Christopher Maitland ist ein Sammler skurriler Gegenstände und Autor okkulter Themen. Er ist wie gebannt, als ihm der wenig skrupelbehaftete Trödelhändler Anthony Marco einen Totenschädel zum Kauf anbietet, der zu Lebzeiten der legendäre Marquis de Sade gewesen sein soll.
Maitland erfährt, dass Marco das begehrte Objekt von Sir Matthew Phillips gestohlen hat, einem Freund Maitlands und wie dieser ein Sammler eigenartiger Artefakte. Sir Matthew ist über den Verlust des Schädels gar nicht traurig, schreibt er dem verfluchten Haupt de Sades magische Kräfte zu, die schon fast einem Fluch gleichkommen. Und so warnt er Christopher Maitland vor dessen Besitz und den Kräften des Bösen, die von ihm ausgehen würden.
Auf die Gerüchte, dass der Schädel besessen sei gibt Maitland nicht viel. Doch dann fangen die Albträume an und es gibt die ersten Toten …
Die Geschichte einer Besessenheit. Ein Wissenschaftler, der über okkulte Themen forscht, über Artefakte und Rituale, der aber selber nicht an Okkultes glaubt, gerät in den Bann eines Schädels.
Die Schwierigkeit, die so ein lebloser Schädel in einem Film hat, ist, dass er wenig tun kann. Der Schädel steht irgendwo.
Mal im Schrank, mal in einem Pentagramm auf einem Tisch, mal schwebt er auch durchs Haus. Aber alles, was er auslöst, kann sich nur durch Beleuchtung, Bildschnitt und anschwellender Musik manifestieren.
Das macht das Zuschauen im Kino zäh. Im letzten Drittel läuft Christopher Maitland, ohne noch einen Dialog zu haben, dem Wahn verfallen, in seinem Haus hin und her, während die Musik schrillt, der Schädel an seinem Platz grinst und ständig die Bildfarben wechseln, weil der Kameramann mit wechselnd farbigen Lichtern arbeitet. Das wäre jetzt der aufregende Teil des Films, der Angriff des Bösen, der Kampf gegen die Geister, die der Protagonist rief. Aber mangels sowas wie einer Kreatur bleibt es gehobenes Pantomimenspiel.
Bis dahin ist wenig passiert. Wir haben Maitland auf einer Auktion für okkulte Gegenstände kennengelernt, wo er beim Bieten dauernd seinem Freund Sir Matthew Phillips unterliegt, der schwer reich ist. Christopher Lee (Das Geheimnis der gelben Narzissen – 1961; Dracula – 1958) spielt ihn als britisch versteinerten Aristokraten, der seine Abende mit Billard mit Maitland verbringt. Dann sehen wir Maitland beim Kauf eines in Menschenhaut gebundenen Buches über Marquis de Sade, das im weiteren Verlauf keine Rolle mehr spielt, uns aber sein Forschungsgebiet sowie den Trödelhändler Anthony Marco näher bringt, den Maitlands Frau nicht mag und vor dem sie ihren Mann deutlich warnt. Hätte er mal auf sie gehört. Aber die Ehefrau spielt dann auch weiter keine Rolle – bis dann der wahnhafte Maitland sie im Schlaf erdolchen will, was aber das Kruzifix an ihrer Halskette verhindert.
Peter Cushing (Dracula – 1958) sitzt als Maitland viel mit der Lupe an seinem Schreibtisch und ist augenscheinlich hin und her gerissen von diesem Schädel, den er eigentlich nicht kaufen will, weil Marco zu viel Geld dafür verlangt. Das gibt der Regie die Möglichkeit, Maitland unerlaubt in Marcos Hotelzimmer eindringen zu lassen, wo er den Schädel klauen will und Marco mit durchgebissener Kehle auffindet.
Passieren tut in diesem Film sonst nichts weiter. Wir sehen Opfer des Fluchs, und als wir den Fluch bei der Arbeit sehen, passiert nichts. Zwischendurch schwebt ein Buch aus dem Regal und flattern Vorhänge bei geschlossenem Fenster. Vielleicht wollte Freddie Francis eine metaphysisches Abenteuer bebildern, in dem sich alles innerlich abspielt. Das würde die aktionistische Leere des Films erklären.
Wenn das nicht der Fall ist, ist der Film einfach langweilig.
