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Plakatmotiv: Die Gangster Gang 2 (2025)

Eine wunderbare Fortsetzung,
mehr Tempo, mehr Handlung

Titel Die Gangster Gang 2
(The Bad Guys 2)
Drehbuch Yoni Brenner & Etan Cohen
nach der Graphic Novel-Serie "Böse Jungs" von Aaron Blabey
Regie Pierre Perifel + JP Sans, USA 2025
Stimmen

Sam Rockwell, Sebastian Bezzel, Marc Maron, Milton Welsh, Awkwafina, Jenny Maria Meyer, Craig Robinson, Lucas Wecker, Anthony Ramos, Jannis Niewöhner, Zazie Beetz, Alice Bauer, Danielle Brooks, Vera Teltz, Natasha Lyonne, Britta Steffenhagen, Maria Bakalova, Mascha Raykhman, Alex Borstein, Gisa Flake, Richard Ayoade, Max Giermann, Lilly Singh, Lea Kalbhenn, Omid Djalili, Tayfun Bademsoy, Colin Jost, Stefan Krause, Jaime Camil, Sebastian Christoph Jacob, Shelby Young, Meryem Basar, Michael Godere, Viktor Neumann, Kelly Stables, Moira May u.a.

aufgeführt sind die Stimmen der Original- und der deutschen Fassung

Genre Trickfilm, Abenteuer
Filmlänge 104 Minuten
Deutschlandstart
28. August 2025
Inhalt

Fünf Jahre zuvor, in Kairo, stehlen Mr. Wolf, Mr. Snake, Mr. Hai, Mr. Piranha und Ms. Tarantula ein Auto des Milliardärs Soliman und nutzen es fortan für ihre kriminellen Unternehmungen.

In der Gegenwart sind die Bad Guys nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis zwar reformiert, haben aber weiterhin Schwierigkeiten, sich in die Gesellschaft einzugliedern. Mr. Wolf versucht, in einer Bank anzuheuern, die er einst überfallen hatte, Mr. Hai will Museumswächter werden, Mr. Piranha strebt eine Stelle in der Autoindustrie an, Ms. Tarantula bewirbt sich im IT-Bereich, während Mr. Snake sich von seinen Freunden entfernt und Yoga-Kurse besucht. Doch keiner findet Arbeit – ihre kriminelle Vergangenheit haftet ihnen an, und zusätzlich werden sie verdächtigt, hinter den Diebstählen des mysteriösen „Phantombanditen“ zu stecken, der Artefakte stiehlt. Unterstützung erfahren sie nur von Gouverneurin Diane Foxington, die ihnen rät, den Menschen einen Grund zu geben, sie zu akzeptieren.

Mr. Wolf bietet daher Commissioner Luggins seine Hilfe bei der Jagd nach dem Phantombanditen an. Gemeinsam mit Ms. Tarantula, Mr. Hai und Mr. Piranha entdeckt er, dass alle gestohlenen Objekte aus dem seltenen, magnetischen Metall MacGuffinit bestehen. Der nächste Diebstahl soll eine Wrestling-Gürtelschnalle aus diesem Material betreffen – zufällig besucht Mr. Snake mit seiner neuen Freundin Susan die Veranstaltung. Der Verdacht fällt erneut auf ihn, da seine Yoga-Kurse zeitlich mit den Überfällen übereinstimmen. Beim Versuch, ihn zu überführen, geraten die Bad Guys ins Visier der Polizei und des Publikums, als Mr. Piranha versehentlich den Gürtel an sich nimmt. sie können mit knapper Not entkommen.

Doch kaum entkommen, geraten sie in die Fänge eines Trios weiblicher Krimineller, die die Bad Guys für ihre sehr eigenen Zwecke missbrauchen. Dem Trio geht es um nicht weniger als alles Gold der Welt …

Was zu sagen wäre

Zum Wesen einer Fortsetzung gehört es, dass der Zuschauer die guten, lustigen, spannenden Elemente des Originals noch einmal zu sehen bekommt. Und das in Potenz. Im Laufe des Films werden unsere Helden, die gerade lernen, das gut zu sein und einem ordentlichen Job nachzugehen, gar nicht so einfach ist, wenn man mal Mitglied der Gangster Gang war, sich an die Außenwand einer startenden Rakete klammern, in deren Inneres sie gelangen wollen, um drei abgekochten Frauen – die Schneeleopardin Kitty, die Wildschwein-Wrestlerin Pigtail Petrova und Doom, die Rabenlady – die Tour zu vermasseln und sich zu rehabilitieren. Denn mittlerweile glaubt nicht nur alle Welt, dass Mr. Wolf und seine Leute unbestreitbar böse sind; sie wissen auch, dass ihre Gouverneurin Diane Foxington ein kriminelles Vorleben hatte.

Diese Fortsetzung ist ein großer Spaß, der dieselben Themen verfolgt, wie der Vorgänger. Wieder geht es um das Wesen und den Sinn von Gut und Böse. Das kriminelle Damentrio zweifelt, dass es nützlich sein könne, ein guter Zeitgenosse zu sein, wenn man damit „nie einen Lolli bekommt“. Auch die Titelhelden überlegen zwischenzeitlich, ob sie nicht doch lieber ihre lukrative kriminelle Laufbahn wieder aufnehmen sollen, wenn ihnen doch sowieso niemand glaubt. Plakatmotiv: Die Gangster Gang 2 (2025) Aber sehr vertiefen können sie ihre Überlegungen nicht, weil dann schon wieder irgendwas explodiert oder jemand entkommt oder ein Upload mit katastrophalen Folgen verhindert oder ein Beweis gesichert werden muss.

An Rasanz legt "Gangster Gang 2" nochmal einen drauf. Und versteckt auch noch mehr Anspielungen auf große Filmhits. Da steht im Polizeirevier ein Kaffeepott mit dem Aufdruck „I see guilty People!“. Da sind die kriminellen Frauen hinter einem Metall namens MacGuffinit her, das nicht zufällig heißt, wie der von Hitchcock so bezeichnete und für die Geschichte des jeweiligen Films unwichtige Grund – "MacGuffin" – der Helden, sich in Bewegung zu setzen. Mr. Snakes Anglerhut und sein Hemd sind auch hier wieder eine Hommage an Johnny Depps Rolle des Raoul Duke aus dem Film Fear and Loathing in Las Vegas. Für die Nerds im Kinosessel ist der Film eine Schatztruhe. Und wenn Mr. Wolf mit seinem mit der ganzen Gang besetzten Mustang einen seitlichen Salto schlägt, dabei im Flug mit dem Kühlergrill Hühnerkäfige öffnet, deren Insassen dann die Horde der Verfolger ausbremst, ist das schlicht groß.

Für die Story haben sich Yoni Brenner und Etan Cohen mehr ausgedacht. War die Handlung im Vorgänger noch vernachlässigt worden, muss sich im vorliegenden Film nicht nur das Schicksal unserer Titelhelden erfüllen (und geklärt werden, woher sie den schnittigen Ford Mustang eigentlich haben). Daneben gibt es die trickreiche Geschichte des kriminellen Frauentrios. Und der ehemals so liebliche, aber verschlagene Professor Marmalade wird auch nicht vergessen, der sich zu einem brutalen, muskelbepackten Häftling gemausert hat. Das wird alles zu einem ordentlichen Ende gebracht, wobei genügend Elemente in die Handlung gewoben sind, um inhaltlich eine weitere Fortsetzung zu rechtfertigen, aber das Hauptaugenmerk der Macher liegt auf Spaß und Tempo. Hier geht Dreamworks Animation bewusst in eine andere Richtung als die storygetriebenen Kollegen aus den benachbarten Pixar-Studios.

Wirtschaftlich liegt eine weitere Fortsetzung sehr nahe: 80 Millionen Dollar hat die Produktion dieses Trickfilms gekostet. An den weltweiten Kinokassen hat er 240 Millionen Dollar eingespielt.

Wertung: 6 von 8 €uro
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