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Plakatmotiv: Men in Black: International

Ein ehemals großer Spaß verflacht
zu überraschungsarmer Serienkost

Titel Men in Black: International
(Men in Black: International)
Drehbuch Matt Holloway + Art Marcum
nach den Comic-Charakteren von Lowell Cunningham
Regie F. Gary Gray, USA 2019
Darsteller

Chris Hemsworth, Tessa Thompson, Kumail Nanjiani, Rebecca Ferguson, Rafe Spall, Emma Thompson, Liam Neeson, Laurent Bourgeois, Larry Bourgeois, Kayvan Novak, Spencer Wilding, Marcy Harriell, Inny Clemons, Aaron Serotsky, Mandeiya Flory u.a.

Genre Action, Comedy
Filmlänge 114 Minuten
Deutschlandstart
13. Juni 2019
Website meninblack.com
Inhalt

Im Jahr 2016 verhindern die Agenten High T und H auf dem Eiffelturm in Paris eine Invasion der Erde durch eine als „Der Schwarm“ bekannte Alien-Spezies.

20 Jahre zuvor erlebt die junge Molly Wright in New York, wie ihre Eltern nach der Begegnung mit einem Alien von den Men in Black neuralisiert werden. Dem kleinen Alien, das sich bei Auftauchen der Men in Black in ihrem Zimmer versteckt hält, verhilft sie zur Flucht.

Molly widmet ihr Leben daraufhin dem Aufspüren der Men in Black und bewirbt sich dafür unter anderem bei FBI und CIA, wird dort jedoch in Bezug auf vermutete geheime Abteilungen zur Behandlung von Alien-Aktivitäten auf der Erde nicht ernst genommen. Während ihres Jobs als Service-Agent im Callcenter eines Telekommunikationsanbieters schlägt die von ihr durchgeführte Überwachung des Weltraums an. Sie entdeckt ein abgestürztes Raumschiff mitten in New York und mehrere Men in Black, die dem Vorfall nachgehen. Molly verfolgt die Men in Black und findet schließlich deren Basis. Sie versucht sich einzuschleichen. Nach erfolgreicher Ausbildung wird Molly als Agent M auf Probe eingestellt und für ihren ersten Auftrag zur Zweigstelle nach London entsandt. Dort trifft M auf den Leiter der Zweigstelle High T und auf Agent H.

In Marrakesch tauchen bisher unbekannte Aliens auf, die nach dem Mord an mehreren Menschen erfolglos versuchen, Alien-Attentäter zu rekrutieren, um Vungus den Häßlichen ermorden zu lassen. Diese lehnen den Auftrag aufgrund intergalaktischer Abkommen ab. Gleichzeitig wird in London Agent H damit beauftragt, Vungus während seines Aufenthalts auf der Erde zu bewachen. Agent M kann H davon überzeugen, mitgenommen zu werden. In einem Club werden die drei von den Alien-Zwillingen aufgespürt und Vungus vergiftet. Da H durch die Auswirkungen des Giftes auf Vungus fälschlicherweise annimmt, dass Vungus lediglich aufgrund seines Alkoholkonsums genug hat, schaffen H und M ihn aus dem Club, damit er sich in seiner Unterkunft ausnüchtern kann. Auf Vungus’ Fahrzeug wird jedoch kurz nach der Abfahrt ein Anschlag verübt, nach dem sich H und M in einem Kampf den Alien-Zwillingen stellen. Während des Kampfes stirbt Vungus, kann aber vor seinem Tod M noch einen Kristall übergeben.

In der anschließenden Einsatzbesprechung treffen Agent H und C aufeinander, die sich offensichtlich nicht ausstehen können. Bevor die Situation eskalieren kann, ruft High T beide zur Räson. High T präsentiert die bisherigen Untersuchungsergebnisse, in denen sich die Alien-Zwillinge als Teil des vermeintlich in Paris vernichteten „Schwarms“ darstellen. M äußert die Vermutung, dass es bei den Men in Black einen Maulwurf geben muss, da außer der anwesenden Agents High T, C, H und M nur eine Handvoll weiterer hochrangiger Agenten von Vungus’ Anwesenheit auf der Erde wussten. High T beauftragt C und M mit weiteren Untersuchungen. Agent H, einem Bauchgefühl folgend, überzeugt M davon Untersuchungen vor Ort in Marrakesch anzustellen …

Was zu sagen wäre

Die größte Überraschung ist wohl, dass nicht mehr "geblitzdingst" wird – man sagt jetzt „neuralisieren“, wenn man den Menschen ihre Erinnerungen an Alien-Begegnungen nehmen will. Die andere Überraschung nach dem Film ist, dass die Sony-Columbia-Studios sieben Jahre gebraucht haben – in denen Disney und Fox fleißig einen Superheldenfilm nach dem anderen samt Alieninvasion produziert haben – um ihr MIB-Franchise upzugraden. An der Story, von der Produzenten gerne flöten, es reiche nicht, starke Charaktere zu haben, man brauch auch eine überzeugende Geschichte, kann es nicht gelegen haben. Die ist so mühselig konstruiert, dass die Nieten quietschen und die Spannung nach der Hälfte raus ist. Man ahnt, was 2016 in Paris wirklich passiert ist, man ahnt, wer der Maulwurf ist.

Plakatmotiv: Men in Black: International (2019)Der Rest ist fröhlicher Alienquatsch, in dem die MIB Autos fahren, die sich als unerschöpfliches Waffenarsenal erweisen und beklagen, dass sie „früher mal“ die Erde vor dem Abschaum des Universums beschützt hätten, heutzutage ja wohl aber eher zum Beschützen des Abschaums abkommandiert würden. Drollige Möpse, keifende Vollbärte, mutierte Schaben und Kette rauchende, trinkfest zotende Äste – das kennen wir. Neu sind Chris Hemsworth und Thema Thompson. Okay, die beiden kennen sich aus dem Thor-Universum als Donnergott und Walküre, und Hemsworth hat als Agent H auch eine lustige Hammeranspielung. Aber als Marvelfiguren lenkten bei ihnen die bunten Kostüme von Vielem ab. Im eher unscheinbaren schwarzen Anzug fällt auf, dass beide eben keine Will Smiths und Tommy Lee Joneses sind, eher Aufsager von Sätzen, die in einem Drehbuch aufgeschrieben stehen. Es sind brave Dialoge aus der Buddymoviekiste – da waren Eddie Murphy und Nick Nolte in den 1980er Jahren schon giftiger.

Das Traurige an dieser Art Kino ist, dass es über die Jahrzehnte immer perfekter visualisiert wurde, wegen seiner horrenden Produktionskosten aber auch die Kinder ins Boot holen muss und es also so lange glatt geschliffen wurde, dass alles nicht zu arg wird – die Frotzeleien nicht zu böse, der Umgang mit den Aliens nicht zu fremdenfeindlich, und die Gendergerechtigkeit ausgewogen. Gerade erst forderte Mystique im jüngsten X-Men-Film, Professor Xavier solle die Gruppe, bei denen immer die Frauen die Kohlen aus dem Feuer holen, in X-Women umbenennen, da verdreht Emma Thompson als Agent O die Augen, weil sie keine Lust hat, der jungen Nachwuchsagentin zu erklären, warum es immer noch Men in Black heißt – „ist wohl so'n Traditionsding, von dem sie sich nicht lösen können.

Vielleicht hat es deshalb sieben Jahre gedauert: weil Sony-Columbia längst ahnt, dass der MIB-Drops nach dem Abgang von Smith und Jones im Kino gelutscht ist, man aber eine Startrampe für eine TV-Serie braucht. Zum Beispiel.

Wertung: 2 von 8 €uro
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