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Kinoplakat: Winter's Bone
Eine Wucht an Kino - und Jennifer
Lawrence setzt noch einen drauf
Titel Winter's Bone
(Winter's Bone)
Drehbuch Debra Granik + Anne Rosellin
nach dem Roman von Daniel Woodrell
Regie Debra Granik, USA 2010
Darsteller Jennifer Lawrence, Isaiah Stone, Ashlee Thompson, Valerie Richards, Shelley Waggener, Dale Dickey, Garret Dillahun, William White, Ramona Blair, Lauren Sweetser, Andrew Burnley, Phillip Burnley, Isaac Skidmore, Cody Brown, Cinnamon Schultz, John Hawkes u.a.
Genre Drama
Filmlänge 100 Minuten
Deutschlandstart
31. März 2011
Website wintersbonederfilm.de
Inhalt

Die Ozark Mountains in Missouri. Amerikanisches Hinterland. Kein Land unbegrenzter Möglichkeiten. Das Land of the Free hat hier nur die Freiheit, irgendwie durchzukommen. Das Leben ist hart, der Boden karg, die Menschen schweigsam, das Geld knapp. Jeder macht hier in Crystal Meth, kocht die synthetische Droge und versucht, sich nicht erwischen zu lassen.

Jessup Dolly wurde erwischt und ging auf Kaution raus. Jetzt ist er verschwunden. Seine Frau ist von den Drogen längst durch den wind, die drei Kinder sind auf sich gestellt - Ree, gerade mal 17, führt das Kommando, achtet darauf, dass die jüngeren Geschwister vernünftig essen, dass sie schreiben, lesen und rechnen lernen und bringt ihnen bei, wie man ein Gewehr hält und wie man damit schießt. Das zu können gehört hier oben zur Grundausstattung.

Der Sheriff macht Ree unmissverständlich deutlich, dass, wenn Jessup nicht binnen weniger Tage wieder auftaucht und sich meldet, die Kaution futsch ist. Und als Pfand für diese Kaution hatte der hoch verschuldete Verschwundene das klapprige Familienhaus samt kleinem Waldgrundstück hinterlegt. Anders gesagt: Taucht Jessup nicht wieder auf - tod oder lebendig - sitzt die mittellose Familie samt sabbernder Mutter auf der Straße in der Wildnis. Ree schnappt sich das Nötigste und macht sich auf die Suche. Doch niemand will Jessup gesehen haben. Die Onkeln und Tanten Rees, sind alles andere als herzig und hilfsbereit. im Gegenteil. Aus ihren Aussagen und ihren Hinweisen lässt sich schließen, dass Jessup womöglich längst tot irgendwo im Wald vor sich hin modert.

Immerhin erfährt sie, dass ihr Vater zuletzt mit drei Männern gesehen wurde und selbst alte Bekannte nicht mehr kennen wollte ...

Was zu sagen wäre

Kinoplakat (US): Winter's BoneGroßes Kino! Bilder, denen die Farbe entzogen wurde - Landschaften, die so karg sind, wie die Menschen hier schroff. Die Schönheit der Berge? Ist da irgendwas, was anzieht? Oh ja! Jennifer Lawrence (X-Men - First Class, Matthew Vaughn 2011) betritt diesen Film wie ein Fels, tut cool what a woman has got to do. Sie managed die Familie, kennt sich aus, hält den Laden zusammen und drückt mit einem Zucken ihres rechten Auges alles aus, was gesagt werden muss. Diese Frau ist die Wucht in Tüten. Lawrence ist das Kraftzentrum dieses Films und war zurecht für den Oscar nominiert - den dann allerdings Natalie Portman für Black Swan abholte (zurecht).

In all der Kälte in Ozarks streut Regisseurin Debra Granik Momente großer menschlicher Wärme - ganz plötzlich, unerwartet, kurz. Sie zeigt eine Welt, in der die Männer gefürchtet werden (oder versoffen in der Ecke liegen), die Frauen aber letzten Endes sagen, wo es lang geht in diesem Kosmos, der so fremd und kalt ist, wie ein fremder Planet. Ree verschafft sich den Respekt, den sie braucht und wir dürfen ihr dabei zuschauen

Was an Hollywoodproduktionen immer wieder großartig zu sehen ist, ist die unbedingte Professionalität der Macher in allen Gewerken. Das ist teuer und es MUSS sich amortisieren und da sind dann auch entsprechend schon mal zu viele erkennbar schön trainierte Menschen in den Ozarks - viele Kameragstählte Charaktergesichter sitzen da in den zugigen Scheunen und Kneipen.
Aber da ist dann auch Dale Dickey, die abgehärmt, kalt und scheisndreck ätzend daherkommt und in den wenigen Minuten, die sie nur hat, wirkt, als gehöre sie in den Pool der Laiendarsteller, die das Team vor Ort gecastet hat - nicht, weil sie etwa schlecht spielte. Im Gegenteil: Dickey wirkt, wie in den Ozarks geboren. Die hohe Schule der Professionals eben.

Der Film ist einer der großen seiner Zeit!

Wertung: 7 von 7 €uro
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