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Plakatmotiv: In einer kleinen Stadt (1993)

Blutleere Verfilmung
eines King-Klassikers

Titel In einer kleinen Stadt
(Needful Things)
Drehbuch W.D. Richter
nach dem gleichnamigen Roman von Stephen King
Regie Fraser C. Heston, USA 1993
Darsteller

Ed Harris, Max von Sydow, Bonnie Bedelia, Amanda Plummer, J.T. Walsh, Ray McKinnon, Duncan Fraser, Valri Bromfield, Shane Meier, William Morgan Sheppard, Don S. Davis, Campbell Lane, Eric Schneider, Frank C. Turner, Gillian Barber u.a.

Genre Fantasy, Drama
Filmlänge 120 Minuten
Deutschlandstart
10. Februar 1994
Inhalt

Die beschauliche Kleinstadt Castle Rock in Maine ist der ideale Ort für das neue Geschäft des mysteriösen Leland Gaunt. Der Laden mit dem Namen "Die nützlichen Dinge" führt genau die Artikel, nach denen sich die Einwohner schon immer gesehnt haben. Und dafür müssen die Kunden noch nicht einmal Geld auf den Tresen legen.

Alles was der hagere Ladenbesitzer verlangt sind ein paar böse Streiche. Die Einheimischen ahnen nicht, dass sich niemand anderes als der leibhaftige Teufel unter sie gemischt hat und mit den üblen Scherzen einen bösartigen Plan verfolgt. Auch kleinere Unstimmigkeiten entwickeln sich mit etwas Nachhilfe von Gaunt bald zu handfesten Auseinandersetzung.

Plakatmotiv (US): Needful Things – In einer kleinen Stadt (1993)Als die Gewaltätigkeiten unter den Einwohnern eskalieren und das erste Todesopfer fordern, bricht in der Stadt das Chaos aus …

Was zu sagen wäre

Der Roman, der diesem Film zugrunde liegt, gehört zu den großen Klassikern von Stephen King. Mit diesem Roman verabschiedete er sich aus der Stadt Castle Rock und ließ die Einwohner aufeinander los. Der Teufel kommt in Gestalt eines freundlichen älteren Herrn in die Stadt. Er kennt die Schwächen und Eifersüchteleien der Bewohner und spielt sie gegen einander aus. Auf dem Höhepunkt brennt die Stadt, schießen die Bürger aufeinander tun sich all das Schlechte an, das sie im Alltag vielleicht mal als abwegigen Gedanken formulieren würden.

Es kann der Beste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Und in Castle Rock gibt es plötzlich nur noch böse Nachbarn. Um diese Hölle aufzureißen, bedarf es nur einiger schlechter Streiche. King legt die Schw#chen seiner Protagonisten großartig bloß, es ist völlig nachvollziehbar, warum ein Junge Spaß daran hat, die weißen Bettlaken der Farmersfrau mit Truthahnscheiße zu beschmieren und als Leser wissen wir auch, warum das nicht einfach Truthahnscheiße auf weißen Laken bedeutet, weil die blütenweiß gewaschenen Laken der Farmersfrau so viel bedeuten, weil es King uns zuvor anschaulich beschrieben hat.

Und nun das ganze als Film. Da beschmiert der Junge halt weiße Laken mit Truthahnscheiße, weil der alte Mann mit seinem Needful-Things-Laden das von ihm als Preis für eine Baseballsammelkarte verlangt hat. Und die Farmersfrau ist halt sauer; klar, wer wäre das nicht? Nur spannend, mitreißend irgendwie ist das nicht. Fraser Clark Heston, Sohn des großen Charlton, bringt die Ereignisse, komprimiert auf zwei Stunden, bildgenau auf die Leinwand. Es gibt auch eine 3-Stundenversion dieses Films, in der noch eine Stunde mehr Ereignisse textgetreu zu sehen sind. In beiden Fällen erzählt Heston dann ein neues Finale. Ein klassisches US-Kinofinale, in dem der Held, Sheriff Pangborn, den alten mann besiegt, indem er ihn durchschaut und dann eine große Rede an sein Volk hält, in dem er auf die guten Werte der Gemeinde verweist, auf die eigentlich doch ordentlichen Menschen, die in Castle Rock leben und es wird furchtbar spießig und hat gar nichts mit Kings Vorlage zu tun.

Man kann dem Film gut zuschauen, weil Gibsons Landing und in Maple Ridge, die beiden kleinen Städte in British Columbia, die als Castle Rock inszeniert werden, ein schönes Setting bilden. Ed Harris (Die Firma – 1993; Glengarry Glen Ross – 1992; "Im Vorhof der Hölle" – 1990; Abyss – 1989; "Der Stoff aus dem die Helden sind" – 1983) gibt einen ordentlichen, aufrechten und charmanten Alan Pangborn. Seinen Gegenspieler interpretiert der Schwede Max von Sydow (James Bond 007 – Sag niemals nie – 1983; Conan, der Barbar – 1982; Flash Gordon – 1980; Die drei Tage des Condor – 1975; Der Exorzist – 1973) als formvollendeten Gentleman, der glaubhaft aus Menschen Monster werden lassen kann.

Diese Kingverfilmung ist so ähnlich, wie die Miniserie, die das US-Fernsehen aus Stephen Kings Es gemacht hat. Für einen Fernsehabend mit Chips und Bier ist der Film "Needful Things" ganz ordentlich. Aber er erweitert das Mysterium, warum aus den sehr spannenden Romanen Stephen Kings immer so blutleere Filme werden, um einen weiteren Film.

Wertung: 3 von 10 D-Mark
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