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Plakatmotiv: Die Nacht hat viele Augen (1987)

Routinierte Kinounterhaltung mit
zwei spielfreudigen Hauptfiguren

Titel Die Nacht hat viele Augen
(Stakeout)
Drehbuch Jim Kouf
Regie John Badham, USA 1987
Darsteller

Richard Dreyfuss, Emilio Estevez, Madeleine Stowe, Aidan Quinn, Dan Lauria, Forest Whitaker, Ian Tracey, Earl Billings, Jackson Davies, J.J. Makaro, Scott Andersen, Tony Pantages, Beatrice Boepple, Kyle Wodia, Jan Speck u.a.

Genre Action, Komödie
Filmlänge 117 Minuten
Deutschlandstart
21. Januar 1988
Inhalt

Als der verurteilte Mörder Richard Montgomery aus dem Gefängnis ausbricht, werden mögliche Kontaktpersonen vom FBI überwacht, darunter auch Montgomerys Ex-Freundin Maria, die in Seattle wohnt. Die Nachtschicht der Überwachung Marias aus dem gegenüberliegenden leerstehenden Haus übernehmen in Amtshilfe die Kriminalpolizisten Chris Lecce und Bill Reimers, die sich mit ihren Kollegen Jack und Phil abwechseln. Lecce und Reimers arbeiten seit längerer Zeit als Team zusammen.

Nachdem Lecce als Techniker getarnt Marias Telefon verwanzt hat, wird er später zufällig von ihr im Supermarkt wiedererkannt und zu ihr nach Hause zum Essen eingeladen. Dabei verliebt sich Lecce in sie. Da die Kollegen außer Reimers nichts davon mitbekommen dürfen und Lecce Maria weiterhin überwachen muss, kommt es zu mehreren skurrilen Situationen. Nach einer Verfolgungsjagd Montgomerys mit der Polizei stürzt Montgomerys Auto in einen Fluss, und das FBI erklärt ihn für tot.

Die Überwachung wird abgebrochen, und Chris muss sich überlegen, wie er Maria die Wahrheit beibringt. Gerade in diesem Augenblick taucht Montgomery tatsächlich bei Maria auf und trifft dabei auf Chris …

Was zu sagen wäre

Das ist gerade In: So Filme, in denen ein Polizisten-Paar ermittelt, das charakterlich verschieden ist, aber das Herz am rechte Fleck hat, in einem Fall, der sehr brutal, kompromisslos ist. Seit dem Erfolg von Walter Hills 48 hrs. (1982) oder Martin Brest Beverly Hills Cop (1984) feiert das Cop-Couple eine andauernde Wiedergeburt. John Badham weitet das, indem er eine Art Vater-Sohn-Beziehung einbaut.

John Badham gehört zu den Regisseuren des zeitgenössischen Kinos (Nummer 5 lebt! – 1986; "Die Sieger – American Flyers" – 1983; War Games: Kriegsspiele – 1983; Das fliegende Auge – 1983; "Dracula '79" – 1979; Nur Samstag Nacht – 1977), die gute Handwerker sind. Dass seine frühen Filme in den Zitatekanon des Kinos eingegangen sind, lag eher daran, dass Saturday Night Fever und War Games im Kino starteten, als deren Besucher gerade reif für das jeweilige Thema war. Eine eigene Handschrift entwickelte Badham nicht. Sein aktueller Film ist ein sauberer Comedy-Thrill – zwei Cops mit privaten Problemen, der eine verliebt sich auch noch in sein Beobachtungssubjekt, daraus zieht ein routinierter Handwerker genug Stoff für 90 Minuten Kino. Handwerklich wie schauspielerisch ist nichts auszusetzen. Neu an der Alter-Cop-Junger-Cop-Paarung ist, dass hier der junge Cop der mit dem rationalen Verstand ist. Emilio Estevez ("Wisdom – Dynamit und kühles Blut" – 1986; Rhea M. – Es begann ohne Warnung – 1986; St. Elmo's Fire – 1985; Der Frühstücksclub – 1985; "Repo Man" – 1984; Die Outsider – Rebellen ohne Grund – 1983) spielt ihn mit furchterregendem Schnauzer als hauptamtlichen Familienvater, der gerne kein Risiko eingeht. Den erfahrenen Cop auf Freiersfüßen spielt der immer großartige Richard Dreyfuss ("Tin Men – Zwei haarsträubende Rivalen" – 1987; Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers – 1986; "Zoff in Beverly Hills" – 1986;  "The Buddy System" – 1984; "Ist das nicht mein Leben?" – 1981; "Das große Finale" – 1980; "Der Untermieter" – 1977; Unheimliche Begegnung der dritten Art – 1977; Der weiße Hai – 1975; American Graffiti – 1973).

Routinierte Unterhaltung.

Wertung: 6 von 10 D-Mark
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