Der Wissenschaftler Tom Nesbitt glaubt nach einem Atomwaffentest, in der Arktis einen lebendigen Dinosaurier gesehen zu haben. Während niemand Nesbitt glaubt, ist tatsächlich ein riesiger Dinosaurier, der durch den Waffentest aufgetaut wurde, unterwegs nach New York City.
Als der Saurier durch die Straßenschluchten von Manhattan trampelt und eine Spur der Verwüstung hinterlässt, ohne dass man ihn aufhalten kann, ist klar, dass Nesbitt keine Halluzinationen hatte. Fieberhaft wird versucht, das Monstrum aufzuhalten, doch die Waffen der Polizei und des Militärs bleiben wirkungslos.
Inzwischen hat Nesbitt im Museum in New York ein Bild des Sauriers entdeckt, der eigentlich schon vor 100 Millionen Jahren ausgestorben ist, ein Rhedosaurus, dessen einziges erhaltenes Skelett im Hudson-River gefunden wurde. Nesbitt ist überzeugt davon, dass die Bestie nur durch dieselben Mittel vernichtet werden kann, mit welchen sie auch aufgeweckt wurde.
Er schafft es, die Militärs von seiner Idee zur Bekämpfung der Bestie zu überzeugen. Auf Coney Island kommt es schließlich zum finalen Showdown …
Dieser 1953 entstandene Film ist ein kleines Schmuckstück des B-Pictures. 20 Jahre nachdem er King Kong zum Leben erweckte, lässt Trickfilmpionier Ray Harryhausen einen seit 100 Millionen Jahren ausgestorbenen Dinosaurier auf Schiffe auf hoher See und auf New York City los. Autos werden unter seinen riesigen Pranken zermatscht, Häuser stürzen ein, eine Achterbahn fängt Feuer und sperrt den gigantischen Saurier ein.
Aus heutiger Sicht zwischen Farbfilm und Cinemascope ist dieser schwarz-weiß-Film mit dem Stop-Motion-Monster in naiver Abenteuerdramaturgie eher akademisch interessant. Unter der Regie des russischstämmigen Filmarchitekten und Regisseurs Eugène Lourié kann Ray Harryhausen aus dem Vollen schöpfen.
Problem bei solchen Filmen ist die künstlich animierte Kreatur mit Menschen so interagieren zu lassen, dass es wirkt, als stünden sie sich wirklich gegenüber. Das funktioniert, wenig überraschend, nicht sehr realistisch, aber Harryhausen entwickelte ein Split-Screen-Verfahren, mit dem er nach den Hauptdreharbeiten das in Kleinstarbeit bewegte Rhedosaurus-Modell mit dem Hintergrund und den im Vordergrund agierenden Schauspielern wenigstens halbwegs überzeugend zusammenfügen konnte. Da sind 1953 unter anderem spektakuläre Montagen des Stop-Motion-Sauriers inmitten einer brennenden Achterbahn entstanden
Die Story des Films ist schlicht. Nach der Atomexplosion im ewigen Eis steht der Held – hochgewachsen, kantig, leuchtender Trenchcoat – mit seiner Sichtung eines Monsters ganz alleine da, nur die aparte Assistentin des größten Paläontologie-Experten an der Ostküste ist gewillt, seinen Beobachtungen Gehör zu schenken. Bald häufen sich Sichtungen einer als Seeschlange titulierten Kreatur, die auch das Militär nicht mehr ignorieren kann. Und dann steigt der fiktive Rhedosaurus an der South Side aus dem Wasser. Es beginnt das Schreien und Rennen der Statisten und das Zerstören der Modellbauten. Hauptfiguren kommen dem Monster selten nahe und nie wirklich in Gefahr.
Als der Film entstand, lagen die Atombombenabwürfe über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki erst acht Jahre zurück, die Auswirkungen waren noch längst nicht erforscht. Dieser Science-Fiction-Film stellt die These auf, dass die sehr hohen Temperaturen, die eine Atomexplosion auslöst, Dinosaurier aufwecken könnten, die tief unter dem arktischen Eis eingefroren sind. Das folgende massenhafte Sterben wird hier nicht durch die Bombe direkt ausgelöst, sondern durch das durch sie aufgeweckte Monster, welches im Film die Aufgabe der radioaktiven Strahlung nach der verheerenden Detonation im echten Leben übernimmt.
Der in den USA völlig unbekannte Schweizer Schauspieler Paul Hubschmid spielte unter dem Künstlernamen Paul Christian die Hauptrolle des Trenchcoat tragenden Wissenschaftlers Tom Nesbitt. Die Schauspielerin Vera Miles sah man zwar im Film-Trailer, ihre Filmszenen fielen jedoch der Schere zum Opfer. Trotz der eher unbekannten Darsteller spielte der Film die Kosten von 250.000 US-Dollar mit nicht weniger als 5 Millionen US-Dollar wieder ein. Der Film war Auftakt einer Reihe weiterer Monsterfilme in den USA und Japan. Der Regisseur Lourié drehte 1959 in Großbritannien einen Film mit sehr ähnlicher Thematik – Atomversuche, Monster, Zerstörung einer berühmten Stadt – unter dem Titel Das Ungeheuer von Loch Ness, das jedoch tricktechnisch stark gegenüber dem Original abfällt.
Der ursprüngliche Filmtitel lautete "The Monster From Under the Sea". Die Handlung ähnelte "The Fog Horn", einer Kurzgeschichte von Ray Bradbury, die 1951 erschien. Um rechtlichen Probleme aus dem Wege zu gehen, kauften die Produzenten Bradbury die Erzählung ab und änderten den Titel in den heute gebräuchlichen Namen. Beim Erscheinen der deutschen DVD wurde der Film in "Dinosaurier in New York" umgetauft.
Im Original heißt der Film "The Beast from 20,000 Fathoms". Ein Fathom ist eine Tiefenangabe mit einer Länge von etwa 1,8 Metern. Somit entsprechen 20.000 Fathoms einer Tiefe von etwa 36 Kilometern. Der Rhedosaurus ist ein erfundener Dinosaurier. Es gab ihn in Wirklichkeit nicht. In ähnlicher Form tauchte er später in "Als Dinosaurier die Erde beherrschten" (1970) und "Planet der Monster" (1977) auf.
