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Kinoplakat: Zwei an einem Tag
Vergänglichkeit in einem
grandiosen Rührstück
Titel Zwei an einem Tag
(One Day)
Drehbuch David Nicholls
nach seinem gleichnamigen Roman
Regie Lone Scherfig, USA, UK 2011
Darsteller Anne Hathaway, Jim Sturgess, Tom Mison, Jodie Whittaker, Tim Key, Rafe Spall, Joséphine de La Baume, Patricia Clarkson, Ken Stott, Heida Reed, Amanda Fairbank-Hynes, Gil Alma, David Ajala, Georgia King, Ukweli Roach u.a.
Genre Romanze
Filmlänge 107 Minuten
Deutschlandstart
3. November 2011
Website experienceoneday.com
Inhalt

Der 15. Juli ist das Datum, das die Beziehung von Emma Morley und Dexter Mayhew prägt; jedes Jahr wieder. Alles beginnt mit einer gemeinsamen Nacht nach der Examensfeier am 15. Juli 1988 in Edinburgh. Danach trennen sie sich. Sie sind zu verschieden.

Dex ist ein kleiner Adonis und unbekümmerter Draufgänger aus der reichen Oberschicht. Emma will Schriftstellerin werden. Dex reist nach dem Studiumerst mal in der Weltgeschichte umher. Emma muss sich ihren Lebensunterhalt in einer Kneipe erkellnern. Dex startet eine Karriere als seichter Musik-TV-Moderator, genießt sein Dandy-Leben in vollen Zügen, geht auf Partys, betrinkt sich gern, schwängert ein humorloses, aber wohlhabendes Mädchen, heiratet, und erwartet vom Leben Spaß - bis seine Mutter stirbt, seine Popularität beim Fernsehpublikum nachlässt und seine Stelle mit einem Jüngeren besetzt wird.

Emma textet in muffigen Mini-Apartments erfolglos an einem Buch, ist politisch engagiert und heimlich in Dex verliebt - immer schon. Ihre Karriere tingelt von Kellnerin zur Geschäftsführerin einer Billig-Restaurant-Kette zu einem Studium zu einer engagierten Lehrerin. Und einem mann, den sie nicht liebt und der auch mehr davon träumt, erfolgreicher Comedian zu sein und sein Leben vertrinkt.

Em und Dex verlieren sich nie aus den Augen, fühlen sich irgendwie magnetisch zueinander hingezogen und benutzen sich gegenseitig als Schulter, an die sie sich lehnen und an der sie sich aussprechen und aufrichten können. An jedem 15. Juli treffen sie sich, unternehmen einmal sogar eine gemeinsame Urlaubsreise, finden aber aufgrund ihrer unterschiedlichen Charaktere nie wirklich zusammen, bis endlich ...

Was zu sagen wäre

„Harry & Sally” mit europäischem Touch. Als Verfilmung eines Bestsellers gibt der Film als Kinowerk nicht so viel her, bietet aber zwei Stunden Rührstück auf gehobenem Niveau. Ich bin kein Anne-Hathaway-Fan, aber sie macht aus ihrer Klischee-Rolle des engagierten, flatterhaften Unterschichtenmädchens mit dem goldenen Herzen das Beste und da passen sogar ihre großen Kuhaugen. One Day, wie der Film (besser) im Original heißt, ist der Cheesburger im aktuellen Kino. Er schmeckt ganz gut, tut nicht weh und ist bald im Grundrauschen der jährlichen Überproduktion vergessen.

Im Kopf bleibt eher das Leben, das der Film durch seine (allerdings schon vom Roman vorgegebenen) Struktur ausstellt: Dexter macht mit Mitte 20 ordentliche Karriere beim Fernsehen, Mitte 30 ist er Out und vergessen. Die Vergänglichkeit verschiedener Lebensentwürfe in einem Leben, spürbar gemacht in 107 Filmminuten. Der Film macht schön deutlich, wie lang ein Leben eigentlich ist, wie kurz eine Dich völlig aus- und erfüllende Phase am Ende wirkt und wie abwechslungsreich die Jahrzehnte eines Durchschnittslebens sind. Das bleibt auch beim Bier nach dem Kino noch Gesprächsstoff.

Wertung: 5 von 7 €uro
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