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Kinoplakat: Ein riskanter Plan
Routiniert gebauter Thriller
mit guten Darsteller
Titel Ein riskanter Plan
(Man on a Ledge)
Drehbuch Pablo F. Fenjves
Regie Asger Leth, USA 2012
Darsteller Sam Worthington, Elizabeth Banks, Ed Harris, Jamie Bell, Genesis Rodriguez, Edward Burns, Anthony Mackie, Kyra Sedgewick, Mandy Gonzalez, Barbara Marineau, J. Smith-Cameron, Patrick Collins, Afton Williamson, Robert Clohess, Joe Lisi, Candice McKoy, Johnny Solo, Titus Welliver u.a.
Genre Thriller
Filmlänge 102 Minuten
Deutschlandstart
26. Januar 2012
Inhalt

Nick Cassidy war einst ein erfolgreicher Cop mit einem nahezu perfekten Leben. Doch plötzlich findet er sich im Gefängnis wieder, für ein Verbrechen, das er wohl nicht begangen hat. Ein Cop in Sing Sing, verurteilt zu 20 Jahren; schwer zu überleben. Also bricht Cassidy aus. Er hat einen Plan. Für diesen Plan muss er sich auf den Fenstersims im 20 Stock eines Hauses in Downtown Manhattan stellen und den Selbstmörder mimen.

Schnell versammeln sich Schaulustige am Boden, baut die Feuerwehr das Rettungskissen auf, sind die Straßen weiträumig abgesperrt. Ganz in Nicks Sinn. Während nämlich alle mit ihm und sich beschäftigt sind, kann sein Bruder mit seiner agilen Freundin unbemerkt ein Loch ins Dach schräg gegenüber sprengen und in die Tresorräume dort einsteigen. Nick verlangt derweil von der bereits am Sims eingetroffenen Polizei ein Gespräch mit der Psychologin Lydia Mercer.

Während unten die Menschenansammlung und das Polizeiaufgebot größer werden, dirigiert Nick in schwindelerregender Höhe über ein kleines Head-Set den Raub eines 30 Millionen schweren Diamanten. Jenes Steins, für dessen angeblichen Diebstahl er 20 Jahre absitzen soll …
Was zu sagen wäre

Ein Was-zu-erwarten-war-Thriller. Nach 45 Minuten liegt der eigentliche Plan vor und es ist der Plan, der sich nach zehn Minuten bereits abzeichnete. Man on a Ledge ist kein Kunstwerk, aber sehr solide gebaute Unterhaltung. Straffer Einstieg. Knappe Szenen charakterisieren die Hauptfiguren und verteilen sie auf dem Spielbrett. Keine Schmuckgirlanden. Und so ist nebenbei auch schnell der Richtige als Bösewicht und Verräter entlarvt. Soweit, so erwartbar und dann beginnt ein schöner Lean-Back-New-York-Thriller mit gut altmodischen Action-Einlagen. Und Elizabeth Banks (72 Stunden - The Next Three Days, "30 Rock") steigt als weibliche Hauptrolle Lydia Mercer ähnlich knapp in den Film ein wie einst Bruce Willis in Stirb Langsam - Jetzt erst recht („It's nice to be needed!”).

Rasch hat das Drehbuch ein verzahntes Personal aufgestellt – die einsame Polizistin mit dem Schicksalsschlag, die Bullen, die seit diesem Schicksalsschlag gegen sie sind, was sie wiederum – in unseren Augen – besonders motiviert, dem unschuldig Verdächtigen zu helfen, ein schmieriger Baulöwe – herrlich: Ed Harris – und korrupte Polizisten, die Nick entweder im Knast oder – lieber noch – gleich zermatscht unten auf dem Asphalt sehen wollen. Vervollständigt wird dieses Tableau durch eine interessante Bruderpaarung mit sehr interessanter Frau/Schwägerin.

Nein, der Film lebt nicht von überraschenden Wendungen. Aber er hat gute Bilder. Gute Schauspieler: „Avatar”-Held Sam Worthington schlägt sich wacker, Elizabeth Banks überrascht mit den kleinen Gesten, mit denen sie ihre Rollen unterscheidbar macht. Dazu gehören allerdings auch komische Zufälle, die – andererseits – aber auch schon Dirty-Harry-Cops für sich nutzen durften. Wie zum Beispiel der dürre Bruder, der durch das Dach kommt, weil im richtigen Moment die Alarmanlage ausgeschaltet wird ..?

Ein Film wie ein Uhrwerk. Routiniert. Gut photografiert. Gut gespielt. Gut getimet. Nur eben nicht so wirklich überraschend.

Wertung: 5 von 7 €uro
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