Kinoplakat: Die unendliche Geschichte
Ein ernst gemeinter Fantasy-Versuch
mit Pappmaché, Plüsch und viel Musik
Titel Die unendliche Geschichte
(The Neverending Story)
Drehbuch Wolfgang Petersen + Hermann Weigel
nach dem gleichnamigen Roman von Michael Ende
Regie Wolfgang Petersen, Deutschland 1984
Darsteller Barret Oliver, Noah Hathaway, Tami Stronach, Deep Roy, Tilo Prückner, Moses Gunn, Gerald McRaney, Drum Garrett, Darryl Cooksey, Nicholas Gilbert, Thomas Hill, Alan Oppenheimer, Sydney Bromley, Patricia Hayes u.a.
Genre Fantasy
Filmlänge 1984 Minuten
Deutschlandstart
6. April 1984
Inhalt

Kinoplakat: Die unendliche GeschichteBastian lebt allein mit seinem Vater. Bastian ist klein, schüchtern und beliebtes Objekt für Hänseleien seiner Mitschüler. Eines Tages betritt er - wieder mal auf der Flucht vor den Schulkameraden - eine geheimnisvolle Buchhandlung und stiehlt ein uraltes Buch. Titel: „Die unendliche Geschichte”.

Die Lektüre entführt ihn in eine phantastische Welt, in der sein Alter Ego Atreju, ein unerschrockener Indianerjunge, aufregende Abenteuer erlebt. Zum Beispiel muss er sein Land Phantásien retten, das vom geheinmnisvollen „Nichts” bedroht ist ...

Was zu sagen wäre

„Die unendliche Geschichte” ist die erste deutsche Produktion, die auf dem Gebiet der Spezialeffekte mit großen Hollywoodproduktionen konkurriert. Der Film entstand nach dem Romanerfolg von Michael Ende, der sich freilich von der Verfilmung distanzierte. Ihm war zuviel Spezial-Effekt. Daran krankt der Film in der Tat.

Er stellt den Versuch dar, in Deutschland Kino nach Hollywood-Standards abzuliefern. Technisch gelang das – Petersens Film ist damaliges State of the Art – künstlerisch gelang das nicht. Der Film erzählt seine Geschichte hölzern, konzentriert sich auf seine Schauwerte, nicht auf die viel zitierte Phantasie. Münchens Bavaria-Studios in Geiselgasteig sind halt dann doch nicht Hollywood, wo auf jedem Baum zehn hochklassige Autoren auf Chancen warten.

Das Reich Phantásien, in das der junge Bastian durch seine Lektüre gerät, verdankt den Märchen der Gebrüder Grimm ebensoviel, wie den „Nibelungen” oder Filmen wie „Das zauberhafte Land” von Victor Fleming (1939). Für die musikalische Untermalung holte sich Wolfgang Petersen Klaus Doldinger, der bereits sein Das Boot vertont hatte. Der Südtiroler Giorgio Moroder steuerte den Titelsong "Neverending Story" bei, den der damals populäre Limahl singt.

Für Wolfgang Petersen war dieser Film sein großer Schritt nach Hollywood. International bekannt wurde Petersen durch den weltweiten Erfolg von Das Boot (fünf Oscar-Nominierungen). Mit TV-Filmen wie „Tatort - Reifeprüfung” mit Nastassja Kinski, „Die Konsequenz” mit Jürgen Prochnow und „Schwarz und weiß wie Tage und Nächte” gilt er einer der erfolgreichsten deutschen Regisseure. Nach der „Unendlichen Geschichte” drehte er in München noch Enemy Mine - Geliebter Feind und siedelte dann über nach Hollywood, wo er nach Anlaufschwierigkeiten mit „In the Line of Fire”, Outbreak - Lautlose Killer und „Air Force One” Erfolge feierte.

Wertung: 7 von 9 D-Mark