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Plakatmotiv: Die Glücksjäger
Die hohe Kunst des Slapstick
mit zwei großartigen Komikern
Titel Die Glücksjäger
(See no Evil, Hear no Evil)
Drehbuch Earl Barret + Arne Sultan + Marvin Worth + Eliot Wald + Andrew Kurtzman + Gene Wilder
Regie Arthur Hiller, USA 1989
Darsteller Richard Pryor, Gene Wilder, Joan Severance, Kevin Spacey, Alan North, Anthony Zerbe, Louis Giambalvo, Kirsten Childs, Hardy Rawls, Audrie Neenan, Lauren Tom, John Capodice, George Bartenieff, Alexandra Neil, Tonya Pinkins u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 103 Minuten
Deutschlandstart
19. Oktober 1989
Inhalt

Direkt vor ihrem Zeitungsstand wird ein Mann erschossen, doch Wally und Dave haben nichts gesehen und nichts gehört. Kein Wunder, denn der eine ist blind, der andere taub wie eine Nuss.

Plakatmotiv (US): Die Glücksjäger – See no Evil, Hear no EvilDie Polizei kann derlei Kleinigkeiten nicht beeindrucken. Sie sperrt die beiden unter dringendem Mordverdacht kurzerhand ins Gefängnis – wo sie vermutlich heute noch schmoren würden, hätte nicht ein großer Unbekannter Kaution für sie hinterlegt. Doch der ist Mafioso und ein wahrhaftiger Killer, der nur an das eine denkt: Wally und Dave, die vermeintlichen Tatzeugen, so schnell wie möglich von der Bildfläche verschwinden zu lassen …

Was zu sagen wäre

Eine Komödie, die sich über Behinderte lustig macht? Darf man das? Womöglich nicht, aber Richard Pryor (Superman III – Der stählerne Blitz – 1983; „Der Spielgefährte“ – 1982; „Das verrückte California Hotel“ – 1978; „Blue Collar – Kampf am Fließband“ – 1978; „Trans-Amerika-Express“ – 1976; „Car Wash“ – 1976), der Farbige, und Gene Wilder, der Jude, machen‘s‚ einfach. Und wie! Die beiden Vollblutkomiker steigen in dieses heikle Thema ein mit herrlichem Slapstick – etwa bei einer Prügelei, in der der Gehörlose die Richtung vorsagt, in die der Blinde seine Schläge austeilen soll – „12 Uhr. 11 Uhr. 5 nach 3 Uhr.“

Wilder („Die Frau in Rot“ – 1984; „Ein Rabbi im Wilden Westen“ – 1979; „Trans-Amerika-Express“ – 1976; „Sherlock Holmes cleverer Bruder“ – 1975; Frankenstein Junior – 1974; Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten – 1972; „Charlie und die Schokoladenfabrik“ – 1971) & Pryor liefern einen ununterbrochenen Kettenwitz aus Nicht-Hören-Nicht-Sehen, immer dreht der gehörlose dem wichtigen Geswchehen gerade den Rücken zu, während der Blinde nicht sieht, was er hört, den Gehörlosen aber auch nicht warnen kann, weil der dem Geschehen ja den Rücken zudreht – was der Blinde aber nicht sieht.

Arthur Hiller („Ein Single kommt selten allein“ – 1984; „Zwei in Teufels Küche“ – 1979; „Trans-Amerika-Express“ – 1976; „Love Story“ – 1970; „Nie wieder New York“ – 1970) holt jeden visuell/akustischen Gag aus dieser Konstellation, der machbar ist, und grundiert seinen Film mit einem soliden Supporting Cast; große Komik, niemals hysterisch, jederzeit cool, als sei der Wahnsinn ganz normal. Da kann das Drehbuch irgendwann nicht mehr mithalten. Die Story ist auf halber Strecke egal. Da sind Schurken, die irgendwas wollen und dafür über Leichen gehen und am Ende scheitern – dank des Blinden und des Gehörlosen. Eine Nummernrevue, keine Thrillercomedy.

Wertung: 6 von 10 D-Mark
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