General Pershing entwickelt einen Plan, um nach dem Diebstahl von sechs Kanonen durch Pancho Villas General Héctor Córdoba Schlimmeres zu verhindern. Eine Gruppe ausgesuchter Männer unter Führung des Offiziers Captain Rod Douglas, dem Pershing ohnehin Nichtstun während des Überfalls vorgeworfen hat, werden nach Mexiko geschickt, um die Kanonen zurückzuholen oder unschädlich zu machen; außerdem soll Córdoba in den Staaten vor Gericht gestellt werden.
Mit Hilfe der hübschen Leonora Cristóbal will Douglas mit seiner gemischten Truppe an den General heran, von dem bekannt ist, dass er Frauen nicht widerstehen kann. Sie wird mit Gutiérrez als Deserteurin in Córdobas Gruppe eingeschleust, verrät jedoch ihren Begleiter; Douglas und Rice können sich trotzdem einschleusen.
Während der folgenden Nacht kann Douglas seinen Plan ausführen – er zerstört mit ordentlich Dynamit das Fort, in das sich Córdoba zurückgezogen hat, wobei viele Leute auf beiden Seite sterben …
Hollywood versucht sich am Italo-Western und liefert ein Produkt, das so ist, wie es das Plakat verspricht: Kernige Klischeetypen, die mit übergroßen Kanonen um sich feuern und maximalen Schaden hinterlassen. Dazwischen werden Verräter gefoltert, Vorgesetzte angemotzt und malerisch durch die Prairie geritten.
In den ersten zwanzig Minuten ist es schwer zu erkennen, wer für was steht. Da ist ein General Pershing, der gegen mexikanische Diebe, die sich selbst Rebellen nennen, vorgehen will, und der verliert im Laufe dieser ersten zwanzig Minuten sechs ordentliche Kaventsmänner von Kanonen. Zwischen diesen reitet Westküsten-Sonnyboy George Peppard mit seinen hellblauen Augen herum (Das war der Wilde Westen – 1962; Frühstück bei Tiffany – 1961), der sich den mexikanischen Rebellen glaubhaft als einer der ihren verkaufen kann.
Und dann geht die eigentliche Handlung los. Der Blauäugige nämlich soll nun die sechs Kanonen aus Pancho Villas extrem gut gesicherter Festung zurückholen. Ein Himmelfahrtskommando, bei dem sein ehemals engster Vertrauter hier sein größter Feind ist, der ihn – aus Gründen – nach Beendigung der Action verspricht zu töten. Dieses Motiv kennen wir aus Die Kanonen von Navarone, so wie wir andere Motive aus zahllosen anderen Western-, Action- und Kommando-Filmen kennen. Aus dem Italowestern haben die Produzenten den nonchalanten Umgang mit dem Storytelling übernommen: Man lässt sich Zeit. Was Italiener wie Sergio Leone oder Sergio Corbucci allerdings beherrschten, war die Kunst, aus vermeintlichem Stillstand Spannung zu erzeugen. Bei Paul Wendkos bedeutet der künstlerische Stillstand nur, dass die Handlung Pause macht, nichts passiert, und auch keine Spannung wächst. Dafür hat ein skandinavischer Leutnant in blauer Uniform, die an die des Hauptmann von Köpenick erinnert, seine Auftritte, dem General Cordoba treu ergeben, von diesem gefeiert als lustvoller Sadist. Zum Sadismus kommt er dann allerdings nicht mehr, durfte zu Beginn aber wenigstens einen armen Schlucker über offenem Feuer rösten. Dezidierte Grausamkeiten in Bild und Ton sind Bestandteil eines jeden Italo-Western.
Eine wichtige Rolle spielen auch in diesem US-amerikanischen Italo-Ableger die Frauen – alle feurig, alle geheimnisvoll, alle durchtrieben. Die erste ist die heimliche Freundin des blauäugigen Captain, die recht früh den ohnehin verdächtigen Verräter in den eigenen Reihen über die Klinge springen lässt. Die zweite ist ein glutäugiges, früheres Vergewaltigungsopfer des General Héctor Córdoba, das sich an diesen heran schmeißt, angeblich, weil der General in ihr bei der Vergewaltigung solch ein Feuer entfacht hat, was der virile General Cordoba nur zu gerne glaubt, bis er ein Messer an der Kehle hat. Die Frauen sind nicht sehr originell erzählt in dieser Mexico-Posse. Die Männer aber ja auch nicht.
Im Finale fliegt alles in die Luft, freundschaftliche Feindschaften lösen sich in schluckendem Verzeihen auf und dann kann auch der General Cordoba trotz ausdrücklich anderslautenden Befehls nicht mehr lebend an General Pershin ausgeliefert werden. Wäre ja auch noch schöner.

