Plakatmotiv: Der Garten des Bösen (1954)

Breit getretene Geschichte
in einer grandiosen Kulisse

Titel Der Garten des Bösen
(Garden of Evil)
Drehbuch Frank Fenton + Fred Freiberger + William Tunberg
Regie Henry Hathaway, USA 1954
Darsteller
Gary Cooper, Susan Hayward, Richard Widmark, Hugh Marlowe, Cameron Mitchell, Rita Moreno, Víctor Manuel Mendoza u.a.
Genre Abenteuer, Western
Filmlänge 100 Minuten
Deutschlandstart
16. Dezember 1954
Inhalt

Mexiko, Mitte des 19. Jahrhunderts: In der Kneipe eines heruntergekommenen Fischerdorfes heuert die junge Leah die vier Abenteurer Hooker, Fiske, Daly und Vincente an, um ihren Mann zu bergen, der in einer Goldmine verschüttet liegt. Der Weg zur Mine führt durch unwegsames, den Indianern heiliges Gebiet weit ins Landesinnere.

Nur Leah kennt den Weg. Sie glaubt, dass ihre Begleiter allein des Goldes wegen mitgekommen sind. Um sie in Abhängigkeit zu halten, entfernt sie heimlich alle ihre Wegmarkierungen. In der Goldmine gelingt es ihnen, Leahs Mann aus dem eingestürzten Schacht zu bergen. Die Indianer allerdings sehen das Betreten ihres Gebietes als schweres Verbrechen an und wollen die Eindringlinge jetzt töten.

Plakatmotiv (US): The Garden of Evil – Der Garten des Bösen (1954)Es beginnt ein mörderisches Überlebensspiel für die fünf Amerikaner, bei dem es um Leben und Tod geht …

Was zu sagen wäre

Vier Glücksritter in Mexiko, Gold, Indianer und das Misstrauen. Eine Mixtur, aus der schon viele Abenteuerfilme gedrechselt wurden. Henry Hathaway, der große Kerle-Regisseur ("Prinz Eisenherz" – 1954; Niagara – 1953; "Rommel, der Wüstenfuchs" – 1951), baut diese Zutaten in eine Art Westerndramaturgie. Mit den klassischen Zutaten des Westerns – Frontier, Pioniere etc. – hat sein Film zwar nichts zu tun, aber die Figuren daraus haben sich herüber gerettet.

Da ist der einsame Wolf, dem Gary Cooper die ganze Grandezza seiner geradlinigen Ehrbarkeit überwirft (12 Uhr mittags – 1952; Der Mann, der nicht zur Hochzeit kam (aka So ein Papa) – 1944; Sergeant York – 1941), der alles schon gesehen hat, sich durch h nichts aus der Ruhe bringen lässt und zurück zu einem Sterbenden ins Feuergefecht reitet, um ihm noch mitgeben zu können, dass er, der Sterbende, gut gewesen sei.

Da ist der Glücksspieler, der dauernd Weisheiten über das Wesen des Menschen formuliert, sich als Zyniker gibt und natürlich ein Herz nicht nur aus Gold sondern auch am rechten Fleck hat. Richard Widmark leiht diesem weichen Checker seine kantigen Züge (Okinawa – 1951).

Plakatmotiv (US): The Garden of Evil – Der Garten des Bösen (1954)Dazu kommt der freundliche, geradezu zutrauliche Mexikaner mit Bauch und der junge Wilde, der im entscheidenden Moment alles falsch macht.

Auch an die Kulisse hat Henry Hathaway gedacht. Blaue Berge, weite Landschaften, grüne Täler, jedes Bild dieses Films ist unwirklich schön wie ein Gemälde.

Nur die Geschichte ist dünn wie Lauchsuppe. Nach zehn Minuten ist der Rahmen gesteckt: Mann verschüttet, Goldmine, hohe Belohnung, Indianer. Dann reiten die vier plus Frau eine halbe Filmstunde durch erwähnte üppig schönen Landschaften; einige streiten sich um die Frau ohne die zu fragen, ob sie überhaupt sich gestritten haben möchte und einer will auch mal sein München mit dem Schießeisen kühlen; aber wirklich passieren tut in dieser halben Reisestunde nichts.

Dann retten sie den Mann. Und dann gibt es dauernd Krach, weil der Mann mit seinem gebrochenen Bein den Ritt zurück durch Indianergebiet ausbremst, man ihn also eigentlich zurück lassen sollte. Dass der Deal vorher lautete "Mann retten, heimbringen, 2.000 Dollar pro Person" ist längst kein Thema mehr. Da zerfällt das Drehbuch in seine schlecht verbundenen Einzelteile. Das machen auch die Indianer nicht mehr wett, die dann noch ein Zehn-kleine-Negerlein-Shoot-Out veranstalten, bis Gary Cooper seinerseits zur Flinte greift und mit jedem Schuss einen Treffer setzt.

Eine breit getretene Geschichte in grandioser Kulisse.

Wertung: 2 von 6 D-Mark
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