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Plakatmotiv: Die blaue Lagune (1980)

Kinderspiele
unter Palmen

Titel Die blaue Lagune
(The blue Lagoon)
Drehbuch Douglas Day Stewart
nach dem gleichnamigen Roman von Henry De Vere Stacpoole
Regie Randal Kleiser, USA 1980
Darsteller

Brooke Shields, Christopher Atkins, Leo McKern, William Daniels, Elva Josephson, Glenn Kohan, Alan Hopgood, Gus Mercurio, Jeffrey Kleiser, Bradley Pryce, Chad Timmerman, Gert Jacoby, Alex Hamilton, Richard Evanson u.a.

Genre Abenteuer, Drama
Filmlänge 104 Minuten
Deutschlandstart
19. Dezember 1980
Inhalt

Emmeline Lestrange und ihr Cousin Richard erleiden Anfang des 20. Jahrhunderts Schiffbruch. Zusammen mit dem Koch Paddy Button stranden sie auf einer einsamen Südseeinsel. Nachdem Paddy stirbt, fehlt den beiden Kindern jegliche Bezugsperson, um den Weg ins Jugendalter und schließlich zum Erwachsenen bewältigen zu können.

Völlig auf sich allein gestellt prasseln zunehmend verwirrendere Gefühle auf sie ein. Zunächst reagieren Emmeline und Richard mit Angst auf die Veränderungen, aber dann entwickelt sich eine immer intensivere Zuneigung. Sie verstehen die menschliche Natur und lassen ihrer Lust aufeinander freien Lauf. Aus Richard und Emmeline wird ein Liebespaar, das sich mit der Situation auf der Insel anfreundet.

Eine Rückkehr in die Zivilisation spielt für sie keine Rolle mehr …

Was zu sagen wäre

Hui! Was für verschwendetes Filmmaterial! Wir haben es hier mit einem Film zu tun, in dem Brooke Shields die Hauptrolle spielt. Die ist gerade sehr In und auch ich, 19 Jahre alt, finde sie sehr aufregend. Und das ist schon alles, worum es in diesem Film geht! Wir dürfen der sehr schönen jungen Brooke dabei zuschauen, wie sie sich selbst entdeckt, sich verliebt, dann ein Kind bekommt und mit einem blondgelockten Jüngling in die Welt hinaus zieht. Ursprünglich sollten Matt Dillon und Helen Hunt die Hauptrollen spielen, lehnten aber weil wegen vieler sehr freizügiger Szenen.

Der Film als solcher ist langweilig, weil bis auf ein paar schöne Inselbilder nichts weiter passiert. Regisseur Randal Kleiser (Grease – 1978) hat seinen Film als eine Art Dokumentation angepriesen: Plakatmotiv: Die blaue Lagune (1980) Man könne Brooke Shields dabei zugucken, wie sie zur Frau werde, das erste Mal Sex hat. Damit steckt die gerade 15-Jährige in einer Erotik-Schablone. Nach ihrer Titelrolle in Louis Malles "Pretty Baby", wo die 14-Jährige als Tochter einer Prostituierten in einem Bordell an den Meistbietenden versteigert wird, gab es in Cannes die Goldene Palme und in den USA einen Aufschrei der Empörung, Shields' Mutter wurde als Zuhälterin beschimpft. Jetzt läuft sie also halbnackt auf einer Insel herum und kabbelt sich mit Christopher Atkins, 19 Jahre, blonde Löckchen und Schauspieldebütant. Man würde gerne Anstößiges finden daran, dass zwei Teenager, die eine nicht, der andere gerade so eben geschäftsfähig, von einer erwachsenen Filmcrew halbnackt auf einer Insel gefilmt werden, damit wenigstens etwas an diesem Film den Blutdruck hebt. Das Geturtelt der beiden, das an David Hamiltons Weichzeichner-Erotik aus "Bilitis" (1977) oder "Zärtliche Cousinen (1980) erinnert, ist so züchtig in Szene gesetzt, alle Blößen wahlweise unter Sand, hinter Blättern, oder unterm Bildrand verdeckt, dass ein Skandal sich einfach nicht einstellen will.

Ein bisschen die Spannung heben sollen mutmaßlich Eingeborene, die auf der anderen Seite der Insel eine Opferstelle errichtet haben und einmal auch jemanden umbringen, was Richard aus der Ferne beobachtet. Diese Menschen kommen den Kindern, später Jugendlichen aber nie in die Quere, laufen sich in den vielen, vielen Jahren auch nicht einmal über den Weg, was auf der abgelegenen Insel, auf der sich die beiden Protagonisten viel bewegen, einigermaßen erstaunlich ist.

Die dreimonatige Drehzeit hat rund 4,5 Millionen US-Dollar gekostet. Für die Produzenten hat sich das gelohnt. Der Film ohne Drama, ohne Spannung, ohne Witz und ohne Geschichte hat an den Kinokassen knapp 59 Millionen US-Dollar eingespielt.

Wertung: 4 von 9 D-Mark
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