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Plakatmotiv: Die schreckliche Wahrheit (1937)

Eine herrliche Screwball-Comedy
mit viel improvisierten Dialogen

Titel Die schreckliche Wahrheit
(The Awful Truth)
Drehbuch Viña Delmar & Sidney Buchman
nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Arthur Richman
Regie Leo McCarey, USA 1937
Darsteller

Irene Dunne, Cary Grant, Ralph Bellamy, Alexander D'Arcy, Cecil Cunningham, Molly Lamont, Esther Dale, Joyce Compton, Robert Allen, Robert Warwick, Mary Forbes, Claud Allister, Asta, Al Bridge, Wyn Cahoon, Ruth Cherrington, Dora Clement, Kathryn Curry u.a.

Genre Komödie
Filmlänge 90 Minuten
Deutschlandstart
26. Oktober 1973 (TV-Premiere)
Inhalt

Als die wohlhabende Lucy Warriner eines Tages mit dem gut aussehenden Gesangslehrer Armand nach Hause kommt und sich herausstellt, dass ihr Mann Jerry gar nicht wirklich im Urlaub in Florida war, ist das Misstrauen groß. Beide bezichtigen sich einer Affäre, obwohl sie keine Beweise dafür haben.

Aus dem Streit folgt kurzerhand eine Scheidung, die binnen 90 Tagen rechtskräftig werden soll. In der Scheidungsphase zieht Lucy zu ihrer unverheirateten Tante Patsy, die sie mit dem etwas naiven Ölmillionär Daniel Leeson aus Oklahoma bekannt macht. Leeson ist zu Besuch in New York, und Lucy und Daniel fangen an, sich mehr als nur sympathisch zu finden, was wiederum Jerry wurmt, den die Eifersucht packt. Er lässt die nächsten Wochen nichts unversucht, die beiden Liebenden zu trennen, was ihm insbesondere sein eingeräumtes Besuchsrecht bei dem Hund Mr. Smith ermöglicht.

Als jedoch Daniels herrische Mutter, die gegen die Verbindung ihres Sohnes mit Lucy ist, anfängt, den Leumund von Lucy in Zweifel zu ziehen, ist Jerry der erste, der sie verteidigt. Lucy begreift, dass sie Jerry immer noch liebt, und will die Hochzeit mit Daniel absagen. Die Absage der Verbindung erübrigt sich, als Daniel und seine Mutter in Lucys Wohnung sowohl Jerry als auch Lucys charmanten Gesangslehrer Armand bei einer Prügelei antreffen.

Jerry hat unterdessen eine Beziehung mit Barbara Vance, einem überspannten Mitglied der Oberen Zehntausend von New York, begonnen. Jerry und Barbara sind bald das Stadtgespräch, was allerdings Lucy nicht so ungerührt lässt, wie sie eigentlich hofft …

Was zu sagen wäre

Ein klassischer Komödienstoff: Zwei erkennen erst, dass sie sich lieben und zueinander gehören, wenn sie beinahe schon geschieden sind. "The Awful Truth" ist eine Screwballcomedy der schnellen Sorte und das, obwohl viele Dialoge auf Wunsch von Regisseur Leo McCarey improvisiert waren. McCarey drehte den Film ohne fertiges Skript und ließ die Schauspieler so oft wie möglich improvisieren. Plakatmotiv (US): The Awful Truth (1937) Während Dunne damit wenig Probleme hatte, war Cary Grant, der für seinen Auftritt eine Gage von $ 50.000 erhielt, am Anfang wenig von dieser Methode der Schauspielerführung begeistert. Er wollte sich zu einem Zeitpunkt sogar aus dem laufenden Vertrag herauskaufen, doch Studioboss Harry Cohn verweigerte seine Zustimmung.

Grant war noch am Anfang seiner Karriere, hatte schon in vielen Filmen in Klein- und Nebenrollen gespielt, stand ein Jahr vor seinem Engagement für Leoparden küsst man nicht, der zum Filmstart noch nicht der Hit war, der er später werden sollte. Er war also noch weit weg von Cary Grant. Die Zusammenarbeit mit Irene Dunne, mit der Grant noch zwei weitere Filme drehen sollte, war nicht einfach. Grant mangelte es noch an der nötigen Erfahrung und er war stets unzufrieden, egal was Leo McCarey auch versuchte. Am Ende profitierten alle Beteiligten von dem fertigen Ergebnis: Irene Dunne erhielt ihre dritte Oscarnominierung, Cary Grant etablierte sich als Spezialist für romantische Komödien und das Studio hatte einen enormen finanziellen Erfolg.

Irene Dunne hatte während der Dreharbeiten erkennbar mehr Spaß, die meisten Szenen gehöre ihr. Wunderbar, wie sie immer zugewandt deutlich machen kann, wie sehr ihr etwas gegen den Strich geht, sei es der eigene, potenziell fremdgehende Ehemann, oder ein neuer Kandidat, der ihr ein Leben als Ölbaroness in Oklahoma City schmackhaft machen will. Wir schreiben noch die 1930er Jahre, da fügten sich Frauen noch still. Irene Dunne beherrscht in diesem Film die Kunst, sich zu fügen und mit freundlichem Glitzern im Auge trotzdem Nein zu sagen.

Dunne war es auch, die Cary Grant ins Team geholt hatte. Nach zahlreichen Auftritten in Melodramen war sie zu einem hochbezahlten Star geworden, als sie Mitte 1936 durch den Auftritt in "Theodora wird wild" einen erfolgreichen Wechsel in Richtung Komödiantin schaffte. Sie erhielt für den Film ihre zweite Oscarnominierung und es war ausgemacht, dass auch ihre nächste Produktion für Columbia Pictures ein Lustspiel sein sollte. Die Schauspielerin wählte schließlich als Projekt eine Adaption des Theaterstücks "The Awful Truth" von Arthur Richman, das bereits zweimal verfilmt worden war: 1925 mit Agnes Ayres und Warner Baxter, sowie 1929 als Tonfilm mit Ina Claire und Henry Daniell in den Hauptrollen unter der Regie von Marshall Neilan.

Das Setting kennen wir aus vielen Filmen jener Zeit: große Salons, verschwenderisch eingerichtete Stadthäuser, elegante Kleider und kaum Straßenszenen. die Charaktere gehen keinem erkennbaren Broterwerb nach, sie sind einfach wohlhabend.

Der Foxterrier Skippy, der Mr. Smith spielte, hatte bereits als Asta das Ehepaar Nick und Nora Charles alias William Powell und Myrna Loy in der "Der dünne Mann"-Reihe erfreut. Im Folgejahr war er als George in Leoparden küsst man nicht neben Cary Grant, Katharine Hepburn und einem Leoparden zu sehen.

Wertung: 4 von 6 D-Mark
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