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Kinoplakat: Freddy vs. Jason (2003)
Dann ist der Kampf
also auch gekämpft
Titel Freddy vs. Jason
(Freddy vs. Jason)
Drehbuch Damian Shannon + Mark Swift
Wes Craven + Victor Miller
Regie Ronny Yu, USA, Italien, Kanada 2003
Darsteller Robert Englund, Ken Kirzinger, Monica Keena, Jason Ritter, Kelly Rowland, Chris Marquette, Brendan Fletcher, Katharine Isabelle, Lochlyn Munro, Kyle Labine, Tom Butler, David Kopp, Paula Shaw, Jesse, Zack Ward u.a.
Genre Horror
Filmlänge 97 Minuten
Deutschlandstart
20. November 2003
Inhalt

Freddy Krueger schmort buchstäblich in der Hölle und gerät in der Elm Street in Vergessenheit. Um wieder zu Kräften zu kommen, beeinflusst Freddy den Mörder Jason Voorhees. Jason geht in die Elm Street und ermordet einen Jugendlichen. Schnell glaubt die Polizei, dass Freddy Krueger zurück ist, und Freddy kehrt in die Träume der Elm-Street-Kinder zurück. Doch noch kann er nicht wieder morden. Die neuen Kinder in der Elm Street kennen Freddy nicht und haben daher keine Angst vor ihm.

Jason mordet weiter. Durch die Gespräche der Erwachsenen bekommen die Kinder auch den Namen Freddy zu hören, sodass dieser wieder anfängt, in den Träumen der Jugendlichen aufzutauchen. Jedoch tötet Jason ein schlafendes Mädchen, welches in ihrem Traum gerade unter Freddys Bedrohung leidet, und nimmt ihm so ein mögliches Opfer weg. Ein Kampf von Böse gegen Böse beginnt. Freddy versetzt sich in Jasons Träume und sucht nach seinen Ängsten. Währenddessen versuchen Lori, Will, Linderman und Kia, die letzten Überlebenden einer Gruppe, die die beiden bekämpfen will, die beiden „Legenden“ zum Crystal Lake zu bringen, wo sie dann einen ausgeglichenen Kampf führen können.

Freddy findet heraus, dass Jason Angst vor Wasser hat und nutzt dies aus. Jason scheint in seinem Traum zu ertrinken, wird aber von Lori, die in den Traum eindringen kann, gerettet. Am Crystal Lake kommt es dann zum finalen Kampf …

Was zu sagen wäre

Freddy gegen Jason also … unsterbliches Franchise-Monster gegen unsterbliches Franchise Monster. Das erinnert an Vernes Frage in Stand by Me (1986): „Meinst Du, Mighty Mouse könnte Superman besiegen?“ „Was ist los? Bist du irre?“ „Naja, warum nicht. Ich hab letztens gesehen, wie sie fünf Elefanten auf einer Hand getragen hat.” „Junge, Du hast doch wirklich keine Ahnung. Mighty Mouse ist ein Cartoon. Superman ist ein realer Kerl. Es gibt keine Möglichkeit, dass ein Cartoon einen echten Kerl umhauen kann.“ „Ja ... wahrscheinlich hast du Recht. Aber wär ein klasse Fight!

Daran muss ich die ganze Zeit denken bei diesem Franchise-CrossOver. Der mehr oder weniger reale, aber auf jedem Fall hiesige Jason gegen das jenseitige Albtraumgebilde Freddy? Wie soll das gehen? Egal. Diese Frage stellt sich nicht wirklich, solange man ein cleveres Marketing-Mash-Up verkaufen kann. Es gibt die üblichen Zutaten: Mordende Monster, böse Eltern, grausame Mediziner, Verwirrung stiftende Libido und, damit verbunden, jede Menge Teenager in eng geschnittener Garderobe, die einerseits knackig aussehen, andererseits viel hermachen für die zu erwartende Schlachtplatte.

Einen Pluspunkt hat dieses durchkalkulierte Marketing-Produkt recht schnell: Auch Anfang des 21. Jahrhunderts ist es immer noch nötig, präpotenten pubertierenden Jungs, die sich zu Hauf im Kinosessel finden, zu sagen, dass die Zeiten vorbei sind, in denen sie sich gelangweilt am Sack kratzen und dann darauf bestehen konnten, dass die blonde Schnepfe aus der Nachbarklasse gefälligst frohgemut für die restlichen drei erfüllenden Minuten zu sorgen hatte. Der sarkastische Opener dieses Films ist da eine echte Erholung.

Wie überhaupt alle Mechanismen zwischen Mann/Frau – Vater/Tochter in Frage gestellt werden. Der Film ist eigentlich ziemlich gleichgültig. Aber er transportiert eine Botschaft. Die herkömmlichen/überkommenen Mann-Frau-Bilder sind Vergangenheit.

Die Unausweichlichkeit der Stadt-Geschichte gibt dem Film eine kurzfristige Tiefe. Wenn die Polizeibehörden der Stadt mit allen Mitteln verhindern wollen, dass ein altes Geheimnis an die Öffentlichkeit kommt … da kommt schon ein Gefühl der Dramatik auf – ohne dass der Film dadurch besonders würde. Der Endkampf ist ein blutiges Gemetzel. Das war bei diesen beiden Antagonisten zu erwarten. Es ist aber völlig gleichgültig. Nachdem alle Teenager, die in ihrem eigenen weiteren Leben eine Rolle hätten spielen können, nun aus der Geschichte geslashed worden sind, ist es am Ende kaum noch wichtig, dass auch Freddy und Jason sich aus derselben verabschiedet haben. Übrig bleiben der Junge mit der mächtigen Haartolle und das Mädchen im zu engen weißen Top. So weit, so erwartbar, so bedeutungslos.

Aber natürlich macht so eine Billigschlachtplatte Spaß, wenn man nachts um zwei – der Kasten Bier ist noch nicht leer – noch einen Kickstarter braucht.

Wertung: 2 von 10 D-Mark
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