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Plakatmotiv: John Wick - Kapitel 2
Zu viel Alt-Neues
an der Killerfront
Titel John Wick – Kapitel 2
(John Wick: Chapter 2)
Drehbuch Derek Kolstad
mit Charakteren aus eigener Feder
Regie Chad Stahelski, USA, Hongkong 2017
Darsteller
Keanu Reeves, Riccardo Scamarcio, Ian McShane, Ruby Rose, Common, Claudia Gerini, Lance Reddick, Laurence Fishburne, Tobias Segal, John Leguizamo, Bridget Moynahan, Thomas Sadoski, Erik Frandsen, David Patrick Kelly, Perry Yung u.a.
Genre Action
Filmlänge 122 Minuten
Deutschlandstart
16. Februar 2017
Inhalt
Wenige Tage, nachdem John Wick den russischen Mafiaboss Viggo Tarasov und dessen Sohn Iosef getötet hat, findet John heraus, dass sich sein Ford Mustang in der Werkstatt von Abram Tarasov befindet, wo dessen Leute gestohlene Autos zerlegen und die Einzelteile weiterverkaufen. Tarasov ist der Bruder von Viggo und der Onkel von Iosef. John nimmt sein Fahrzeug wieder an sich und tötet dabei zahlreiche Männer Tarasovs. Anschließend sucht er Tarasov auf und bietet ihm Frieden an, den dieser akzeptiert.

Von Aurelio lässt er sein stark beschädigtes Fahrzeug reparieren und betoniert seine Waffen und Ausrüstung wieder zuhause unter dem Fußboden ein, um seinen unterbrochenen Ruhestand wieder aufzunehmen. Da erhält er Besuch von Santino D’Antonio, einem italienischen Mafioso und einer seiner früheren Auftraggeber, der die Einlösung einer Schuldmünze einfordert. Diese hatte John einst mit seinem Blut gezeichnet, damit Santino ihm beim Ausstieg aus der Organisation hilft. Als John nun seine Hilfe verweigert und sich auf seinen Ruhestand beruft, jagt Santino Johns Haus mit einem Granatwerfer in die Luft.

John begibt sich daraufhin ins Continental, wo dessen Manager Winston ihn an die beiden unverbrüchlichen Regeln der Unterwelt erinnert: Keine „Geschäfte“ auf dem Grund und Boden der Continental-Hotels, und Schuldmünzen müssen eingelöst werden. Also trifft John sich erneut mit Santino und nimmt den Auftrag an: Er soll Santinos Schwester Gianna in Rom töten, deren Sitz in der Hohen Kammer des Zwölferrats, des weltweiten Verbrechersyndikats, Santino ihr neidet und beansprucht.

Im römischen Continental wird John von Julius, dem Manager, in Empfang genommen und lässt sich mit Waffen und schussfester Kleidung ausstatten. Er erwartet Gianna in deren Baderaum, doch diese möchte ihren Tod selbst bestimmen und schneidet sich die Pulsadern auf. John zieht sich zurück und wird von Cassian gestellt, Giannas Leibwächter. Bei einer wilden Schießerei und Flucht durch die Katakomben tauchen plötzlich auch Santinos Leute mit deren Anführerin Ares auf, die John ebenfalls töten sollen. John kann die meisten der Angreifer töten und gerät schließlich in einen Zweikampf mit Cassian, der damit endet, dass beide durch eine Glastür ins Continental brechen und dort aufgrund der Regeln ihre Kampfhandlungen einstellen müssen. Nach einem gemeinsamen Drink an der Hotelbar verspricht Cassian, sich für den Tod von Gianna zu rächen.

Während John nach New York zurückkehrt, lanciert Santino bei der Organisation einen Tötungsauftrag gegen John Wick für 7 Millionen Dollar, wegen des Mordes an seiner Schwester. Alle Killer, die den Auftrag auf ihren Mobiltelefonen erhalten, machen Jagd auf John …

Was zu sagen wäre

Der Titel deutet es ja schon an: „Kapitel 2“. Vorbei ist da noch nichts. John wird auch in einem dritten Kapitel gegen alle Killer der Welt kämpfen müssen – vielleicht noch in einem vierten, einem fünften (dann aber schon als reines Video on demand) und so weiter.

Wieder ein Film, der die Erwartung befriedigt. Es wird gekonnt geballert, ballettartig inszeniert, wenig gesprochen. Wie immer in Fortsetzungen solcher Filme verliert der Charme der Ursprungsidee. Das Continental-Hotel für Verbecher, die glasklaren Ehrenregeln, die diffus im ersten Kapitel schimmerten und für sarkastischen Spaß sorgten, müssen klarer gezeigt, beleuchtet, verdichtet werden. Aber dafür sind diese Ideen selten gebaut.

Der reizvolle Film wird brüchig, wenn plötzlich eine weltumspannende Gangsterorganisation alles Gangstertum der Welt inne hat, wenn eine Mafiapatin sich selbst tötet, weil sie den Zeitpunkt ihres Todes selbst bestimmen möchte. Da spätestens verlassen auch Fantasyfilme ihre Basis. Und nichts anderes als Fantasy ist dieser Film.

Filme wie dieser sind nicht als Kunstwerke gedacht. Da müssen wir nicht lang drumrumformulieren. Wir freuen uns über einen Waffenkauf in Rom, der als Weinverkostung getarnt ist und für jeden Gang – „Ich weiß von Ihrer Vorliebe für die deutschen Anbaugebiete, aber ich empfehle Ihnen auch rückhaltlos die österreichischen Gebiete – Glock 34 und 26“.

„Genießen Sie Ihre Party.“ Und so geht die Geschichte über nackte Frauen und mächtige Brüste, als könnten dies Entscheidungsträger sein. Und so tanzt das perfekt inszenierte Ballett des Todes … Ein morbider Spaß, bei dem zwischendurch Cellisten und Violinistinnen Hochkultur präsentieren. Dieser Widerspruch hält dieses zwote Kapitel in Atem; das ist alles elegant, aber letztlich irgendwann langweilig.

Wertung: 3 von 8 €uro
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