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Plakatmotiv: Das Zauberschwert (1962)

Ein Prinzessin-Ritter-Drachen-Märchen,
das als Film keine Funken versprüht

Titel Das Zauberschwert
(The Magic Sword)
Drehbuch Bernard C. Schoenfeld
Regie Bert I. Gordon, USA 1962
Darsteller

Basil Rathbone, Estelle Winwood, Gary Lockwood, Anne Helm, Liam Sullivan, Danielle De Metz, Merritt Stone, Jacques Gallo, David Cross, John Mauldin, Taldo Kenyon, Angus Duncan, Leroy Johnson, Marlene Callahan, Nick Bon Tempi, Paul Bon Tempi, Ann Graves, Lorrie Richards u.a.

Genre Abenteuer, Fantasy
Filmlänge 80 Minuten
Deutschlandstart
28. April 1990 (TV-Premiere)
Inhalt

Der böse Zauberer Lodac entführt die schöne Prinzessin Helene, woraufhin sich der junge Ritter George von seiner mit magischen Kräften ausgestatteten Stiefmutter mit verzauberter Rüstung, Schwert und sechs weiteren ritterlichen Helfern versehen, sofort aufmacht die Schöne zu befreien.

Doch sieben Flüche säumen den Weg zu der Prinzessin, die erst mal bezwungen sein wollen, wie Sümpfe, einen riesigen Oger etc. Und den nervenden Sir Brantor, der in die Prinzessin ebenfalls verliebt ist, hat er auch noch auf den Fersen …

Was zu sagen wäre

Dies ist ein Film, der nichts weiter will, als seine Zuschauer mit Zauberwesen, Drachen und schönen Prinzessinnen zu unterhalten. Regisseur Bert I. Gordon gibt sich gar nicht erst groß Mühe, seine Charaktere groß einzuführen. Es sind alles Schablonen.

Da ist die Prinzessin, die, bis sie dereinst heiraten wird, nichts zu tun hat, als nackt im See zu baden und sich nach der Liebe zu verzehren, von der sie zwar keine Ahnung hat aber weiß, dass sie die Erfüllung ist. Plakatmotiv: Das Zauberschwert (1962) Dann ist da George, ein braver Zauberlehrling, der seine dürftigen Fähigkeiten dazu nutzt seiner geliebten Prinzessin beim Nacktbaden zuzusehen. Georges Stiefmutter Sybil lebt ihr unsterbliches Leben als Hexe mit siamesischen Zwillingen zusammen, ist eine doch eher zweitklassige Hexe, die aus Versehen dafür sorgt, dass die Gimmicks des fidelen Recken George - Schwert, Schild, Pferd – ihre magischen Kräfte verlieren. Schließlich ist da Lodac, ein ständig Flüche dräuender alter Zauberer, der seinem zweiköpfigen Drachen jede Woche ein Prinzessin zum Fraß vorwirft. Diesen Zauberer spielt der legendäre Basil Rathborne, der auf seine alten Tage wohl Spaß daran hatte, die Bosheit seiner Rollenklassiker zu karikieren (Das letzte Hurra – 1958; Wir sind keine Engel – 1955; Frankensteins Sohn – 1939; Die Abenteuer des Robin Hood – 1938; "Unter Piratenflagge" – 1935).

Mit diesen Figuren und ein paar Nebendarstellern in schmucken Rüstungen, die im Laufe des Abenteuers dramatisch einer nach dem anderen fantasievolle Tode sterben, führt der Film ein Edler Ritter rettet holde Prinzessin-Drama auf. Auf dem Weg vom heimischen Schloss zum bösen Drachen und seinem Herrchen, dem schurkischen Lodac, sind sieben bösartige Hindernisse zu überwinden. Das dauert seine Zeit, wird selten so richtig aufregend, weil die Spezial Effekte sogar für das Produktionsjahr 1962 schon sehr schlecht sind. Die schauspielerischen Leistungen sind nicht messbar. Während Rathbone wenigstens noch dauernd beschwörend die Arme hebt und rumschimpft, verfügt Gary Lockwood, der den strahlenden Helden gibt, nicht einmal über eine rudimentäre Ausstrahlung (1968 wird er für Stanley Kubrick den Astronauten Poole in 2001: Odyssee im Weltraum geben). In ihrer erst zweiten Filmrolle sehen wir Anne Helm als aktionslose, der Liebe entgegen schmachtende Prinzessin Helene, die an der richtigen Stelle ordentlich laut schreien muss. Helm sagte viele Jahre später über ihre Rolle, dass sie nicht wirklich etwas zu arbeiten oder zu testen hatte, um die Rolle zu bekommen. Es sei eine dieser „geschenkten Rollen“ gewesen.

Ein Film, der verloren geht im Fluss der Zeit. Kinder, die im Sonntagnachmittagprogramm über ihn stolpern, werden ihren Spaß haben.

Wertung: 2 von 8 D-Mark
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