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Kinoplakat: Malice - Eine Intrige
Grandioser Thriller, der
im Hirn stecken bleibt
Titel Malice - Eine Intrige
(Malice)
Drehbuch Aaron Sorkin + Jonas McCord + Scott Frank
Regie Harold Becker, Kanada, USA 1993
Darsteller Alec Baldwin, Nicole Kidman, Bill Pullman, Bebe Neuwirth, George C. Scott, Anne Bancroft, Peter Gallagher, Josef Sommer, Tobin Bell, William Duff-Griffin, Debrah Farentino, Gwyneth Paltrow, David Bowe, Diana Bellamy, Michael Hatt, Paula Plum, Sara Melson, Ken Cheeseman, Richard Rho, Joshua Malina u.a.
Genre Thriller
Filmlänge 107 Minuten
Deutschlandstart
19. Mai 1994
Inhalt
Andy Sarafin hat die Professur an dem College in der kleinen Stadt in Massachussetts bekommen. Er richtet sich noch ein im neuen Haus, dessen Hypotheken schmerzhaft sind. Aber er und seine Frau Tracy haben sich vorgenommen, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Andy und Tracy sind – alles in Allem – glücklich.

Beunruhigend ist höchstens, dass ein Serienmörder umgeht. Und wenn Andy ehrlich ist, gefällt es ihm auch nicht so gut, dass sie zur Zeit noch einen Untermieter haben. Jed Hill, ein alter Studienfreund von Tracy, der hier am Krankenhaus den Chefarztposten übernimmt und noch keine Wohnung hat. Aber dann erweist es sich doch als ganz praktisch – Glück im Unglück, sozusagen.

Tracy wird mit Unterleibschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert. Jed operiert gleich selbst, entfernt operativ ihre Eierstöcke, ohne auf die Ergebnisse des histologischen Befunds zu warten, da er die Dringlichkeit des Eingriffs als sehr hoch einschätzt. Die Frau war schwanger. Nun kann Tracy keine Kinder mehr haben. Sie verklagt Jed auf 20 Millionen Dollar Entschädigung. Und sie verlässt Andy. Ihrem Mann wirft sie vor, dass der die Einwilligung für den Eingriff gegeben hat.

Andy ist am Boden zerstört und vergräbt sich in Arbeit. Dabei gelingt es ihm zufällig, den Serienmörder zu entlarven. Er war zwischenzeitlich selbst unter Verdacht geraten, konnte den Verdacht aber von sich lenken, nachdem er freiwillig eine Spermaprobe abgegeben hatte.

Diese Probe zeigt zweierlei: Andy ist nicht der Serienmörder. Andy ist aber auch steril – also nicht der Vater des Kindes, das in seiner geliebten Tracy heranwuchs. Tracy hat ihn betrogen. Und weil er schon mal dabei ist, sein Leben auf die Reihe zu bekommen, stellt er fest, dass auch seine Schwiegermutter keineswegs tot ist, wie Tracy immer behauptet hatte. Sie ist quicklebendig und große Freundin guten Whiskys. Andy bringt eine Flasche mit und als die leer ist, hat er viele unangenehme, böse Dinge über die Frau erfahren, von der er angenommen hatte, dass sie ihn geliebt habe …

Was zu sagen wäre
Von A bis Z konstruiert. Aber was für ein Knaller! Malice ist so ein Thriller, der nicht nur am Ende irgendeine schlüssige BA-DA-BOUM-Lösung präsentiert, sondern schon unterwegs so weh tut, dass er weit über den Tag hinaus verstört. Seit Alfred Hitchcocks seligen Thrillerzeiten gehört es zum guten Ton, die Unschuldigen durchs Fegefeuer zu jagen; aber weil sich Harold Becker (Sea of Love – 1989) hier vor Hitchcock verneigt, darf ich den Psycho-Regisseur erwähnen.

Erschreckend, zu was Menschen fähig sind. Oder, was Autoren sich ausdenken, wozu Menschen fähig sein könnten. Bei Thrillern muss man mit dem Verraten von Inhalt vorsichtig sein, deswegen sei hier nur gesagt: Perfekt! Spannend, weil menschlich. Menschlich, weil gut gespielt. Straight, weil das Drehbuch einer straffen Dramaturgie gehorcht. Elegant, weil in sattem Herbst-Braun und -Grau fotografiert.

Natürlich gibt es den Tropfen Wasser im Wein: Die Serienkiller-Geschichte setzt dem konstruierten Plot die unfreiwillige Krone auf, weil sie keinem anderen Zweck dient, als zu erklären, warum Andy eine Spermaprobe abgibt, die das Buch braucht, um zu erklären, woher man weiß, dass seine Frau ihn betrogen haben muss. Erschwerend kommt hinzu, dass ich den Serienkiller erkannt habe, als er in seiner Zivilkleidung erstmals im Bild auftauchte – man sollte einfach gewissen Gesichtern nicht gewisse Rollen geben („Sehe ich aus, wie ein Mörder?“ „Und wie!“).

Aber sonst? Großartig!!
Wertung: 10 von 10 D-Mark
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