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Plakatmotiv: Piranhas II – Fliegende Killer (1981)

Frauen in knappen Bikinis erregen
mehr Aufsehen als fliegende Fische

Titel Piranhas II – Fliegende Killer
(Piranha Part Two: The Spawning)
Drehbuch Charles H. Eglee + James Cameron
Regie James Cameron, Italien, USA, Japan 1981
Darsteller

Tricia O'Neil, Steve Marachuk, Lance Henriksen, Ricky Paull Goldin, Ted Richert, Leslie Graves, Carole Davis, Connie Lynn Hadden, Arnie Ross, Tracey Berg, Albert Sanders, Anne Pollack, Hildy Magnasun, Phil Colby, Lee Krug u.a.

Genre Drama, Horror
Filmlänge 94 Minuten
Deutschlandstart
24. Juni 1983
Inhalt

Nachts werden zwei Taucher beim Sex im Meer von einem Schwarm Fische angegriffen und getötet. Da sich noch weitere seltsame Angriffe ereignen, geht die als Tauchlehrerin arbeitende Meeresbiologin Anne Kimbrough der Sache mit Hilfe des Biochemikers Tyler Sherman nach.

Sherman arbeitet für die Regierung und verschweigt seine wahre Identität. er weiß, dass die genetisch veränderten Killerpiranhas hoch aggressiv sind und fliegen können.

Keiner will auf Annes Warnung hören, die Katastrophe ist programmiert. Die Piranhas greifen die Gäste im "Club Elysium" an Lands an …

Was zu sagen wäre

Was ich im Kopf habe, als ich das Kino verlassen habe? „Klasse Mädels in knappen Bikinis. Schicke Beine!“ Die Schauwerte dieses Thrillers beschränken sich auf knappe Bikinihöschen. Alles andere ist Werferei Plastikfische gegen Mädchen.

Plakatmotiv: Piranhas II – Fliegende Killer (1981)Es ist alles so bekannt! James Cameron tut gerade so, als habe er da was neu erfunden. Aber nichts wäre falscher. Viecher bedrohen Urlaubsstrand, Tourismusmanager versuchen, dies zu negieren. Ihre Restspannung verliert die Story, als der verwickelte Biochemiker die Inselregierung für zu unerfahren erklärt, um die Katastrophe abzuwenden: „Wir müssen das sofort melden“, drängt Anne, die sympathische Tauchlehrerin. „Du musst mitkommen, um den Leuten die Gefahr klarzumachen!“ „Das geht nicht. Ich darf überhaupt nicht hier sein, offiziell.“ „Tyler, es sind Menschen umgekommen! Du musst mitkommen und ihnen alles sagen, was Du weißt!“ „Auf keinen Fall. Ich brauche noch mehr Informationen. Dann mache ich einen offiziellen Bericht und leite ihn den zuständigen Stellen zu, die in der Lage sind, die Sache in den Griff zu kriegen. Die auf der Insel sind doch nicht fähig dazu, Anne. Der einzige Weg ist der offizielle!“ Das kennen wir aus dem Weißen Hai, wo es eleganter, weniger plump erzählt wurde. Aber am Ende sind wir da, wo wir bei Fischfilmen seit "Jaws" immer sind: bei den Behörden, die eine Rettung erschweren.

Diesen Part übernehmen hier ein sehr alberner Hoteldirektor, dem man beim ersten Kontakt ansieht, dass er nicht hilft. Und Police Chief Steve Kimbrough, Ex-Mann von Anne, der Hauptdarstellerin, Chefpolizist am Ort und in der für Filme so reizvollen Position zwischen Arschloch und Heilsbringer. Lance Hendrickson spielt diese Rolle sehr lebendig – wir vertrauen ihm sofort. Seine Ex, Tauchlehrerin Anne, ist eine feschere Adrienne Barbeau, John Carpenters Heroine aus dessen Abenteuern The Fog und Escape from New York.

Die Special Effects sind wirklich schlecht; die fliegenden Killer sind im besten Fall geworfene Killer.

Es wird über den ganzen Film nie klar, was er eigentlich will. Gruseln? Tut er nicht. Wir erleben Sich-durch-den-Urlaub-treibende-Foto-geile-kieksende-Ehefrauen, softe Ehemänner und skrupellose Tourismusmanager – wie gehabt in vergleichbaren Filmen, plus ein bisschen was! Innovativ ist anders.

Aber: Die Pointe ist hübsch. Da läuft eine Horde Sommertouristen über den mitternächtlichen Strand und skandiert „Wir wollen Fisch! Wir wollen Fisch!“ Und ist längst auserkoren, selbst zu Fischfutter zu werden. James Cameron verkehrt die Perspektive vom Nahrungsmittel-Fisch hin zum Nahrungsmittel-Menschen. Da könnte man eine Art Message erkennen.

Aber unterm Strich: Plastikfische in einem Plastikfilm erschrecken Plastikmenschen in knappen Bikinis.

Wertung: 2 von 9 D-Mark
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