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Plakatmotiv: Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft (1989)

Ein großartiger, immer junger
Abenteuerfilm für die ganze Familie

Titel Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft
(Honey, I shrunk the Kids)
Drehbuch Stuart Gordon + Brian Yuzna + Ed Naha + Tom Schulman
Regie Joe Johnston, USA, Mexiko 1989
Darsteller

Rick Moranis, Matt Frewer, Marcia Strassman, Kristine Sutherland, Thomas Wilson Brown, Jared Rushton, Amy O'Neill, Robert Oliveri, Carl Steven, Mark L. Taylor, Kimmy Robertson, Lou Cutell ... Dr. Brainard
Laura Waterbury, Trevor Galtress, Martin Aylett u.a.

Genre Fantasy, Abenteuer
Filmlänge 93 Minuten
Deutschlandstart
14. Dezember 1989
Inhalt

Der Wissenschaftler Wayne Szalinski ist ein leidenschaftlicher Forscher, der auch ungewöhnliche Erfindungen schätzt. Sein neustes Werk ist eine Maschine, mit der sich Objekte auf Miniaturgröße schrumpfen lassen. Die Umgebung Szalinskis teilt den Enthusiasmus des Wissenschaftlers nicht, davon lässt er sich jedoch überhaupt nicht beeindrucken.

Aber dann passiert ein unlückseliger Zwischenfall, der in Szalisnkis Planungen nicht vorgesehen war. Seine eigenen Kinder Amy und Nick sowie Ronald und Russell, die beiden Söhne seines Nachbarn Russell Thompson Sr., geraten in den Wirkungskreis der Maschine und schrumpfen auf Mückengröße. Jetzt müssen die Kinder zusammenhalten, um in der unwirtlichen Umgebung überleben zu können.

Denn Grashalme wirken für sie wie Bäume und harmlose Insekten sind eine tödliche Gefahr. Vom Garten bis zum rettenden Haus ist es ein weiter Weg, aber die Kinder nehmen die Herausforderung an …

Was zu sagen wäre

Ein Abenteuerfilm im Geiste solcher Klassiker wie Die Goonies oder Explorers. Nur dass das Abenteuer hier nicht ein Piratenschatz oder Außerirdische sind, sondern der kleine gräten hinterm Haus. Vier Kinder kämpfen dort durch den Dschungel ungefähren Grases, müssen sich irre umherlaufenden Giga-Bienen, monströsen Skorpionen und gigantischen Rasenbewässerungsanlagen erwehren, und selten war der Tod einer Ameise so tränenziehend, wie in diesem Film von Joe Johnston, der hier ein sehr überzeugendes Regiedebüt abgibt.

Johnston inszeniert einen Film – im Sinne des Wortes – für die ganze Familie. Zwei Teenager in der beginnenden Pubertät und ihre beiden kleinen Geschwister, von denen der eine seine Angst mit augenrollender Coolness überspielt und der andere mit mathematischen Berechnungen ihrer sich dauernd verändernden Lage erleben das Abenteuer, die Eltern, Nachbarn, streiten sich, sorgen sich, dass die pubertierenden „Amy und Little Russ alleine bei Nacht“ das machen könnten, was sie selber vor 30 Jahren wahrscheinlich auch gemachte haben. Dabei schlafen Amy und Russ sowie Nicki und Ron da gerade in einem relativ sicheren Legostein, den Nicki mal im Garten verloren hat – sicher zumindest, bis der Skorpion auftaucht.

Erfinder Wayne und seine Frau Diane schweben derweil an einem Gerüst irgendwo über ihnen und hoffen, sie mit Lupe und Scheinwerfern zu entdecken. Aus dieser Suche eines verzweifelten, sich schuldig fühlenden Vaters, schlägt der Film überraschen viele komische Funken. Und aus den Nachbarn, bei denen Daddy einer ist, der glaubt, seine beiden Söhne müssten Football spielen, um das Leben zu lernen, holt der Familienfilm sich seine rührseligen Momente; denn natürlich lernt Nachbar-Daddy, dass nicht jeder Junge Football mag. Das aber erzählt der Film ganz unaufdringlich, eher in einem von Jubel und Erleichterung umtosten Nebensatz.

Und ein bisschen Romantik hat der Film auch. Denn natürlich hat Russ schon lange ein Auge auf die hübsche Amy aus dem nachbarschaftlichen Erfinderhaushalt geworfen, aber die ihn bislang immer übersehen. Aber jetzt, in dieser, nun ja, sehr speziellen Nacht in diesem Legostein im Garten … es kommt zu einem Kuss. Und dann kommt der Skorpion.

Der Film liefert schon zum Start einige zeitlose Filmszenen, Situationen, an denen spätere Produktionen gemessen werden. So wie dieser Film sich – natürlich – an Jack Arnolds Klassiker Die unglaubliche Geschichte des Mr. C (1957) messen lassen muss. Joe Johnston lenkt jenes damals existenzialistische Drama eines immer kleiner werdenden Mannes in eine humoristisch leichte Kurve, zitiert Mr. C. aber lustvoll bei gigantischen Wassertropfen, tauscht dessen gigantische Spinne gegen den schon erwähnten Skorpion und lässt noch eine Biene Blüten bestäuben, in denen gerade der winzige Nicki gelandet ist. Was folgt, ist ein, ja: atemberaubender Flug auf einer Biene durch den Vorgarten. Joe Johnston weiß in Rick Moranis (Mel Brooks' Spaceballs – 1987; Ghostbusters – Die Geisterjäger – 1984; Straßen in Flammen – 1984) und Matt Frewer ("Das vierte Protokoll" – 1987; Supergirl – 1984) zwei Komiker vor der Kamera, die nicht viele Wiederholungen brauchen, bis der Take sitzt, und lässt für das eingesparte Geld seine Special-Effekt-Leute von der Kette, die in Zusammenarbeit mit den Set-Designern eine beeindruckende Abenteuerlandschaft aus gras, Pfütze und Maulwurfshügel entstehen lassen.

<Nachtrag2009>Der Film ist 20 Jahre alt und wirkt – bis auf ein paar analoge Special Effects, die heute ein Computerprogramm veredelt – so frisch wie bei seiner Premiere. "Honey, I shrunk the Kids" bleibt ein rasanter, sympathischer, romantischer, spannender Abenteuerfilm</Nachtrag2009>

Wertung: 9 von 10 D-Mark
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