Der Abend fing ganz normal an für die Hollywood-Diva Honey Whitlock. Sie war zur Gala-Premiere ihres neuesten Films eingeladen, aber als sie gerade lächelnd oben vor dem Mikro stand, kam dieser wuschelhaarige Irre im Abendanzug, hielt ihr einen ziemlich großen Revolver an den Kopf und kidnappte Honey.
Der Irre entpuppt sich als Cecil B. DeMented, hinter ihm steht eine Terrortruppe, und sie haben große Ziele: „Alle Macht denen, die schlechtes Kino bestrafen! Kinoterroristen – macht mit bei der Revolution gegen Hollywood-Filme! Keine Filme mehr, die auf dämlichen Videospielen beruhen! Keine Fortsetzungen von hirnrissigen Blockbustern mehr!”
Cecil B. DeMented will stattdessen ausgerechnet mit Hollywood-Herzchen Honey den ultimativen Underground-Film drehen …
Ganz schön schräg. Mit einer kleinen Prise Anarchie. Das ist im Hollywood der 1990er Jahre gerade schwer in Mode. Cecil B. DeMented, der zu allem entschlossene Regisseur mit den wilden Thesen („Dreh' gute Filme oder stirb!”), ist eine Filmfigur aus der Feder des unbezähmbar optimistischen US-Anarchisten John Waters: „Mir hat die Idee gut gefallen, dass jemand durchgeknallt genug ist, um Kino zu Politik zu machen und für seinen Geschmack in den Krieg zu ziehen.”
Ob aus jeder Idee, die einem Filmemacher „gut gefällt” auch zwingend immer gleich ein abendfüllender Spielfilm werden muss, sei dahingestellt. Manchmal ist eine Idee wie ein flüchtiger Gedanke, manchmal in drei Minuten abgehandelt. Und ob man in einen solchen Krieg ausgerechnet mit Melanie Griffith ("Verrückt in Alabama" – 1999; Celebrity – Schön. Reich. Berühmt. – 1998; Two Much – Eine Blondine zuviel – 1995; Fegefeuer der Eitelkeiten – 1990; Cherry 2000 – 1987) ziehen sollte, ist auch eine Frage, über die man länger diskutieren kann.
"Cecil B." ist – im besten Sinne des Wortes – Geschmackssache.