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Plakatmotiv: Das Ungeheuer von Loch Ness (1959)

Eine billige, schlecht
getrickste Neufassung

Titel Das Ungeheuer von Loch Ness
(Behemoth the Sea Monster)
Drehbuch Eugène Lourié mit Robert Abel & Allen Adler & Daniel James
Regie Eugène Lourié, UK, USA 1959
Darsteller

Gene Evans, André Morell, John Turner, Leigh Madison, Jack MacGowran, Maurice Kaufmann, Henri Vidon, Leonard Sachs, John Adams, Joyce Adams, Chris Adcock, Andy Alston, Neal Arden, Jack Armstrong, Alan Beaton, Michael Beint, Paul Beradi, Ernest Blyth u.a.

Genre Monsterfilm
Filmlänge 80 Minuten
Deutschlandstart
3. März 1961
Inhalt

Als an der britischen Küste seltsame Vorgänge passieren, scheint der amerikanische Wissenschaftler Steve Karnes mit seiner Theorie Recht zu bekommen, die radioaktive Verseuchung der Weltmeere könnte ungeahnte Folgen haben.

Schon bald zeigt sich, dass seine kühnsten Prognosen noch übertroffen werden, als ein radioaktives urzeitliches Ungetüm aus den Fluten steigt und ganz England in Panik versetzt. Wie soll man ein Wesen aufhalten, dessen Nähe für jede Person den Tod bedeuten kann? Unaufhaltsam nähert sich das Monstrum der Metropole London und eine nie dagewesene Katastrophe bahnt sich an …

Was zu sagen wäre

Nein, es handelt sich nicht um das ungesehenste Monster der Weltgeschichte aus dem Loch Ness. Das ist nur ein verkaufsfördernder Versuch des deutschen Verleihs im hiesigen Filmtitel. Der Behemoth aus dem Originaltitel, der ursprünglich aus dem Alten Testament stammt und in apokalyptischen Schriften als mystisches Tier der Endzeit gilt, der war dem deutschen Verleih wahrscheinlich zu kompliziert.

Besonders originell ist dieser Monsterfilm nicht. Manches erinnert an Plakatmotiv (UK): The Giant Behemoth (1959) Panik in New York, den Behemoth-Regisseur Eugène Louriés schon 1953 gedreht hat (aka "Dinosaurier in New York"), nur dass die Tricks erheblich schlechter sind und keine Panik jetzt in London ausbricht. Atombomben wecken das Urtier, das unter Wasser einer Spur nach Süden folgt, in die Themse einbiegt und in London an Land geht. Nach einer Filmstunde steigt das tricktechnisch zitternde, wacklige Ungetüm im Hafen der Stadt an Land, bewegt sich schwerfällig fort, zertrampelt Autos und springt zurück in die Themse, wo ein tapferer U-Bootfahrer und ein kluger Wissenschaftler es mit einer speziellen radioaktiven Bombe zerstören.

Die Produktion hatte augenscheinlich nicht viel Geld für die Tricktechnik. Meistens sehen wir ratlose Menschen – Fischer, Töchter, Wissenschaftler – die sich den Kopf über die Ursache vieler angeschwemmter, toter Fische zerbrechen und den Ideen des mahnenden Wissenschaftlers Steve Karnes lauschen, der glaubt, die Ursache für die sich anbahnende Katastrophe zu kennen. Mit ihm und seinen mahnenden Worten beginnt auch der Film. Da erklärt er vor einer Gruppe wahrscheinlich namhafter anderer Wissenschaftler, wohin all die vielen Atomtests in der Südsee mit ihrem radioaktiven Abfall die Menschheit führen kann. Und während alle ihm eher nicht glauben, bahnt sich an der englischen Küste das erste Unglück an. Das bekommen die Zuschauer allerdings nur in Lichteffekten zu sehen, durch die ein armer Fischer verbrannt wird.

Der Film stammt aus dem Jahr 1959. Damals war das Atombombenthema nach den Abwürfen in Hiroshima und Nagasaki und durch den amerikanischen-sowjetischen Rüstungswettlauf in aller Munde, viele B-Filme griffen das auf. In Japan wurde das Monster Godzilla zu einem unsterblichen Star, der bis heute in immer neuen Filmen die Welt bedroht, in den USA steckte man weniger Liebe in diese Filme. Sie wurden billig produziert und versprachen schmalen Gewinn in Kinos, die immer zwei Filme hintereinander zeigten, neben einem großen A-Film eben als Appetizer B-Filme wie "Behemoth". Bis auf die erwähnten Ausnahmen sehen wir das Ungeheuer im Wasser und wie es in Großaufnahme das Maul öffnet und den Kopf hin- und her wiegt. Was anderes sieht man im Bild nicht, es gibt also keinen Bezug des Monsters zu irgendwas um ihn herum.

Dem Wissenschaftler wird erstaunlich widerspruchslos geglaubt, selbst das Militär, das gleich mit Bomben loslegen möchte, lässt sich vom – amerikanischen – Fachmann für radioaktive Stoffe, Karnes, gerne zurückpfeifen. Und auch die Bevölkerung flieht pflichtschuldigst vor dem Ungeheuer, allerdings nach dem britischen Motto aus dem Zweiten Weltkrieg "Keep Calm & Carry On" in großer Ruhe. Und Big Ben und Tower Bridge gehen, anders als auf dem Plakat, auch nicht zu Bruch.

Dieses "Ungeheuer von Loch Ness" ist nicht so spannend, wie die zahllosen Beinahe-Sichtungen des Ungeheuers am echten Loch Ness.

Wertung: 2 von 7 D-Mark
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