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Plakatmotiv: Trommeln am Mohawk (1939)

John Ford feiert
den Pioniergeist

Titel Trommeln am Mohawk
(Drums Along the Mohawk)
Drehbuch Lamar Trotti + Sonya Levien
nach dem Roman „Pfauenfeder und Kokarde“ von Walter D. Edmonds
Regie John Ford, USA 1939
Darsteller

Claudette Colbert, Henry Fonda, Edna May Oliver, Eddie Collins, John Carradine, Dorris Bowdon, Jessie Ralph, Arthur Shields, Robert Lowery, Roger Imhof, Francis Ford, Ward Bond, Kay Linaker, Russell Simpson, Spencer Charters u.a.

Genre Western, Drama
Filmlänge 104 Minuten
Deutschlandstart
9. Dezember 1949
Inhalt

Amerika zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges: Während die britische Armee im Kampf gegen die Siedler des Mohawktales ernst macht, erwartet das frisch verheiratete Ehepaar Lana und Gilbert Martin dort ihr erstes Kind.

Plakatmotiv (US): Drums along the Mohawk – Trommeln am Mohawk (1939)Die britischen Truppen gehen zum Angriff über, wobei auch die Farm von Gilbert und Lana angegriffen wird. Lana erleidet eine Fehlgeburt, der britische Kommandeur Caldwell lässt die Farm niederbrennen. Um ein Dach über dem Kopf zu haben, arbeiten sie auf der Farm von Mrs. McKlennar.

Nach einer Zeit des Friedens erfahren die Kolonisten von einem bevorstehenden Angriff der Indianer, woraufhin eine Miliz aufgestellt wird. Der Indianer-Angriff kann zurückgeschlagen werden, doch Gilbert wird verwundet auf die Farm zurückgebracht. Die wieder schwangere Lana bringt einen Sohn zur Welt, während ihr Mann gesundet.

Wiederum werden die Kolonisten von den Indianern angegriffen. Die Siedler flüchten sich in das Fort German Flatts. Männer und Frauen kämpfen gemeinsam gegen die Indianer. Als die Munition auszugehen droht, versucht Gilbert aus der Belagerung auszubrechen, um Hilfe zu holen …

Was zu sagen wäre

Es ist das Jahr 1939. In Europa tobt ein Krieg. Die USA möchten sich aus dem fernen Geschehen heraushalten. Sie drehen statt dessen Filme über Engländer, die ihre Herrschaft auf das ferne Amerika festigen wollen und wie auf diese Weise ordentliche Menschen in einen Krieg gezwungen werden, den sie nicht als den ihren erkennen wollen, obwohl er genau das ist.

Man kann eine gewisse Parallele zwischen Entstehungszeit und erzählter Zeit nicht leugnen bei diesem John-Ford-Abenteuer, das den Pionieren der sehr frühen USA (die da noch nicht so hießen) ein Denkmal setzt. Ein junges Paar sucht hier seinen Platz in der Welt und das ist wörtlich gemeint. Sie suchen Land, das sie bewirtschaften wollen.

Plakatmotiv (US): Drums along the Mohawk – Trommeln am Mohawk (1939)Claudette Colbert macht dabei eine rasche Wandlung durch. Zu Beginn sehen wir sie als Tochter aus gutem Ostküstenhause, die das Leben in Wildnis und Holzhaus zwischen Wilden – vulgo: Indianern – ablehnt. Aber das legt sich schnell. Diese Lana aus gutem Hause entpuppt sich nach wenigen Filmminuten als patente Siedlers-Gattin, die die widrigen Umstände des (damaligen) Daseins zu meistern weiß.

In der Folge erzählt der Film ein gradliniges Abenteuer aufrechter Siedler gegen verschlagene Engländer (deren Kommandant eine Augenklappe trägt), die sich mit bösen, Skalp jagenden Indianern verbündet haben, um den amerikanischen Kontinent, in den sich republikanisch gesinnte Engländer geflüchtet haben, unter ihre Kontrolle zu zwingen. Auch hier zeigt sich wieder: Der freie Wille (Henry Fondas) des weißen Amerikaners ist stärker als der Machtanspruch royalistisch gesinnter Militärs. Und Henry Fonda verkörpert diesen weißen Anspruch mit nicht in Frage zu stellender Selbstsicherheit. Das kann er gut. Hat er ja unter Fords Regie erst als junger Mr. Lincoln (1939) gezeigt.

John Ford (Der junge Mr. Lincoln – 1939; Ringo – 1939) erzählt dieses Epos in fantastischen, farbenprächtigen Bildern. Es ist John Fords erster Farbfilm. Kameramann Ray Rennahan wurde nicht nur für diesen Film für den Oscar nominiert, er gewann ihn auch im selben Jahr für „Vom Winde verweht“. Ein gelungenes Schaustück über wild entschlossene Patrioten, ohne dass der Film die große patriotische Trommel schlagen muss. Ford erzählt ohne rührselige Schnörkel vom Überlebenskampf seiner Figuren – in einem historischen Kontext in einer Zeit, in der Krieg am Horizont aufzieht.

Wertung: 4 von 6 D-Mark
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