Die "Grimes Organisation" ist ein Dienstleistungsunternehmen der besonderen Art. Bestechung, Mord und Erpressung gehören zu den angebotenen Leistungen. Der ideale Arbeitsplatz für den gerade unehrenhaft entlassenen CIA-Agenten Nelson Crowe. Seine neue Vorgesetzte aber, die schöne und gefährliche Margret sieht in ihm das ideale Werkzeug, um ihre eigenen Pläne zu verwirklichen.
Sie will ihren Chef Grimes ausschalten, um sich selbst an die Spitze der Organisation zu setzen. Mit kühler Berechnung und den Waffen einer Frau bringt sie Crowe dazu, den Mordauftrag zu übernehmen. Doch auch Crowe führt ein riskantes Doppelspiel, für das ihm kein Preis zu hoch ist …
Ein von der CIA gefeuerter Agent heuert bei einer Agentur an, die Geheimdienstsachen für solvente Leute und Unternehmen, die Leichen im Keller haben und diese verschwinden lassen wollen.
Hat man im Kino je von einem Agenten der CIA gehört, der den Laden lebend verlassen durfte? Eben. Man muss wohl 14 Jahre oder jünger sein – und also och gar nicht in diesen Film dürfen – um nicht nach fünf Minuten gelangweilt abzuwinken. Alle Älteren wissen aus früheren Geheimdienstfilmen, dass hier alle lügen und wir uns im Kinosessel nur darauf verlassen können, dass am Ende weder der gefeuerte Geheimdienstmann wirklich gefeuert wurde, das die leidenschaftliche Liebe lediglich einen kalten Plan cachiert und alle Pläneschmiede ein doppeltes Spiel spielen.
Das macht den Film schon zäh, bevor er richtig begonnen hat. Während dann erwartungsgemäß Laurence Fishburne rasch zwischen Ellen Barkins Beinen landet, entspinnt sich ein Plot um einen Chemieskandal. Das Chemieunternehmen Curl Industries wird beschuldigt, die Wasserversorgung einer Kleinstadt vergiftet zu haben, was zur Geburt von behinderten Kindern führte. Dem Unternehmen steht eine Milliardenklage ins Haus. Die privat organisierten Agenten sollen nun einen Richter am Obersten Gerichtshof, der hohe Spielschulden hat, bestechen, damit der in einem letztinstanzlichen Urteil Curl Industries von dem Vorwurf freispricht. Das klingt so kompliziert, wie es weiter keine Rolle spielt, weder die vergifteten Kinder, noch der Umweltskandal, nichts davon. Der Film konzentriert sich auf seine stets cool dreinblickenden Hauptfiguren, die wechselseitig miteinander ins Bett (oder auf den Küchentisch, im Anglerteich) springen und anschließend wieder Plots gegeneinander schmieden.
So richtig durch blickt man nicht. Regisseur Damian Harris ist zu verliebt in knallbunte Kostüme, stylish eingerichtete Appartements mit in allen Farben des Regenbogens gestrichenen Wänden, geheimnisvoll ausgeleuchteten Räumen und Gesichtern, die gerne Sonnenbrille tragen. Laurence Fishburne ("What's Love Got to Do with It?" – 1993; "Boyz n the Hood" – 1991; Das Gesetz der Macht – 1991; Red Heat – 1988; Cherry 2000 – 1987; Nightmare 3 – Freddy lebt – 1987; Die Farbe Lila – 1985; Cotton Club – 1984; Rumble Fish – 1983; Apocalypse Now – 1979) in der Rolle des gefeuerten CIA-Mannes Nelson Crowe blickt stoisch cool in die Kulissen, spricht einen vernichtenden Einzeiler, setzt seine Sonnenbrille auf und tritt ab. Manchmal setzt er sowas wie eine Leidensmine auf, weil ihm höhere Mächte übel mitspielen. Womöglich soll das im Kino unsere Sympathie für ihn wecken, immerhin ist er ja eine der beiden Hauptfiguren.
Die andere Hauptfigur ist Margaret Wells, die intrigante Vizechefin des privaten Geheimdienstunternehmens. Die spielt Ellen Barkin, die sich gerne in der Rolle der erotischen Verführerin sieht (Sea of Love – 1989; Johnny Handsome – Der schöne Johnny – 1989; "Siesta" – 1987; The Big Easy – Der große Leichtsinn – 1986; "Down by Law" – 1986; Buckaroo Banzai – Die 8. Dimension – 1984; "Harry & Sohn" – 1984; American Diner – 1982). Im vorliegenden Film ist sie eher kühl als erotisch, setzt ihren Körper aber wie gewohnt als, nun ja, Werkzeug der Überzeugung ein. Ihre Margaret will ihren Chef aus dem Weg räumen und selber Chef werden. Dafür braucht sie Nelson. So stehen zwei Figuren im Mittelpunkt, die durch und durch unsympathisch sind. Und die Figuren am Bildrand sind auch nicht besser. Laurence Fishburn guckt finster, Ellen Barkin – irgendwie – verführerisch. Einer erschießt sich, um sein schlechtes Gewissen zu zeigen. Aber alle sind furchtbar cool und die einen wollen die anderen über den Tisch ziehen, ausziehen oder töten – und verkrüppelte Kinder, die im Hintergrund ja immer mitschwingen, obwohl sie keine Rolle spielen, ihrem Schicksal überlassen. Eine gute Schauspielerei bietet niemand. und am Ende ist es Kommissar Zufall, der das Drehbuch in Wohlgefallen auflöst.
An diesem Film funktioniert so gut wir gar nichts. Nur der Camera Operator, der Mann, der die Kamera führt, macht einen eleganten Job.
