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Kinoplakat: Wild Christmas
Blonde Schönheiten sind Nattern
einfache Betrüger immer die Dummen
Titel Wild Christmas
(Reindeer Games)
Drehbuch Ehren Kruger
Regie John Frankenheimer, USA 2000
Darsteller Ben Affleck, Gary Sinise, Charlize Theron, James Frain, Dana Stubblefield, Mark Acheson, Tom Heaton, Isaac Hayes, Michael Sunczyk, Douglas Arthurs, Dean Wray, Ron Sauvé, Ron Jeremy, Hrothgar Mathews, Clarence Williams III, Donal Logue u.a.
Genre Thriller
Filmlänge 124 Minuten
Deutschlandstart
7. Dezember 2000
Inhalt

Tolle Aussichten für Nick Mason: Weihnachten steht vor der Tür und nur noch drei Tage trennen ihn von der Freiheit und von Ashley. Mit der Schönheit hat er im Knast eine Brieffreundschaft begonnen - zum Neid seines Zellenkumpels Rudy.

Als Nick kurz vor der Entlassung zu Tode kommt, kann Rudy nicht widerstehen und nimmt Nicks Identität an, um sich mit der Traumfrau zu treffen. Alles verläuft harmonisch, bis plötzlich Ashleys Bruder Gabriel auftaucht. Die zwielichtige Gestalt plant einen Überfall auf das Casino, in dem Nick früher gearbeitet hat und setzt nun auf dessen Hilfe.

Egal, für wen Rudy sich jetzt ausgibt, er sitzt in der Klemme ...

Was zu sagen wäre

Kinoplakat: Wild Christmas - Reindeer GamesVerbrechen, Versuchungen, Verwicklungen. Regie-Veteran John Frankenheimer (Ronin– 1998; D.N.A. - Experiment des Wahnsinns – 1996; „Powerplay“ – 1990; Der 4 1/2 Billionen Dollar Vertrag – 1985; Wenn er in die Hölle will, lass ihn gehen – 1982; „Die Prophezeiung“ – 1979; „Schwarzer Sonntag“ – 1977; French Connection II – 1975; „Grand Prix“ – 1966; „Der Mann, der zweimal lebte“ – 1966; „Der Zug“ – 1964; „Sieben Tage im Mai“ – 1964; „Botschafter der Angst“ – 1962; Der Gefangene von Alcatraz – 1962) bringt nach seinem Comeback Ronin (1998) seine Verbeugung vor den Klassikern der B-Movies. Aber Klassiker sind Klassiker, weil sie vergangen sind, unwiederbringlich verloren.

Ehren Krugers (Arlington Road – 1999; Scream 3 – 2000) Script versucht, Spannung in einer Geschichte zu bringen, die heutzutage grässlich vorhersehbar ist, in der blonde Frauen, die aussehen wie Charlize Theron (Gottes Werk & Teufels Beitrag – 1999; Die Frau des Astronauten – 1999; „Mein großer Freund Joe” – 1998; Celebrity – 1998; Im Auftrag des Teufels – 1997; That Thing You do – 1996; 2 Tage in L.A. – 1996), Giftnattern und kleine Betrüger die Dummen sind. Im Einzelnen ist das nicht schlimm, aber ein Film, der nur aus solchen historischen Versatzstücken besteht, langweilt bald. Und Ben Affleck ist auch keine Bereicherung - auch das ist historisch.

Es ist die Geschichte eines Losers. Das ist von Anfang an klar. Und es ist der Film, in dem Dany Trejo mehr spricht, als in all seinen anderen Filmen zusammen – und dann auch noch Wirtschafts-Sprech. Aber so einen Film im Jahr 6 nach Tarantinos Pulp Fiction (1994) zu machen, der dieses Genre und seine Typen radikal verändert hat, muss schief gehen. Frankenheimer tut so, als habe es diesen Spinner aus der Videothek nie gegeben und man könne Gangsterbandenfilme heute noch so drehen, wie in den 70er und 80er Jahren. Die Schurken sind hysterische, schießwütige Chaoten, der Held ein hilflos zappelnder mit Sätzen aus dem Coolsprech-Lexikon. Und der Oberschurke heißt „Monster“ und kennt so überhaupt keine Skrupel.

Dass der Film nicht von einem Dutzendregisseur gemacht wurde, merkt man natürlich schon. Es gibt so einzelne Sequenzen, in denen spielt John Frankenheimer sein Gespür für Timing und Dynamik aus. Einmal flüchtet Ben Affleck durch den Wald und kommt an eine Straße. Da ist die Kamerabewegung superb. Aber darüber hinaus ..? Ist leider nicht viel.

Wertung: 4 von 11 D-Mark
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