Sizilien im Kriegsjahr 1943: US-Captain Cash soll das kleine Dorf Valerno einnehmen. Die kriegsmüden Soldaten treten zum Angriff an, doch zu deren Erstaunen sind die Bewohner des Örtchens bereit zu kapitulieren. Sie haben lediglich eine Bedingung: Das anstehende jährliche Weinfest soll wie geplant stattfinden können. Und die Angreifer seien „herzlich eingeladen“.
Das Fest ist ein großer Spaß für alle. Captain Cash ist bereits betrunken und außer Gefecht gesetzt, so übernimmt Lieutenant Christian das Kommando. Um der Gefechtsleitung Meldung über den Verlauf des Angriffs machen zu können, inszeniert die Einheit zusammen mit den Bewohnern kurzerhand den Kampf. Doch das Ganze droht aufzufliegen, als plötzlich die deutschen Truppen den italienischen Verbündeten zu Hilfe eilen …
Die GIs sind zackig, die Italiener fröhliche Weintrinker und die Deutschen erschießen Geiseln. Das sind die Klischees, mit denen Blake Edwards in seiner überdrehten Komödie spielt. Sie spielt im Krieg, Juli 1943, amerikanische, britische und kanadische Truppen landeten im Süden Siziliens. Die Alliierten verloren rund 25.000 Mann, erreichten aber ihre strategischen Ziele. Die Achsenmächte (Italien und Deutsches Reich) verloren beinahe 170.000 Mann. Vor diesem Hintergrund inszeniert Edwards seine Völkerverständigungsgeschichte.
Da trifft ein zackiger US-Captain, der gar nicht anders kann als stramm zu stehen, auf einen ausgelaugten, kampfmüden Haufen, der sich C-Kompanie nennt. Mit deinen trifft er in dem beschaulichen Dorf Valerno auf lebensfreudige Einwohner und eine italienische Kompanie, die gar keine Lust hat zu kämpfen. Schließlich steht am selben Abend das jährliche Volksfest an.
Und schon wird es unübersichtlich.
Blake Edwards hat in seiner Karriere schon bewiesen, dass er den Übergang von Ordnung in Chaos liebt (Das große Rennen rund um die Welt – 1965; Ein Schuss im Dunkeln – 1964; Der rosarote Panther – 1963; Frühstück bei Tiffany – 1961; Unternehmen Petticoat – 1959). Der zackige US-Captain, der auf den sprechenden Namen Cash hört, hält sich nicht lange zackig, roter Wein und tiefe, vollbusige Ausschnitte der Bürgermeistertochter machen ihn schnell weich und der Abend endet in einer gewaltigen Party, in der mehr Luftschlangen und Konfetti verblasen werden, als in einer Session des Kölner Karneval. Die Party setzt die Stimmung des Weiteren Filmverlaufs: Normal ist hier keiner. Was folgt ist heillos überdrehtes, keiner Ordnung mehr folgendes Kino, das seine Zuschauer überrollt wie ein Panzer. Der Film entstand 1966, 21 Jahre nach dem Ende des zitierten Krieges. Da will man, zumal als Gewinner, schon mal Dampf ablassen.
Ab dem verkaterten nächsten Morgen dann will der Film aus der fröhlichen Party eine Satire über überforderte Militärs machen, die ihrer soldatischen Einbildung, Befehlen und kurzen Eindrücken gehorchen, anstatt ihrem gesunden Menschenverstand. Die Italiener, die gar keine Lust auf Krieg führen haben, haben sich in ihrem Städtchen gemütlich eingerichtet und gehen erst auf die Barrikaden, weil deren Capitano glaubt, dass der stramme US-Captain Cash ihm über Nacht seine Freundin ausgespannt habe, eben jene vollbusige Bürgermeistestochter.
Deswegen gibt es eine Rangelei auf dem Marktplatz, die von Aufklärungsflugzeugen sowohl der Deutschen als auch der Alliierten gesehen wird. Also glauben die Deutschen, sie müssten ihren italienischen Kampfbrüdern zu Hilfe eilen und die US-Army, sie müsse ihre Jungs da raus pauken. Dazu kommt, dass der US-Captain eigentlich gedacht hast, er marschiere in das Dorf, kämpfe, siege und mache noch am selben Abend Meldung. Diese Meldung ist nun wegen des gemeinsamen Besäufnis' ausgefallen und am nächsten Morgen ist der eben noch verbrüderte Capitano eifersüchtig und die Dinge laufen aus dem Ruder. Was aber so schön nach fröhlicher Kriegssatire klingt, kommt nie in Gang.
Am Morgen nach der Party taucht als erstes ein US-Major auf, der die angeblich siegreiche Lage PR-technisch ausschlachten soll, zwischen den verkaterten Männern in vertauschten Uniformen aber bald verloren geht und sich in einem Labyrinth unter der Stadt, den Katakomben, verläuft. Unter der Stadt, aber in selbst gegrabenen Stollen, irren auch zwei Bankräuber umher, die eigentlich unter das örtliche Geldhaus wollen, um den dortigen Tresor zu sprengen; sie kommen überall raus, nur nicht unter der Bank, dafür lassen sie Panzer im Boden versinken und Männer verschwinden. Und zwischendurch taucht der Major, zunehmend dem Wahnsinn verfallen, wieder auf und kämpft gegen Windmühlen. Als ordnende Hand läuft James Coburn durchs Bild (Charade – 1963; Gesprengte Ketten – 1963; Die glorreichen Sieben – 1960), der Captain Cashs rechte Hand, Lieutenant Christian, spielt und mit inszenierten Kriegsspielen auf dem Marktplatz des Dorfes die Fernaufklärer in die Irre führt, um die immer noch ausbleibende Meldung des Sieges im Dorf, plausibel zu gestalten.
Bis die Deutschen einmarschieren, beherrschen die Eifersucht des italienischen Capitanos und die nachgestellten Prügeleien die Handlung. Der Capitano will sich mit seinen Männern nun erst ergeben, wenn Captain Cash ihm seine Freundin zurückgibt (die freilich gar nicht bei ihm ist, sondern im Untergrund gegen die Deutschen arbeitet) – wobei ein sich nicht ergeben keine weitere Kriegshandlung zur Folge hätte, sondern ein weiteres Besäufnis. Erst, als die Deutschen mit Panzern und schwerem Gerät einmarschieren, rücken Italiener und US-Boys wieder zusammen und nehmen die ungeliebten Invasoren mit allem was sie haben, auseinander – also mit unterirdischen Stollen, Männern in Frauenkleidern, Alkohol, Schlafmittel und einer gewissen Raffinesse.
Irgendwann sind dann die Deutschen in Gefangenschaft, Italiener und US-Boys wieder gut Freund, die Bürgermeistertochter dem richtigen Manne zugeordnet und legt sich Frieden über das kleine sizilianische Dorf. Der Krieg der Alliierten gegen Italiener und Deutsches Reich zieht weiter, Richtung Norden, dauert nochmal eineinhalb Jahre und kostet weitere hunderttausende Menschenleben.
Das Drehbuch schrieb William Peter Blatty, mit dem man eher keine Komödien verbindet. Blatty wurde bekannt durch seine Schöpfung von Der Exorzist. Für das Drehbuch des ersten Teils bekam er 1974 einen seiner beiden Golden Globes (den zweiten bekam er 1981) und einen Oscar. Beim dritten Teil (1990) führte er auch Regie.
