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Plakatmotiv: Spider-Man: Brand New Day (2026)

Ein erfrischendes Reboot für
Marvels populärsten Superheld

Titel Spider-Man: Brand New Day
(Spider-Man: Brand New Day)
Drehbuch Chris McKenna & Erik Sommers
nach den Comics von Stan Lee & Steve Ditko
Regie Destin Daniel Cretton, USA, Kan., UK, Deutschland 2026
Darsteller

Tom Holland, Zendaya, Mark Ruffalo, Jon Bernthal, Jacob Batalon, Sadie Sink, Florence Pugh, Liza Colón-Zayas, Tramell Tillman, Marisa Tomei, Naomi Watts, Michael Mando, Keith David, Marvin Jones III, Olivia Booth-Ford, Taryn Marie Butler, Johnny Myers, Billy Clements, Ramrod u.a.

Genre Comic-Verfilmung
Filmlänge 145 Minuten
Deutschlandstart
29. Juli 2026
Inhalt

Nachdem Peter Parker seine große Liebe aufgeben musste und einen Deal einging, der alle Welt vergessen ließ, dass er Spider-Man ist, ist er wieder auf sich allein gestellt. Seine Identität ist geheim, viele Entwicklungen sind rückgängig gemacht, und er ist wieder die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft, die New York City beschützt, unter anderem die Kriminellen Scorpion, Tombstone, Boomerang, Tarantula und Ramrod, sowie die mysteriöse Ninja-Organisation Die Hand dingfest machen konnte. Die Kriminalitätsrate der Stadt sinkt auf ein Rekordniveau, wofür er von der vorübergehenden Bürgermeisterin Sheila Rivera mit dem Schlüssel zur Stadt geehrt wird. Die Stadt feiert ihren Helden. Aber Peter ist wieder allein, keine Freunde und schon gar keine Freundin.

Vor allem hat er auch nicht mehr den Support der Avengers und kann damit unter anderem keine High-Tech-Verbesserungen für einen Anzug mehr erhalten. Mit seinen naturwissenschaftliche Fähigkeiten hat er sich allerdings ein ganz ordentliches Kostüm kreiert und mit allerlei technischen Feinheiten versehen. Gleichzeitig merkt er aber physische Veränderungen an, bzw. in sich. Eines Morgens wacht er draußen an der Hauswand auf, eingesponnen in einen Kokon mit nochmal geschärften Sinnen und organischen Netzen, die direkt aus seinen Handgelenken kommen. Das macht sein Spider-Leben indes nicht einfacher. Das neue Netz kann er kaum kontrollieren, die geschärften Sinne rauben ihm im Schmelztiegel von Manhattan beinahe den letzten Nerv.

In dieser Phase kommt eine neue Bedrohung über die Stadt. Seit Wochen wird das Department of Damage Control (DODC) angegriffen. Heute etwa mit einem quer durch die Stadt rasenden Panzer. Bevor Spider-Man ihn stoppen kann, durchbricht der Panzer die Hausfront des DODC. Als er dann die Luke des Panzers öffnet, sitzt eine freundliche alte Dame auf dem Fahrersitz, die sich an nichts erinnern kann. Offenbar kontrolliert jemand Unbekanntes beliebig die Gehirne der Menschen, die dann willenlose Befehlsausführer sind. Spider und seine Verbündete beim NYPD, Detective Jean DeWolff, können sich keinen Reim darauf machen.

Als seine physischen Veränderungen bedrohliche Auswirkungen zeitigen, sucht Peter Dr. Bruce Banner auf, der sein kaum kontrollierbares zweites Ich, den Hulk, durch einen selbst entwickelten "Inhibitor" unter Kontrolle hält. Mit so einem Gerät hofft Peter, seine genetischen Veränderungen bremsen zu können. Bevor r ihn aber fertigstellen kann, dringt der mysteriöse Telepath in seinen Unterschlupf ein, verhöhnt ihn und bedroht MJ, die Peter immer noch liebt, aber durch den Vergessen-Zauber verloren hat. Jetzt wird der Kampf persönlich und Spider-Man sucht Hilfe bei einem alten Kameraden …

Was zu sagen wäre

"A Brand New Day" wirkt wie ein Neustart, wieder mal, für das Spider-Man-Francise. Peter Parker ist jetzt alleine, seine Tante May tot, die Freunde und MJ haben ihn nach dem letzten, auch schon wieder fünf Jahre zurück liegenden Abenteuer vergessen. Er lebt jetzt in einer Asbest durchseuchten Dachstube in Brooklyn, wo er mit wenig viel aus seinem Kostüm macht. Plakatmotiv: Spider-Man: Brand New Day (2026) Seit die Avengers ihn nicht mehr unterstützen, hat er seine eigene KI mit Namen E.V. entwickelt und wenn er mal ein Gerät benötigt, um seine aus dem Ruder laufenden genetischen Veränderungen im Körper zu bremsen, dann baut er sich das rasch selbst. Den Rest des Tages verbringt er damit, maskierte, mutierte und andere Kriminelle festzusetzen – immer in Zusammenarbeit mit der Polizei, bei der Detective Jean DeWolff ein mütterliches Auge auf ihn wirft.

Nachdem Spider-Man zuletzt vorwiegend im Weltraum oder in den Zauberwelten des Doctor Strange oder gegen seine früheren Inkarnationen gekämpft hat und das Drehbuch immer auch noch Peters Freunde MJ und Ned unterbringen und beschäftigen musste, wirkt dieser vierte Film mit Tom Holland wie eine erquickend frische Sommerbrise. Der Held bleibt in seinem Sprengel, kümmert sich um sich selbst und versucht, mit seiner Einsamkeit klarzukommen, vor der er mit immer noch einem Netzeinsatz davon läuft. Natürlich geht auch die Geschichte mit der Liebe zu MJ weiter, die jetzt, das wissen wir schon aus den Trailern, einen anderen Freund hat, der allerdings auch nur einmal, nämlich in genau der Trailerszene auftaucht und dann nicht mehr. So kann sich zwischen Peter und MJ dieses rührende Ich-will-kann-aber-nicht-mit-Dir-sein-Spiel entwickeln, das essentiell für bittersüße Comic-Romanzen war, als ich sie in den frühen 1970er Jahren entdeckt habe.

Zwischen Tonnen eingerissenen oder explodierenden Stahlbetons, durch Manhattan crashende Panzerwagen und einem randalierenden Hulk geht es um Freundschaft, Vertrauen, Verantwortung auch sich selbst gegenüber, oder, ganz allgemein, ums Mensch sein. Die verschiedenen Superheldenuniversen sind traditionell bevölkert mit den Einsamen unter den Einsamen – sie leben hinter Geheimidentitäten, sind letzter Überlebender eines Familienclans, wollen andere nicht durch zu enge Bindungen gefährden oder werden von diffusen Behörden gejagt, die ihre Körper sezieren und so ihre geheimnisvollen Superkräfte entschlüsseln wollen.

So trifft Einsamer auf Einsame, als Peter Parker es mit der Telepathin zu tun bekommt, die nicht nur sehr schwer zu bändigende Kräfte hat, sondern auch noch von einer Stinkwut angetrieben wird, der man mit einfachen Moralsprüchen nicht beikommt. Und er verbündet sich mit dem anderen Einsamen, dem Punisher, der sein Hauptquartier in einem Schiffswrack eingerichtet hat, gerne zuerst schießt und dann fragt, sich aber von Spider-Man, den er beharrlich „Kleiner“ nennt, stets auf die nicht tötende Seite ziehen lässt. Da entsteht eine Freundschaft der Verzweifelten, denen die oben genannten Hindernisse beim Freundschaft schließen nicht im Weg stehen. Noch lässt sich der Punisher von seinem jüngeren Kollegen ins Menschliche einweisen, aber Jon Bernthal hat dem Punisher über die Jahre, die er die Rolle schon spielt (Die Odyssee – 2026; Le Mans 66 – Gegen jede Chance – 2019; Widows – Tödliche Witwen – 2018; Baby Driver – 2017; The Accountant – 2016; Sicario – 2015; Herz aus Stahl – 2014; Zwei vom alten Schlag – 2013; The Wolf of Wall Street – 2013; Snitch – Ein riskanter Deal – 2013; Der Ghostwriter – 2010), nicht nur eine jugendfreie Aura geschaffen, in dem der Punisher nicht mehr jeden blutig niedermetztelt, Plakatmotiv: Spider-Man: Brand New Day (2026) er hat auch dieses Alter, mit dem er in den – geplanten – kommenden beiden Spider-Man-Filmen sicher als väterlicher – oder großbrüderlicher – Ratgeber wird einspringen müssen.

Die Kraft, mit der es der Titelheld hier zu tun bekommt, ist eine nicht fassbare. Wo der Held mit zwei Identitäten auskommt, kann die Telepathin in jeder Sekunde einen anderen Menschen steuern, hunderte Identitäten übernehmen und wieder verlassen. Regisseur Destin Daniel Cretton, der im Marvel Cinematic Universe als Regisseur bislang nur mit Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (2021) aufgefallen ist, findet ein paar aufregende Sequenzen, um den Schrecken einer solchen Kraft, die von Passant zu Passant springt, zu verdeutlichen, vor allem in einer Szene, in der die Telepathin MJ übernimmt. Da glänzt, unter Zuhilfenahme früher Klassiker des Gruselgenres, große Erzählkunst auf im Comicuniversum.

Dass die Telepathin noch viel mehr kann, als andere Menschen zu steuern, und dereinst zu einer der mächtigsten, populärsten, aber auch umstrittensten Figuren im Marvel-Universum heranwachsen wird, deutet sie im Finale schon mal an. Marvel-Produzent Kevin Feige zeigt in diesem Sommer den Trailer zu "Avengers: Doomsday", der Mitte Dezember diesen Jahres starten und eine Art Reboot früherer Erfolge werden soll. Dem Trailer zufolge tummeln sich alle Helden, die in den zurückliegenden Jahren selten erfolgreiche, meist weniger erfolgreiche Auftritte hatten und einige von den gut bekannten Figuren aus den Anfängen. Aus diesem Film – und dessen für Dezember 2027 avisierter Fortsetzung – sollen dann wieder neue Geschichten und Welten entstehen, noch enger verknüpft und da spielt die Telepathin eine herausgehobene Rolle. Sadie Sink ("The Whale" – 2022), die vor allem durch ihre Auftritte in der Netflix-Serie "Stranger Things" (2017-2025) bekannt geworden ist, spielt sie als verlorenes Mädchen, allein auf der Welt, verraten und verkauft, das misstrauisch jene Welt der Menschlichkeit betritt, die Spider-Man verkörpert.

Dieser Neustart des Franchise fügt sich in die Reihe der jüngsten Superheldenfilme nach Fantastic Four (2025) und Superman (2025). Er ist nicht so düster, wie frühere Marvel-Filme, die in ihrem Weltraumlook ein wenig aussahen, als sei andauernd Nacht. In "Brand New Day" darf die Sonne scheinen, in den schönsten Rottönen über dem Hudson versinken. Auch darf mal gelacht werden. Die Bedrohung ist total, ohne das Welten verfinsternde Raumschiffe oder Monster auftauchen. "Brand New Day" verströmt den Charme des Original-Claims dieser mehr als 60 Jahre alten Comicserie: Es ist eine Geschichte um den freundlichen Nachbarn Spider-Man.

Wertung: 6 von 8 €uro
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