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Kinoplakat: Rocketeer

Die Family Values
retten die Welt

Titel Rocketeer
(The Rocketeer)
Drehbuch Danny Bilson + Paul De Meo + William Dear
angelehnt an die gleichnamige Graphic Novel von Dave Stevens
Regie Joe Johnston, USA 1991
Darsteller

Billy Campbell, Jennifer Connelly, Alan Arkin, Timothy Dalton, Paul Sorvino, Terry O'Quinn, Ed Lauter, James Handy, Robert Miranda, John Lavachielli, Jon Polito, Eddie Jones, William Sanderson, Don Pugsley, Nada Despotovich u.a.

Genre Abenteuer
Filmlänge 108 Minuten
Deutschlandstart
15. August 1991
Inhalt

Südkalifornien, 1938: Der charmante Pilot und Draufgänger Cliff Secord fühlt sich vom Pech verfolgt. Erst setzt er seine neue Maschine schrottreif in den Sand, als er FBI-Agenten ausweichen muss, die einen Gangster verfolgen und bleibt anschließend auf der Schadenssumme sitzen. Schließlich trennt sich seine Freundin Jenny, eine junge Schauspielerin, von ihm.

Doch dann finden er und sein Mechaniker und Freund Peevy im Hangar, worauf die Gangster und die FBI-Männer es abgesehen hatten: einen auf den Rücken schnallbaren Raketenmotor, der einem Menschen das Fliegen ermöglicht. Mit Hilfe von Peevy lässt sich Cliff einen goldfarbenen Helm mit Steuereinrichtung konstruieren und jagt fortan als maskierter „Rocketeer“ durch die Lüfte rund um Los Angeles, um Menschen zu helfen.

Kinoplakat: RocketeerDoch plötzlich sieht sich der frischgebackene Held im Zentrum verschiedener Interessen. Gefährliche Killer verfolgen ihn, das FBI ist ihm auf den Fersen und schließlich ist da noch der berühmte Schauspieler Neville Sinclair, der gefährliche Pläne mit dem Raketenrucksack hat …

Was zu sagen wäre

Wenn Hollywood sich auf die Familie, auf die Family Values zurückziehen darf, ist es am stärksten. Etwas überspitzt darf man sagen: In „The Rocketeer“ kämpft die urwüchsige US-amerikanische Familie gegen ihren größten Feind schlechthin – gegen die Nazis!

Joe Johnston („Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ – 1989) fährt auf, was er kann, um seinen Film zum Erfolg zu peitschen – alle Zutaten sind da. Seine Story spielt in den 30erJahren, also suhlen sich Kamera und ausstattung in den barocken Rundungen jener Zeit: Große Autos, eleganten Roben, schöne Frauen, mondäne Räume – getaucht in das Licht der immerwährenden kalifornischen Sonne. Darin bewegen sich durchweg charmante Figuren; selbst die Schurken im Stück haben Format. Timothy Dalton, der seine Karriere als James Bond nach zwei Auftritten an den Nagel hängen musste (Lizenz zum Töten – 1989; Der Hauch des Todes – 1987), hatte schon in der Comicverfilmung „Brenda Starr“ (1989) an der Seite von Brooke Shields gezeigt, dass er phänotypisch in jene 30er Jahre gehört. Als Neville Sinclair gibt er mit dünnem Oberlippenbärtchen und Machoallüren des Stars eine wunderbare Errol-Flynn-Show; Flynn, by the way,  wurde damals nachgesagt, ein Spion der Nazis zu sein..

Der Held des Stücks ist ein Superheld, wie er im Comic steht. Billy Campbell, der sich einen Namen mit Auftritten in TV-Serien wie „Dynasty – Der Denver Clan“ oder „Star Trek – Next Generation“ gemacht hat, gibt den netten Clark Kent von nebenan mit den Superheldentypischen Frauenproblemen – die Schönste liegt ihm zu Füßen, aber er kann sie nicht erreichen, weil er dauernd die Welt rettet. Diese Schönste ist Jennifer Connelly, für mich tatsächlich eine der schönsten Frauen im Filmgeschäft („The hot Spot – Spiel mit dem Feuer“ – 1990; „Die Reise ins Labyrinth“ – 1986; Es war einmal in Amerika – 1984).

Hinter all dieser optischen Wucht bleibt die Story zurück. Die Geschichte ist charmant, aber belanglos. Joe Johnston setzt auf die optischen Reize seines Films und das ist im Filmgeschäft ja nicht verkehrt.

Wertung: 8 von 10 D-Mark
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