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Plakatmotiv: Broken City
Ordentlicher Politkrimi
ohne Überraschungen
Titel Broken City
(Broken City)
Drehbuch Brian Tucker
Regie Allen Hughes, USA 2013
Darsteller
Mark Wahlberg, Russell Crowe, Catherine Zeta-Jones, Jeffrey Wright, Barry Pepper, Alona Tal, Natalie Martinez, Michael Beach, Kyle Chandler, James Ransone, Griffin Dunne, Odessa Sykes Feaster, Britney Theriot, Luis Tolentino, Tony Bentley u.a.
Genre Crime, Thriller
Filmlänge 109 Minuten
Deutschlandstart
18. April 2013
Website brokencitymovie.com
Inhalt

Sieben Jahre sind vergangen, seitdem Detective Taggart einen Mann erschoss und seinen Dienst quittieren musste, weil sein Freispruch in einem Notwehrprozess nur mit Manipulation erreicht werden konnte. Taggart hatte Mikey Tavarez erschossen, der die sechzehnjährige Schwester seiner Freundin Natalie vergewaltigt und getötet hatte. Taggarts Freund, Captain Carl Fairbanks, bat damals Bürgermeister Nicholas Hostetler um Hilfe. Hostetler ließ die Beweise gegen Taggart verschwinden. Tavarez' Tod wurde vom Gericht als Konsequenz einer Selbstverteidigung eingestuft. Dennoch wird Taggart vom Polizeichef und vom Bürgermeister dazu gezwungen, seinen Dienst bei der Polizei zu quittieren.

Nun meldet sich der Mann, der ihm damals den Knast ersparte: Für New Yorks Bürgermeister soll der Ex-Cop den Liebhaber seiner Frau Cathleen ermitteln.

Bei der Durchführung des Auftrags wird Taggart von seiner Assistentin Katy Bradshaw unterstützt. Gemeinsam finden sie heraus, dass Cathleen sich heimlich mit Paul Andrews, dem Wahlkampfleiter von Hostetlers Rivalen Jack Valliant, trifft. Taggart nimmt an einer Veranstaltung teil, die Nicholas Hostetler für seine Sponsoren ausrichtet. Hier offenbart ihm Cathleen, dass sie weiß, dass er sie im Auftrag ihres Gatten beschattet. Sie legt Billy nahe, die Arbeit für Hostetler aufzukündigen.

Taggart ist irritiert, lässt sich aber nicht beirren und will den Auftrag zu Ende bringen: Hostetler erhält den Umschlag mit Fotos, die Billy von Cathleen und Andrews bei einem Treffen im Park gemacht hatte. Kurz darauf wird Paul Andrews ermordet aufgefunden. Viel zu spät erkennt Taggart, dass es bei diesem Auftrag um mehr geht und nicht nur eine Ehe, sondern auch Karrieren und sein eigenes Leben auf dem Spiel stehen …

Was zu sagen wäre
Einer dieser – man möchte fast sagen: klassischen – Rathaus-Thriller, die, seit Al Pacino in City Hall (1996) einen zwielichtigen Bürgermeister gespielt hat, alle irgendwie gleich aussehen – nur dass an Pacinos dämonische Klasse nicht einmal Russell Crowes Talent als Bürgermeister heranreicht (72 Stunden – 2010; Robin Hood – 2010; State of Play – 2009; „Der Mann, der niemals lebte“ – 2008; „American Gangster“ – 2007; Ein gutes Jahr – 2006; A Beautiful Mind – 2001;Gladiator – 2000; Insider – 1999; L.A. Confidential – 1997). Meistens geht es in diesen Manhattan-Filmen um Immobilien oder um Mafiaverstrickungen. Oder um beides. Im vorliegenden Fall verstärkt Hollywoods erste Adresse für elegante Zicken, Catherine Zeta-Jones, noch den Cast, also geht es auch ein bisschen um verruchte Reiche-Leute-Leidenschaften. Mark Wahlberg und Russell Crowe spielen harte Männer, die in Men‘s-Club-Zigarren-Atmosphäre, elegant gefilmt in langen Einstellungen, Machosprüche absondern.

Wir erleben das Wheeling And Dealing der Mächtigen auf eleganten Empfängen, bei denen wir schmutzigen Dialogen folgen und Menschen, die lächelnd den Dolch im Gewande tragen. Das hat seinen Reiz für den Moment, aber nichts weiter für die Filmgeschichte. Was die angeht, handelt es sich um Jerry-Cotton-Niveau für Anspruchsvolle. Wie bei einer Zwiebel und wie üblich in dieser Art Film entblättert sich ein Drama, eine Verschwörung, menschliche Abgründe, die einerseits ihresgleichen suchen, andererseits alle Vorurteile bedienen, die wir uns von der Verflechtung zwischen Politik und Wirtschaft machen. Regisseur Allen Hughes („The Book of Eli“ – 2010; From Hell – 2001; „Menace II Society“ – 1993) hat alle Fäden gekonnt ge– und im Laufe des Films verknüpft. Viel falsch gemacht hat er nicht. Allein: Sein Film landet auf Zuschauerhirn, ausgedorrt von so vielen korrupten Bürgermeistern, verschworenen Immobilienhaien und zwielichten Frauen auf der Leinwand, dass die einfache Erzählkunst für das Kino kaum mehr ausreicht. Das mag ein Drama des zeitgenössischen Kinos sein, dass die Regisseure schon die ganz große Keule rausholen müssen, um noch überraschend zu sein – eine Folge ist, dass im Kino mehrmals pro Jahr die Welt unterzugehen droht; in derartigen Filmen wird zwar auch keine sophisticated Story erzählt, aber der Zuschauer bekommt wenigstens Wumms für sein Geld. Politthriller wie „Broken City“ sind da gut fürs PayTV.

„Schuld will beglichen sein“, sagt der desavouierte Schuld-und-Sühne-Cop, dessen schlichte Gut-und-Böse-in-einer-Schwarz-Weißen-Welt-Schemata Mark Wahlberg (Ted – 2012; Departed – Unter Feinden – 2006; Planet der Affen – 2001; Der Sturm – 2000; The Yards – 2000; Three Kings – 1999; Boogie Nights – 1997) ordentlich ausfüllt, und es so irgendwie gar nicht überraschend, dass der Bürgermeister ein Videoband hat, das Taggarts Mord am Vergewaltiger seiner Fast-Schwägerin eindeutig als solchen beweist, dass er wohl doch ins Gefängnis müsste, würde dies veröffentlicht. So ist am Ende, wie es sich für tragische Dramen dieser Art gehört, alles in Ordnung, der Gerechtigkeit genüge getan, die loyale Assistentin Taggarts, Katie – blond, blaue Augen, irgendwie nicht so wirklich proaktiv im Leben stehend, aber für jede Filmlösung die ideale Figur – mit dem Betrieb von Taggarts Detektei versorgt, und nach all den Fährnissen erstrahlt New York dann endlich mal in sonnigem Tageslicht.

Wertung: 3 von 8 €uro
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