IMDB
Kinoplakat: Heavy Metal
Sehr bunt,
sehr leer
Titel Heavy Metal
(Heavy Metal)
Drehbuch Daniel Goldberg + Len Blum + Dan O'Bannon + Richard Corben + Bernie Wrightson + Angus McKie + Jean Giraud
nach Motiven der gleichnamigen Fantasy-Comic-Reihe
Regie Gerald Potterton, Kanada 1981
Stimmen

Percy Rodriguez, Wolf Ackva, Richard Romanus, Hartmut Becker, Susan Roman, Dagmar Heller, Al Waxman, Walter Reichelt, Ulf-Jürgen Wagner, Gernot Duda, Martin Lavut, Tonio von der Meden, Rodger Bumpass, Hartmut Neugebauer, Don Francks, Norbert Gastell, John Candy, Manfred Lichtenfeld, Eugene Levy, Donald Arthur, Harold Ramis, Bruno W. Pantel, Don Francks, Kurt E. Ludwig u.a.

aufgeführt sind jeweils us-amerikanische und deutusche Synchronsprecher

Genre Fantasy, Science-Fiction
Filmlänge 86 Minuten
Deutschlandstart
18. Februar 1982
Inhalt
Astronaut Grimaldi verlässt sein Space Shuttle in einer Corvette C1 Convertible in Richtung Erde. Er landet an einem Bremsschirm bei einem Herrenhaus, wo ihn seine junge Tochter begrüßt.

Im Haus angekommen zeigt er ihr einen Behälter, in dem sich eine grüne Kugel befindet. Er öffnet den Behälter – und stirbt. Die grüne Kugel hat den Astronauten geschmolzen. Die Kugel stellt sich dem entsetzten Mädchen als „Der ‚Loc-Nar', die Summe alles Bösen“ vor.

Bevor sie das Mädchen tötet, will die Kugel ihr zeigen, wie sie die Gesellschaft durch Zeit und Raum beeinflusst hat. Der Loc-Nar zwingt das Mädchen dann, mehrere beängstigende Geschichten anzusehen, in der die grüne Kugel stets als böse treibende Kraft eine zentrale Rolle einnimmt …

Was zu sagen wäre

Die Fantasy-Comic-Reihe „Heavy Metal“, die hierzulande unter dem naheliegenden Titel „SchwerMetall“ ausliegt, bietet Science-Fiction- und Fantasy-Geschichten „für Erwachsene“. Sie bestechen durch grandiose Bilder, Gemälden gleich, sind sehr bunt und sehr voll mit Geschichten und Phantasie … und Sex kommt auch drin vor. Ich rede hier von den fantastisch gemalten Comic-Geschichten.

Der Film hat einige Geschichten aus dem Comic übernommen, erzählt aber auch Eigenständiges, das dem gleichen Geist entstammt. Wie im Magazin kommen im Film anarchisch angehaucht, intellektuelle Grenzauslotungen mit viel blutiger Gewalt, Nacktheit und Sexualität vor. Daher gilt der Film auch als Vorläufer der gegenwärtigen Popularität von japanischen Anime für Erwachsene in der westlichen Welt. Aber es ist eben was anderes, ob ich einer nackten 90-60-90-Amazone im Comic folge, oder ob die plötzlich eine Filmstory tragen muss, in der die Autoren vergessen haben, ihr etwas zu handeln zu geben – einfach nur nackt-mit-dicken-Brüsten reicht nicht.

Es zeigt sich, dass diese Comicstories im Kino weniger funktionieren als im Comic, in dem dem Leser durch die klar definierten Gemälde Raum für seine Phantasie bleibt. Der Film, der solche die Phantasie anregenden Leerstellen mit Inhalt füllen muss, macht aus den großen Reisen des Geistes kleine Trips in die nächste Umgebung. Der Film ist der hilflose Versuch, einem gedruckten Phänomen des Zeitgeistes eine (lukrative) filmische Entsprechung zu geben. Das aber geht völlig schief. Der Film „Heavy Metal“ macht deutlich, warum das Comic „Heavy Metal“ funktioniert, warum es Geschichten gibt, die in Comics gedruckt werden und solche, die zu einem Film werden. Comics brauchen manchmal 24 Bilder, um eine ganze Geschichte zu erzählen. Film braucht diese 24 Bilder pro Sekunde. In solchen Momenten wird brutal deutlich, wenn Comicheftchen einfach nur Heftchen sind, die maximal die Phantasie anregen. Film aber braucht mehr. 

Ich hatte das ein oder andere Aha-Erlebnis, wenn Richard Corbens Charakter Den auftritt und ich kurz den Eindruck habe, hier sei ein Comic lebendig geworden. Aber das trägt nicht für einen ganzen Film. Außerdem sind die Zeichnungen gegenüber ihren starren Originalen sehr durchwachsen.

Der Film ist sehr bunt und sehr leer.

Wertung: 4 von 9 D-Mark
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