Kinoplakat: Zurück in die Zukunft
Schnell, Bunt, laut
Klassiker des 1980er-Kinos
Titel Zurück in die Zukunft
(Back to the Future)
Drehbuch Robert Zemeckis + Bob Gale
Regie Robert Zemeckis, USA 1985
Darsteller Michael J. Fox, Christopher Lloyd, Lea Thompson, Crispin Glover, Thomas F. Wilson, Claudia Wells, Marc McClure, Wendie Jo Sperber, George DiCenzo, Lee McCain u.a.
Genre Abenteuer
Filmlänge 116 Minuten
Deutschlandstart
3. Oktober 1985
Website bttf.com
Inhalt

Marty McFly ist unzufrieden. Die Schule stinkt ihm, seine Eltern gehen ihm mächtig auf die Nerven und die Beziehung zu seiner Freundin entwickelt sich schleppend. Einziger Trost ist sein väterlicher Freund Doc Brown. Ein etwas schrulliger Erfinder.

Doc Brown hat gerade eine Zeitmaschine entwickelt und plötzlich findet sich Marty im Jahr 1955 - 30 Jahre vor seiner Zeit. Da war er jahrelang zu spät in die Schule, zu spät zum Essen gekommen und jetzt ist er um Jahre zu früh. 30 Jahre vor seiner Zeit, das war auch die Zeit, in der seine Eltern sich kennen lernen und später heiraten würden. Seine Mutter Lorraine läuft ihm auch prompt über den Weg. Da ist sie allerdings in seinem Alter, ein unternehmungslustiger Backfisch, der dem – etwas fremdartig gekleideten – schöne Augen macht. Von George hingegen, der ja mal sein Vater werden wird, will Lorraine nichts wissen. Der ist ein Loser – dürr, tolpatschig und gänzlich ohne Courage. Kurz: Marty muss George gehörig auf die Sprünge helfen. Klappt das nicht, wird Marty nie geboren werden.

Diesem aussichtslosen Plan stehen zwei Dinge im Weg: Zum einen ist da Biff Tannen, der Marty in seiner Zeit schon gehörige Probleme macht. Dessen Vater ist allerdings auch nicht besser: Ein übler Angeber und Nichtsnutz, der Marty, dem komischen Neuen, erst mal zeigen muss, wo der Hammer hängt.

Das andere Problem ist ähnlich existenziell: Die Zeitmaschine muss repariert werden. Von Doc Brown. Der ist allerdings hier auch 30 Jahre jünger und hat von Zeitmaschinen so gar keine Ahnung ...

Was zu sagen wäre

Zu den liebsten Spielarten des Kinos gehört die Zeitreise – vorwärts in phantastische Welten oder rückwärts, um etwas zu verändern, von dem man annimmt, dies würde einen Mangel in der Gegenwart beheben. Robert Zemeckis dreht das um. Sein Held will eigentlich gar nichts verändern, stellt aber fest, dass seine eigene Existenz aus dem Ruder läuft, wenn er nicht beherzt eingreift.

„Kein McFly hat in der Geschichte dieser Schule je etwas Bedeutendes geleistet.“ „Schön. Aber die Geschichte wird sich ändern.“ Der Film baut sein Thema auf, bevor es ans Eingemachte geht. Da fragt sich der dauernd untergebutterte Marty, der so gerne Musiker wäre, was denn passieren würde, wenn er sein Probenraum-Tape einsende und die Mächtigen sagen würden, er sei nicht gut genug. „Was, wenn sie sagen, ‘Du hast keine Zukunft‘?“ Und dann erzählt er seiner Flamme, dass es schwierig sei, mit ihr heimlich zu verschwinden, weil seine Mutter so etwas niemals billigen würde, weil sie (die Mutter) so etwas niemals getan hätte … und später im Film, als Backfisch im Jahr 1955 natürlich tun wird, pikanterweise mit ihrem streng genommen noch ungeborenen Sohn. Die Messlatte für ein wunderbares Comic ist nach 15 Minuten hoch gelegt.

So viele Ereignisse, die der Film bis dahin anspricht, müssen aufgelöst werden, dass für Langeweile bei aufmerksamer Regie kein Platz mehr bleibt; und Robert Zemeckis ist ein sehr aufmerksamer Regisseur. Er schätzt ganz offensichtlich komplizierte Kameraeinstellungen, in denen verschiedene Ereignisse gleichzeitig ablaufen, während die Kamera auf dem Dolly von A nach B gezogen wird. Ganz abseits vom spaß an der Zeitreisegeschichte ist Zemeckis' Film ein Füllhorn interessanter Kameraarbeit - Dean Cundey, der John Carpenters Halloween (1978), The Fog (1980), Die Klapperschlange (1981) und Das Ding aus einer anderen Welt (1982) fotografiert hat, zeichnet für die Kamera verantwortlich.

Zemeckis findet schöne Bilder, wenn er – ohne Worte, wie es sich für das Bildermedium Kino gehört  – erklärt, dass Marty aufhört zu existieren, wenn seine Eltern in Spe nicht seine Eltern werden; er lässt Marty langsam aus einem Foto verschwinden und forciert über dieses Medium das Tempo des Films. Für das Kneipengespräch anschließend schließt sich allerdings die frage an, ob nicht das Foto als solches verschwinden müsste ... wo kein nachwuchs, da auch niemand, der diesen Nicht-Nachwuchs fotografiert hätte.

Für das hohe Tempo hat Zemeckis in TV-Star Michael J. Fox den richtigen Hauptdarsteller gefunden. Der rast kurzatmig durch die Handlung, ist sogar zappelig, wenn er ruhig am Tisch sitzt. Die arme Lea Thompson, die ihre Karriere gerade erst als mit Backfisch-Rollen gestartet hat („Wild Life“ – 1984; „Die rote Flut“ – 1984; Der richtige Dreh – 1983; „Der weiße Hai 3“ – 1983), muss hier in ihre erste Mutter-Rolle schlüpfen – sie ist souverän süß wie gewohnt.

Robert Zemeckis (geboren am 14. Mai 1952 in Chicago) liefert mit „Back to the Future“ seinen zweiten Kinohit nach Romancing the Stone (1984) ab. Die Story dieser wilden Zeitreise war einer der erfolgreichsten Filme seines Jahrganges, der zwei Fortsetzungen folgten, die Zemckis 1989 gleich am Stück drehte und sie mit einem halben Jahr Pause in die Kinos brachte.

Wertung: 10 von 10 D-Mark