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Kinoplakat: Zurück in die Zukunft II
Qualität gesteigert
Schneller, bunter, lauter
Titel Zurück in die Zukunft II
(Back to the Future, Part II)
Drehbuch Robert Zemeckis + Bob Gale
Regie Robert Zemeckis, USA 1985
Darsteller Michael J. Fox, Christopher Lloyd, Lea Thompson, Crispin Glover, Thomas F. Wilson, Elisabeth Shue, James Tolkan, Jeffrey Weissman, Casey Siemaszko, Billy Zane, Jason Scott Lee, Elijah Wood u.a.
Genre Abenteuer
Filmlänge 116 Minuten
Deutschlandstart
21. Dezember 1989
Website bttf.com
Inhalt

Unmittelbar nach seiner Rückkehr ins Jahr 1985 zerrt Doc Brown Marty ins Jahr 2015, um dort Martys Sohn vor einer Dummheit zu bewahren, die ihn ins Gefängnis bringen würde. Woher Doc das weiß? Na ... er war, während Marty gleichzeitig vor 30 Jahren seine künftigen Eltern verkuppelte, mal eben in der Zukunft.

Marty kann den Gefängnisaufenthalt seines Sohnes verhindern. Der Trip in die Zukunft hat allerdings Folgen für die Vergangenheit ... also genauer: für die vergangene Gegenwart, also 1985 ... Martys eigentliche Gegenwart. Biff nämlich, Martys Erzfeind, entführt die Zeitmaschine. Nur für einige Sekunden. Aber die reichen völlig, alles auf den Kopf zu stellen. Biff reist in die Vergangenheit, 1955, übergibt seinem jugendlichen Ich eine zukünftige Gabe, mit der die Tannens endlich reich werden sollen: alte Sportergebnisse aus einem (zukünftigen) Trödelladen, der es Biff Tannen ermöglicht, unglaubliche Gewinne bei Sportwetten einzustreichen.

Jetzt sind die Tannens in Martys Gegenwart reich und mächtig und als Marty in seine Zeit zurückkehrt, ist hier nichts mehr, wie er es mal kannte ...

Was zu sagen wäre

Das Tempo bleibt hoch. Robert Zemeckis baut die Tiefe seiner komplexen Bildkompositionen weiter aus, zeigt uns eine rasante Schleife durch drei Zeitebenen, die alle irgendwie einander beeinflussen. Zemeckis hat das Konzept von Teil 1 konsequent weitergeführt, lediglich Claudia Wells in der Rolle von Martys Freundin Jennifer gegen Elisabeth Shue getauscht (Cocktail – 1988; „Die Nacht der Abenteuer“ – 1987; „Link, der Butler“ – 1986). Wells musste wegen eines Krankheitsfalls in der Familie aus der Serie aussteigen. Auch Crispin Glover ist nicht mehr dabei. Die Rolle von Martys Vater George übernahm Jeffrey Weisman, den man allerings nur von hinten, von der Seite oder auf dem Kopf mit Crispin-Glover-ähnlicher Maske sieht. Zwischen Zemeckis und Glover soll es zu kreativen Differenzen gekommen sein; andere sagen, Glover habe zu hohe Ansprüche gestellt.

Der Film selbst ist Spaß pur. Der Blick in die Zukunft, in der ein „Holomex“ (statt „CinePlex“) den 19. Teil des Weißen Hais zeigt, inszeniert von Max Spielberg (in realiter Sohn von Steven Spielberg), ist gespickt mit fröhlichen Weiterentwicklungen – Hoverboards ersetzen Skateboards, Schuhe binden sich selbst, Jacken trocknen automatisch und passen sich der Größe ihres Trägers an, Autos haben fliegen gelernt. Aufregend wird es, als Marty nochmal ins Jahr 1955 reisen muss, wo er schon in Teil 1 die ehe seiner Eltern ermöglicht hat, um jetzt  – möglichst, ohne seinen beiden anderen Ichs über den Weg zu laufen und die sich anbahnende Liebe der künftigen Eltern nicht wieder zu zerstören – Biff den Sportalmanach wieder abzujagen. Das ist Eskapismus in seiner höchsten Ausprägung, Zemeckis mag, wenn Dreharbeiten kompliziert sind (Falsches Spiel mit Roger Rabbit – 1988; Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten – 1984).

„Back to the Future II“ sorgt für endlose Debatten über die Möglichkeiten, die der Film - theoretisch - eröffnet. Ganze Kneipenabende gingen drauf, um zu klären, ob Zemeckis in seiner verzwickten Vorwärts-Rückwärts-Story auch keinen Fehler gemacht hat.

Wertung: 9 von 10 D-Mark
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