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Plakatmotiv: Universal Soldier (1992)

Der kleine Bruder
des Terminator

Titel Universal Soldier
(Universal Soldier)
Drehbuch Richard Rothstein & Christopher Leitch & Dean Devlin
Regie Roland Emmerich, USA 1992
Darsteller

Jean-Claude Van Damme, Dolph Lundgren, Ally Walker, Ed O'Ross, Jerry Orbach, Leon Rippy, Tico Wells, Ralf Moeller, Robert Trebor, Gene Davis, Drew Snyder, Tommy 'Tiny' Lister, Simon Rhee, Eric Norris, Michael Winther u.a.

Genre Science Fiction, Action
Filmlänge 102 Minuten
Deutschlandstart
29. Oktober 1992
Inhalt

Schon im Vietnamkrieg sind sich die beiden US-Soldaten Andrew Scott und Luc Devereux spinnefeind. Als die beiden bei einem Kampf draufgehen, werden die Leichen im Rahmen eines Top-Secret-Programms eingefroren und zu sogenannten Cyborg UniSols umfunktioniert, die gegen gefährliche Verbrecher und Terroristen eingesetzt werden.

Obwohl nach jedem Einsatz ihr Gedächtnis gelöscht wird, fangen die beiden Feinde an, sich wieder zu erinnern, und treten in einem dramatischen Showdown gegeneinander an …

Was zu sagen wäre

Der Film ist sowas wie der kleine Bruder des Terminator; so, wie Jean-Claude van Damme immer schon der kleine – und Dolph Lundgren (Rocky IV - 1985) hier der unverstandene – Bruder Arnold Schwarzeneggers ist. Die Story ist für das Genre ordentlich, die Action krachend und alles in allem gibt Roland Emmerich ein ordentliches Entrée ab, das seinem Studio phantasievollen Raum für Fortsetzungen bietet.

Bei diesem Film geht es nicht um hohe Filmkunst. Hier steht das Handwerk im Fokus, das Handwerk für Hollywood-Action. Es gibt die geheime Militäroperation („diese Waschlappen im Pentagon“). Es gibt den Bruderzwist, der in einem dramatischen Einsatz in Vietnam mit unschuldigen Toten seinen Anfang nimmt (aber wirklich nur Kulisse für die Actionstory ist). Es gibt das Mädchen mit der existenziellen Krise – eine hysterisch-sympathisch-liebenswerte Blondine, die hier als TV-Reporterin auf ihren Scoop hofft und dabei ihren Job verliert und erst dadurch zur Hochform aufläuft. Ally Walker spielt diese Reporterin Veronica mit Meg-Ryan-Färbung; zumal trägt sie einen kurzen Rock und sexy Collegegirl-Söckchen.

Explosionen, hier in Form der beliebten Tankstellenvernichtung, gibt es natürlich auch, ebenso wie die ticking clock, weil ein Soldier nicht funktioniert, Erinnerungen hat und – buchstäblich – heiß läuft. Die Szenen, in denen er die notwendige Kühlung erhält, sind die unterhaltsamsten des Films.

Jean-Claude van Damme muss ebensowenig in die Trickkiste der Schauspielkunst greifen, wie Dolph Lundgren. Beide spielen Charaktere, die mehr Maschine als Mensch sind; damit sind sie nicht überfordert. Ebensowenig wie die Dramaturgie: Die bösen Maschinen schießen nie über Hüfthöhe, töten also nie eine der Hauptfiguren, lösen aber jede Menge Demolition aus. Co-Autor Dean Devlin erzählte später, Emmerichs Universal-Soldier-Job sei ein Zufallsprodukt gewesen. Emmerich hatte ein anderes – „sein erstes echtes Hollywood-Engagement“ – gerade in letzter Minuten abgesagt und stand vor den Scherben seiner noch gar nicht richtig begonnenen Karriere, als ihm Carolco die Regie für einen noch inhaltsfreien Film mit dem Titel "Universal Soldier" und den beiden Hauptdarsteller anbot, um daraus „irgendeinen Film“ zu machen. Emmerich habe völlig freie Hand gehabt. Emmerich sagte zu, ohne den Namen Jean-Claude van Damme zu kennen. Devlin: „Roland, have You ever seen a Jean-Claude-van-Damme-Movie?

Emmerich macht das Beste aus den Gegebenheiten, findet die richtigen Bilder, den richtigen Rhythmus für die Action, sogar eine ordentliche Kneipenschlägerei, rahmt all das in ein Vietnamkrieg-Trauma, und der Score rollt dazu den Teppich aus für 100 Minuten Actiondrama – von Dynamik versteht der Mann aus Sindelfingen jedenfalls was; da ist die Dünne der Story nebensächlich. Nach Abschluss der Arbeit an diesem Film stellte Emmerich fest: „So einen Film mache ich nie wieder. Das ist mir zu brutal.“ Obwohl "Universal Soldier", dessen Geschichte neben Terminator auch Elemente aus Die totale Erinnerung und RoboCop enthält, mit einem gewaltigen High-Tech-Aufwand gedreht wurde, kostete der Film nur 23 Millionen Dollar.

Wertung: 5 von 10 D-Mark
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