Eine Gruppe von Kidnappern, Bud, Friendly, Blonde und Leer entführen in Frankreich eine junge Erbin. Vom Vater verlange sie ein hohes Lösegeld. Sie ziehen sich in ein Strandhaus zurück um von dort aus die Übergabe des Lösegeldes zu organisieren.
Kaum angekommen zeigen sich Risse im Plan der Bande. Die Geisel versucht zu fliehen, Blonde nimmt Drogen, ein örtlicher Cop, der in der Nähe wohnt, ist aufdringlich freundlich, und Bud traut der ganzen Aktion schnell nicht mehr. Vor allem der neu zum Team geholte Leer bereitet Bud Kopfzerbrechen.
Nun muss er versuchen, das ganze so unblutig wie ursprünglich geplant über die Bühne zu bringen …
Hier versucht ein Filmstudio aus dem Mekka des kommerziellen Films, Hollywood, einen Krimi à la française zu inszenieren – wortkarg, diesiger Strand, einsames Bistro. Einen Film also, der auf dem Niveau der Nouvelle Vogue funktionieren soll, die sich dem kommerziellen Ansatz aber versperrt. So wird dieser Film zu einem einzigen, 90-minütigen Missverständnis.
Kidnapper Bud, als Chauffeur verkleidet, holt also die künftige Geisel am Flughafen ab und entführt sie mit seinen Kumpanen. Gemeinsam fahren sie dann fünf Filmminuten in einem rostigen Peugeot zu dem einsamen Haus am Strand, in dem sie auf die Geldübergabe warten wollen. In diesen fünf Minuten passiert sonst nichts, die Kamera ist auf dem Rücksitz postiert und sieht, was die Insassen sehen. Nach der Geldübergabe wollen sie mit einem gecharterten zweimotorigen Kleinflugzeug nach Portugal fliehen.
Die Entführung ist nicht durchdacht, gar nicht. Dass die Geisel jeden der Entführer identifizieren kann, soll sie nicht das Leben kosten. Bud bekommt schon am ersten Tag Hosenflattern und will aussteigen, weil er richtig vermutet, dass man bald alle französischen Polizeibehörden plus Interpol an den Hacken hätte. Währenddessen geht Leer, der sich dem Zuschauer bald schon als unberechenbarer Charakter zu erkennen gegeben hat, unbeobachtet eigene Wege und ändert eigenmächtig den Fluchtplan. Er hat augenscheinlich eigene Pläne. Schließlich wird eine Geldübergabe in die Wege geleitet, die jeder Beschreibung spottet: Der Vater der Geisel wird mühselig mit Brief und per Telefon durch Frankreich gelotst, bis die Geldübergabe am Ende dann doch ungerührt face to face in einem Bistro stattfinden soll.
Die Medien berichten – drehen die Entführer das Radio an, gibt es neueste Meldungen zur Entführung, wenn sie den Fernseher einschalten, bittet der Vater gerade die Kidnapper, sein Kind unversehrt zu lassen, er werde sicher zahlen, die Zeitungen berichten mit großformatigen Fotos und Schlagzeilen vom Kidnapping der reichen Erbin. Aber Polizei? Findet nicht statt. Nur der freundliche Polizist aus der Nachbarschaft erweist sich irgendwann als Klotz am Bein des überhaupt nicht ausgetüftelten Plans.
Es ist überraschend, dass ein Kidnapping-Film so lahm und unspannend sein kann. Die fünf Minuten Feuerwerk und wilde Schießerei im Finale reißen ihn nicht aus seiner Lethargie. Ein Film aus Hollywood, der zwar in Frankreich spielt, unbedingt französisch aussehen will, aber undurchdacht, kraftlos und sinnfrei ist – also überhaupt nicht französisch.
Diese Low-Budget-Produktion war der fünfte und letzte Film, in dem Marlon Brando mitwirken musste, um seine vertragliche Verpflichtung gegenüber den Universal Studios zu erfüllen (Spiegelbild im Goldenen Auge – 1967; Die Gräfin von Hongkong – 1967; Ein Mann wird gejagt – 1966; Morituri – 1965; Meuterei auf der Bounty – 1962; Der Besessene – 1961; Sayonara – 1957; Die Faust im Nacken – 1954; Der Wilde – 1953; Julius Caesar – 1953; Viva Zapata – 1952; "Endstation Sehnsucht" – 1951). Mit blonder Perücke, schwarzem T-Shirt und ohne jede Leidenschaft steht er als Bud in der Kulisse und behandelt seine Schauspielerei wie einen Nine-to-Five-Job mit pünktlichem Feierabend. Neben ihm versucht Rita Moreno nach der West Side Story (1961) wieder Anschluss an Kinoproduktionen zu finden.
Die Filmaufnahmen fanden im Herbst 1967 in der Bretagne statt und litten unter der Unerfahrenheit des Drehbuchautors und Regisseurs, Hubert Cornfield, der kein tragfähiges Regiekonzept hatte und auf Druck von Brando schließlich entlassen und durch Richard Boone, der im Film den zwielichtigen Killer Leer spielt, ersetzt wurde (Man nannte ihn Hombre – 1967; Alamo – 1960; Mit stahlharter Faust – 1955; Das Gewand – 1953; Die Hölle von Okinawa – 1951).
